Wenn der Mut fehlt

Managementkritik:

22. Juli 2014

Clayton Christensen

Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem langsamen Wachstum der US-Wirtschaft und der Weigerung der Unternehmen, in marktschaffende Innovationen zu investieren? Laut Managementdenker Clayton Christensen wurde Investoren und Managern jahrelang eingetrichtert, Kapital als knappes Gut zu begreifen. Das habe dazu geführt, dass nur noch in kurzfristige, risikoarme Innovationen investiert wird. Diese jedoch schaffen kaum Arbeitsplätze.

Damit Unternehmen wieder für langfristig vielversprechende Innovationen Geld ausgeben, die neue Märkte schaffen, fordert Christensen neue Methoden, um Geschäftspotenzial zu bewerten und Erfolg zu definieren. Kapital könnte mithilfe von Finanztransaktionsteuern umgewidmet werden, Business Schools müssten ihren Stoff ganzheitlicher unterrichten, bei der Risikobewertung von Innovationen sollten die wahren Kapitalkosten angesetzt werden - und das Management sollte ermutigt werden, langfristiger zu denken.

Um diese Erkenntnisse zum "Dilemma der Kapitalisten" zusammenzutragen, das Christensen in seinem HBM-Beitrag beschreibt, hatte er Studierende und ehemalige Absolventen seines Harvard-Business-School-Kurses "Aufbau und Erhalt eines erfolgreichen Unternehmens" aufgefordert, mit ihm zusammenzuarbeiten. Diese Kooperation erfolgte primär über die Onlineplattform OpenIDEO, die Tom Hulme, einer der ehemaligen HBS-Studenten, mitentwickelt hat.

Das Projekt ist ein erster Versuch, eine Community zu gründen, die eine lebenslange Kooperation mit HBS-Absolventen ermöglicht.


Nun lädt Christensen alle Interessierten ein, der Gemeinschaft der Managementdenker beizutreten und Lösungen für das Dilemma der Kapitalisten zu entwickeln. Wer Lust hat, dabei zu sein, kann sich hier anmelden.

Den Text von Clayton Christensen über "Das Dilemma der Kapitalisten" finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe. Lesen Sie im Browser, in einer unserer Apps oder in der gedruckten Ausgabe bei Amazon.

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