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Heft 8/2009: Die Krise meistern | 06.04.2010

Was sind ...

Entrepreneure?

Von Cornelia Geißler

Entrepreneure werden heute händeringend gesucht. Sie gelten als Träger von Verantwortung und Verfechter langfristigen Denkens. Wie wohltuend scheinen sie sich von den raffgierigen angestellten Managern abzugrenzen, die jüngst in Verruf gerieten.

"Entrepreneure glauben, dass ihr Unternehmen am Ende als Gewinner aus der Krise hervorgeht", sagte kürzlich Wolfgang Glauner von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Echte Heilsbringer also.

Entrepreneure: Wichtig sind die Macht und der Wille, für Unternehmen weitreichende Entscheidungen zu treffen
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Entrepreneure: Wichtig sind die Macht und der Wille, für Unternehmen weitreichende Entscheidungen zu treffen

© Corbis
Wörtlich ist ein Entrepreneur jemand, der etwas "unter-nimmt" (französisch: "entre" und "prendre"). Der Begriff wird dem Iren Richard Cantillon zugeschrieben, der damit jemanden bezeichnete, der ein Geschäft auf eigene Rechnung betreibt und damit Gewinn-und-Verlust-Risiko trägt. Die Briten verwendeten die Bezeichnung im 19. Jahrhundert interessanterweise vornehmlich für ihre Musik- und Glücksspielindustrie.

Nicht jeder Unternehmer muss Entrepreneur sein. Diese zeichnen sich durch eine besondere Geisteshaltung aus, legen Ulrich Blum und Frank Leibbrand, Volkswirte von der Universität Dresden, in ihrem Buch "Entrepreneurship und Unternehmertum" (Gabler 2001) dar. Sie können mit der Unsicherheit, die sie umgibt, besonders gut umgehen.

Das Gründen eines eigenen Unternehmens kann ein wichtiger Hinweis auf einen echten Entrepreneur sein, ist aber nicht Grundbedingung. Wichtiger sind die Macht und der Wille, für ein Unternehmen weitreichende Entscheidungen zu treffen. Entrepreneurship gilt deswegen inzwischen als Denk- und Handlungsprinzip, das auch angestellte Manager sich zu eigen machen können. Diese Disziplin wird sogar an namhaften Business Schools gelehrt.

Zweifel sind allerdings angebracht, ob Entrepreneure wirklich die Gutmenschen sind, die unsere krisengebeutelte Wirtschaft herbeisehnt. Aus welchem Holz sie geschnitzt sind, formulierte einst der österreichische Nationalökonom Joseph Alois Schumpeter in seiner "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" (Duncker & Humblot, 1911): Drei Dinge treiben seinen "dynamischen Unternehmer" (in einer späteren Ausgabe nannte er ihn auch Entrepreneur) an.

Blättern: Teil 1 / 2


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