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Heft 3/2008: Schwerpunkt Personal | 26.02.2008

Was ist ...

ein Prosument?

Von Michael Leitl

Es klingt nach modernem Marketing, wenn Unternehmen sagen, sie ließen sich von ihren Kunden beim Design neuer Produkte helfen. BMW Chart zeigen macht das. Sportschuhhersteller wie Adidas Chart zeigen auch. Doch neu ist die Erkenntnis nicht. Der amerikanische Zukunftsforscher Alvin Toffler dachte bereits in den 70er Jahren darüber nach, was der damals neue Trend des Selbstmachens wohl für Folgen haben würde. Kunden bedienten sich selbst im Supermarkt oder am Geldautomat und therapierten sich in Selbsthilfegruppen.

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In seinem 1980 erschienenen Buch "Die Zukunftschance" fand Toffler für den produzierenden Konsumenten auch einen griffigen Namen: der Prosument. Für Toffler gibt es seitdem zwei Märkte. Einen für bezahlte Produkte und Dienstleistungen. Und einen für unbezahlte freiwillige Arbeit.

Diese Entwicklung wurde gegen Ende der New Economy beschleunigt. Die moderne Datenübertragung ermöglicht heute in großem Stil, was Toffler 1980 als Paradigmenwechsel angekündigt hat. Das Mitmach-Internet mit Phänomenen wie Open Source oder Web 2.0 ist ebenso Teil des Prosumentenkonzepts wie die Arbeit in Vereinen und Selbsthilfegruppen.

Der Philosoph Frithjof Bergmann schlägt vor, noch exzessiver zu prosumieren. Ihm schwebt ein Mix aus geringer werdender Arbeit gegen Gehalt und unbezahlter Heimproduktion für den Eigenbedarf vor. Wer ein Handy brauche, werde es in Zukunft in einer Art Copyshop selbst herstellen können. Früher nannte man diese Prosumenten schlicht Selbstversorger. Sie lebten auf Bauernhöfen.


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