Der Mensch macht den Unterschied

Leadership:

Von Christoph Seeger
2. Dezember 2014
Getty Images

Es ist anstrengend, mit sich selbst schonungslos ins Gericht zu gehen. Doch gerade in Umbruchzeiten gibt es keine Alternative. Denn in einer Wirtschaft, die sich schneller dreht als je zuvor, in der die Strategien immer ähnlicher werden und eine technologische Transformationswelle die nächste jagt, macht am Ende der Mensch den Unterschied.

Theoretisch stand er schon immer im Mittelpunkt. Doch in Zeiten von Wachstum und Expansion scheint das in vielen Köpfen und Vorstandsetagen in Vergessenheit geraten zu sein. Kein Wunder, dass der Sankt-Gallener-Professor Wolfgang Jenewein Führungskräfte fragt, wie es mit ihrem Menschenbild aussieht. Jenewein ist einer von 55 Wissenschaftlern, Managern und Vordenkern, die wir für diese Spezial-Ausgabe gebeten haben, uns die ihrer Meinung nach wichtigste Frage zu nennen, die sich Manager zum Jahreswechsel stellen sollten. Die Sammlung, die Sie ab Seite 6 in diesem Heft finden, lässt einen manchmal schmunzeln, oftmals staunen und bisweilen auch zusammenzucken.

An der Spitze eines Unternehmens zu stehen bedeutet auch, dass man sich rasch an neue Verhältnisse anpassen können muss. Die Zeiten der einsamen Kapitäne, die Zeiten von Pathos und Pose, sind vorbei. Unternehmen, die heute erfolgreich sein wollen, brauchen neue Chefpersönlichkeiten. Wie schreibt Harvard-Professorin Linda A. Hill in ihrem Text ab Seite 44? "Verantwortung ist kein Einzelschicksal mehr." Sie appelliert an Chefs, das kollektive Genie zu nutzen, damit Entscheidungen dort getroffen werden, wo das Wissen ist.

Wie es anders und besser gehen kann, zeigen die Beispiele, die wir für Sie zusammengetragen haben. Sie erzählen von Veränderungen im Kleinen, die am Ende auch einen Großkonzern wie den Otto Versand verwandeln können, von Pionieren, die auch vor extremen Führungskonzepten nicht zurückschrecken, und von Kulturen, die schon heute auf Werten wie Freiheit und Eigenverantwortung basieren. Dass es, wenn man einmal weiß, wohin die Reise gehen soll, auch einen Weg dorthin gibt, belegt unser Klassiker von Change-Management-Experte John P. Kotter.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch das Gespräch mit Gunter Dueck ans Herz legen (ab Seite 102). Der ehemalige Cheftechnologe von IBM schaut mit dem Blick eines Mathematikers auf die Wirtschaftswelt. Vieles, was er sieht, gefällt ihm nicht, er beobachtet systemimmanente Fehler. Aber er zeigt auch auf, dass es ganz einfach ist, besser zu werden.

Wenn Sie mutig genug sind.

Spezial 2015

Leadership


Wie geht Führung im Zeitalter digitaler Transformation? Ein Heft über Management im Wandel.


Zum Autor
Christoph Seeger ist Chefredakteur des Harvard Business Managers.

Artikel
Kommentare
1
verena_czerny 04.12.2014

Die Formulierung "Das kollektive Genie nutzen" gefällt mir! Darin steckt viel Achtung vor der Expertise der Mitarbeiter. Entdecken Sie hier 8 Ideen, wie Führungskräfte die Innovationsbereitschaft im eigenen Unternehmen fördern können.

Diskussionsregeln

Wir freuen uns über lebendige, konstruktive und inspirierende Diskussionen auf HBM Online. Um die Qualität der Debattenbeiträge sicherzustellen, werden unsere Moderatoren jeden Beitrag prüfen. Eine Nutzung der Kommentarfunktion zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt. Beiträge mit vorwiegend werblichem, strafbarem, beleidigendem oder anderweitig inakzeptablem Inhalt werden von unseren Moderatoren gelöscht.

© Harvard Business Manager 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
Nach oben