Von Cornelia Geißler
Übliche Lösungen sind unterschwellige Beschallung im Kaufhaus, blinkende Banner im Internet oder aufwendige Präsentationen von Dienstleistungen auf Fachmessen. Der Vorteil standardisierter Marketingmaßnahmen für "typische" Kunden ist: Sie sind oft billiger als ein dichtes Netz von Vertriebsmitarbeitern.
Bei Massengütern wie Waschmittel oder Joghurt mag das noch funktionieren. Bei technisch komplexen Produkten oder erklärungsbedürftigen Services - etwa bei Computern oder Finanzdienstleistungen - sieht es anders aus. Oft ist das, was Marketingabteilungen am grünen Tisch aushecken, nur eine Krücke im Vergleich zum persönlichen Gespräch eines Verkäufers mit dem Kunden.
Weil die zentrale Steuerung der Aktivitäten am Point of Sale so schwierig ist, brauchen Praktiker Informationen darüber, wie sie ihrer Vertriebsmannschaft zu mehr Effizienz verhelfen können.
Die amerikanischen Wissenschaftler Rosann Spiro (Indiana University) und Barton Weitz (University of Florida) bestätigten 1990 in einer viel zitierten Veröffentlichung ("Journal of Marketing Research") folgende Kernthese: "Wenn Vertriebsmitarbeiter in einer Kaufsituation spontan auf die Wünsche oder Beschwerden des Kunden reagieren, steigt dadurch die Verkaufsperformance."
"Wenn Vertriebsmitarbeiter in einer Kaufsituation spontan auf die Wünsche oder Beschwerden des Kunden reagieren, steigt dadurch die Verkaufsperformance."
Zum Beispiel haben die US-Wissenschaftler Michael Boorom (California State University), Jerry Goolsby (University of South Florida) und Rosemary Ramsey (Eastern Kentucky University) in einer Studie 31 Prozent der Unterschiede zwischen den Verkaufsleistungen einzelner Mitarbeiter auf diese Anpassungsfähigkeit zurückführen können.
Für das klassische Verkäufertraining lässt sich unter anderem ableiten, wie wichtig es ist, Vertriebsmitarbeitern überhaupt erst einmal bewusst zu machen, wie entscheidend ihr Verhalten für den Erfolg einer Transaktion ist. Vertriebsmanager haben die schwierige Aufgabe, ihren Außendienst für die verschiedenen Wertvorstellungen und Bedürfnisse ihrer Kunden zu sensibilisieren.
Auch die von vielen Vertrieblern ungeliebte Aufgabe, nach abgeschlossenen Geschäften einen Bericht abzufassen, ist aus Perspektive des Adaptive Selling höchst sinnvoll. Mit zunehmender Berufserfahrung - so die Theorie - verbessert sich die Fähigkeit zum situationsangepassten Verkaufen. Aber nur, wenn Vertriebsmitarbeiter ihr Wissen strukturieren und organisieren.
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