Die vier Fallen der Zusammenarbeit

Synergien:

Von Alessandro Di Fiore und Jonas Vetter
12. April 2016
Corbis

Wenn Unternehmen beschließen, bei Forschung und Entwicklung zusammenzuarbeiten, scheitern sie häufig. Das muss nicht sein: Aus der Analyse erfolgreicher Projekte lassen sich einige Ratschläge ableiten. Und vor allem: Es lassen sich Fallen erkennen - diese kann man einfach vermeiden, wenn man sich ihrer bewusst ist.

1. Falle: Ein Event planen
Der häufigste Fehler besteht darin, kollaborative Innovation zu einem Event zu degradieren. Klar: Es ist eine Herausforderung, mit einem wichtigen Kunden oder Geschäftspartner einen Innovationsworkshop zu organisieren. Doch Führungskräfte sind häufig derart bemüht, ihre Unternehmen in einem guten Licht erscheinen zu lassen, dass sie eines vergessen:Es handelt sich nicht um eine Verkaufspräsentation. Es geht stattdessen um ein Innovationsprojekt, das Folgendes voraussetzt: eine gute Planung (sowohl vor als auch nach dem Workshop), eine sorgfältige Auswahl von Ideen (durch einen gemeinsam beschlossenen Prozess), Mittelverteilung sowie eine Kontrolle der gemeinsamen Arbeitsgruppen, die die Innovation auf den Weg bringen sollen.

2. Falle: Unabhängig voneinander das Problem definieren
Wer eine Zusammenarbeit vereinbart, sollte sich auf eine gemeinsame Problemstellung einigen. Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit. Bei kollaborativen Innovationsvorhaben ist dies jedoch oft nicht der Fall.

3. Falle: Zeitvorstellungen außer Acht lassen
Doch selbst wenn sich Firmen auf ein gemeinsames Problem verständigen, können sie bei Entwicklungszeit und erwarteter Rendite unterschiedlicher Auffassung sein. Die verantwortlichen Manager müssen sich deshalb über ihre jeweiligen Zeithorizonte austauschen und zu einer gemeinsamen Vorstellung gelangen. Sonst sind Konflikte kaum zu vermeiden.

4. Fall: Fehlende Empathie
In einem kollaborativen Innovationsprozess ist es erfolgsentscheidend, sich in den Kunden hineinzuversetzen. Nur wenn Manager die Bedürfnisse des Kunden oder Geschäftspartners nachempfinden, werden sie auf wirklich kreative Ideen kommen. Das emotionale Verständnis für die Probleme des anderen schafft Empathie zwischen den Führungskräften beider Unternehmen. Das wiederum ermöglicht Nähe und Vertrauen - zwei Schlüsselfaktoren nachhaltiger Zusammenarbeit.


Mehr zu den Herausforderungen der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeit finden Sie im Text "Die Tücken der Zusammenarbeit" im Schwerpunkt Innovation aus unserem aktuellen Heft.


Nicht Fragen. Machen!


Gute Ideen gibt es zuhauf. Was fehlt, ist Mut. Ein Plädoyer für mehr Risikofreude


Zu den Autoren
  • Alessandro di Fiore ist Gründer und Ceo des European Centre for Strategic Innovation (ECSI) und der dazugehörigen Beratungsfirma ECSI Consulting in London.

    Jonas Vetter ist Berater bei ECSI Consulting in Mailand.

Artikel
Kommentare
0
Diskussionsregeln

Wir freuen uns über lebendige, konstruktive und inspirierende Diskussionen auf HBM Online. Um die Qualität der Debattenbeiträge sicherzustellen, werden unsere Moderatoren jeden Beitrag prüfen. Eine Nutzung der Kommentarfunktion zu kommerziellen Zwecken ist nicht erlaubt. Beiträge mit vorwiegend werblichem, strafbarem, beleidigendem oder anderweitig inakzeptablem Inhalt werden von unseren Moderatoren gelöscht.

© Harvard Business Manager 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH
ANZEIGE
Die neuesten Blogs
Nach oben