Von Cornelia Geißler
Dieser hing im Wesentlichen davon ab, wie gut die Ernte ausfiel. Eine bessere Ernte bedeutete einen größeren Ansturm der Bauern auf die Olivenpressen. Für Thales ging die Rechnung auf, er wurde reich und galt fortan als Mann mit seherischen Fähigkeiten.
Die bis dahin übliche Discounted-Cashflow-Methode räumte unternehmerischen Entscheidungen nicht genügend Flexibilität ein. Sie zinst in der Zukunft erwartete Finanzströme mit dem Marktzins auf den Investitionszeitpunkt ab. Sie geht von einem einzigen Zukunftsszenario (zum Beispiel Verkauf eines Firmenteils) aus, während sich mit dem Realoptionsansatz Projekte auch nur teilweise realisieren lassen.
In der Praxis fing die Methode erst Mitte der 90er Jahre an, sich vor allem bei Rohstofffirmen durchzusetzen. Die Akteure in diesen Branchen sind es gewohnt, dass erwartete Preise ihrer Produkte an Terminbörsen bewertet werden. Das Ausmaß der Wertschwankung als Reaktion auf äußere Einflüsse liefert auch Anhaltspunkte für die Volatilität der realen Handlungsalternativen in diesen Branchen. So wendeten Konzerne wie Exxonmobil und Texaco den Realoptionenansatz zum Beispiel für die Investition in neue Erdölförderkapazitäten an.
Auch Firmen, die unter stark im Wandel befindlichen Rahmenbedingungen wirtschaften, wie Pharma- oder Telekommunikationsunternehmen, können ihr Risiko mit der Realoptionenmethode realistischer einschätzen. So bewertete der US-Pharmakonzern Merck & Co.
Mitte der 90er Jahre seine Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen auf diese Weise.
Professoren der Harvard Medical School geben Tipps zu Gesundheits- und Wellness-Themen
Six Sigma, Leadership oder Board - HBM erklärt, was wirklich dahintersteckt.
Artikel aus dem Harvard Business Manager
als Hörbuch-Download
von Kevin Coyne, Patricia Gorman Clifford
Zur Hörprobe