DIN 33430?

Was ist ...:

Von Britta Domke
Heft 4/2009

Als das Deutsche Institut für Normung im Jahr 2002 Qualitätskriterien für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen definierte, war der Aufschrei groß: "Bürokratisierung", "viel zu kompliziert", "kontraproduktiv", "Klientelpolitik", schimpfte etwa die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt. Heute laufen - fast unbemerkt von der Öffentlichkeit - in knapp 10 Prozent aller Un-ternehmen Personalauswahlprozesse nach der DIN 33430 ab, noch einmal so viele Arbeitgeber planen dies für die Zukunft. Vor allem Konzerne, Personalberatungen und der öffentliche Dienst haben sich intern zur Einhaltung festgelegter Qualitätskriterien verpflichtet. Damit sollen teure Fehlbesetzungen vermieden werden; Bewerbern wird ein faires Auswahlverfahren garantiert.

"Die Grundsätze sind so simpel, dass jedes Unternehmen sie einhalten kann", erklärt Heinrich Wottawa, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Ruhr-Universität Bochum. Dazu gehört etwa, dass Bewerber nicht nach Eigenschaften gefragt werden dürfen, die nichts mit der Stelle zu tun haben, und dass alle am Auswahlprozess Beteiligten ausreichend qualifiziert sein müssen. Probleme gab es anfangs, als die Anbieter der computergestützten Potenzialanalyse Insights MDI behaupteten, diese sei nach DIN 33430 zertifiziert - obwohl die Norm nicht für einzelne Tests gilt, sondern nur für den gesamten Auswahlprozess. Heute ist die Norm zwar immer noch nicht sehr verbreitet, aber kaum noch umstritten. Derzeit dient sie sogar als Vorbild für die Entwicklung einer international anerkannten ISO-Norm, die ab 2010 in Kraft treten kann.

Artikel
© 2009 Harvard Businessmanager
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Nach oben