Von Ed Catmull
Kreative an die Macht
Die kreative Verantwortung für einen Film muss bei der kreativen Führung liegen. So offensichtlich dies auch sein mag - zahlreiche Unternehmen der Filmbranche und wahrscheinlich auch viele andere halten sich nicht daran. Unserer Auffassung nach sind maximal zwei Personen für die kreative Vision eines Films zuständig, und diese Personen sitzen nicht im Vorstand oder in der Entwicklungsabteilung. Daher lautet unsere Philosophie: Wir beschäftigen kreative Leute, wir setzen auf sie, wir gewähren ihnen umfassende Freiheiten und Unterstützung, und wir bieten ihnen ein Umfeld, in dem sie mit aufrichtigem Feedback von allen Seiten rechnen können.
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Nach "Toy Story 2" haben wir die Rolle unserer Entwicklungsabteilung neu definiert. Statt neue Filmideen zu präsentieren (was ja in den meisten Studios die Hauptaufgabe der Entwicklungsabteilung ist), bildet die Abteilung kleinere Teams, die den Regisseuren helfen sollen, die eigenen Ideen so zu "veredeln", dass John und unsere anderen Spitzenkräfte vom Erfolgspotenzial dieser Ideen überzeugt sind. Jedes Team besteht in der Regel aus einem Regisseur, einem Autor, diversen Künstlern und einigen Leuten, die am Storyboard mitwirken. Ziel der Entwicklungsabteilung ist es, Einzelpersonen zu finden, die erfolgreich zusammenarbeiten können.
In diesem frühen Stadium wäre es ungerecht, die Teams nach dem vorliegenden Material zu beurteilen, da es sich um Rohfassungen handelt. Es gibt noch viele Probleme und offene Fragen. Sie können aber sehr wohl beurteilen, ob die Chemie im Team stimmt und ob das Team Probleme löst und Fortschritte erzielt. Sowohl die Unternehmensleitung als auch die Entwicklungsabteilung müssen dafür sorgen, dass die Teams funktionieren.
Da es bei alledem in erster Linie auf die kreative Vision ankommt, bezeichnen wir uns als "filmmaker-led" (vom Filmemacher geleitet). Tatsächlich gibt es zwei Führungskräfte: den Regisseur und den Produzenten. Diese beiden verbindet eine enge Partnerschaft. Sie wollen nicht nur einen tollen Film machen, sondern müssen auch Fristen und Budgets einhalten und mit dem vorhandenen Personal auskommen (gute Künstler wissen solche Einschränkungen zu schätzen).