Wie Sie richtig motivieren

Führung:

Von Susan David
26. Juli 2013

Mitarbeiter-Motivation: Dienst nach Vorschrift schadet Unternehmen beträchtlich
Corbis

Mitarbeiter-Motivation: Dienst nach Vorschrift schadet Unternehmen beträchtlich

Es liegen neue Daten zum Engagement von Mitarbeitern vor, und sie sind mehr als ernüchternd. Aktuelle Untersuchungen des Marktforschungsunternehmens Gallup zeigen, dass das Engagement von Arbeitnehmern in den USA bei knapp 30 Prozent stagniert. Das bedeutet, dass sieben von zehn Mitarbeitern Dienst nach Vorschrift leisten oder ihrem Arbeitgeber sogar offen negativ gegenüberstehen. Noch einmal: Nur drei von zehn sind wirklich engagiert bei ihrer Arbeit!

Der Definition nach bedeutet gutes Engagement von Mitarbeitern, dass sie sich nach Kräften einbringen und ihre bestmögliche Leistung abliefern. Viele Studien haben gezeigt, dass Engagement nicht nur ein unwichtiges Detail für Unternehmen ist. Tatsächlich ist sie viel mehr als das: Die Mitarbeitermotivation hat einen direkten Einfluss auf den Geschäftserfolg und wirkt sich zum Beispiel auf Profitabilität, Kundenzufriedenheit oder Umsatz aus.

Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey aus dem Jahr 2012 stützt diese These: Demnach gehören Unternehmen mit Bestwerten bei der Mitarbeitermotivation mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent zu den wirtschaftlich gesündesten Unternehmen. Unternehmen aus meiner Beratungstätigkeit haben ähnliche Zusammenhänge festgestellt.

Natürlich ist Engagement eine emotionale und zutiefst individuelle Erfahrung von Menschen. Zum anderen ist es nicht leicht zu beeinflussen. Führungspersönlichkeiten müssen aber genau dies versuchen. Nicht nur im Sinne ihrer Mitarbeiter, sondern auch für ihre Unternehmen. Hier sind einige Vorschläge, um echte Fortschritte auf diesem Gebiet zu erzielen.

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Beschäftigen Sie sich mit den Grundlagen der positiven Psychologie und der Motivations-Forschung.

In einem einflussreichen Artikel in der Harvard Business Review schrieb der renommierte Psychologe Frederick Herzberg, dass Mitarbeiter positiv auf mehr Verantwortung und Selbständigkeit bei ihren täglichen Aufgaben reagieren. Dieser Befund deckt sich mit der so genannten Selbstbestimmungstheorie der Motivation. Diese weithin anerkannte Theorie hat den universellen menschlichen Wunsch nach Autonomie identifiziert: Menschen liefern generell bessere Leistungen ab, wenn sie in die Lage versetzt werden, für sich selbst aus Alternativen auszuwählen und Entscheidungen zu treffen.

Viele Studien zum Thema Arbeitsmotivation haben gezeigt, dass soziale Unterstützung und Feedback zu positiven Erfahrungen führen. Manager und Personalexperten müssen diese und andere stichhaltige Theorien verstehen, um ihre eigenen Aktivitäten zu optimieren, mit denen sie Arbeitsmotivation fördern wollen. Das Wissen um die Zusammenhänge ist verfügbar. Nutzen Sie es!

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Kommentare
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cschlachte 26.07.2013

Demotiviere nicht! Da liegt viel Potential. Für jeden ganz persönlich und natürlich für jede Organisation. Was wäre dazu ein erster auch kleiner Schritt, der sich machen lässt? Welche persönliche Auswirkung würde es haben? Aus "Coaching on the Job" merke ich, das eigentlich alle gerne was voranbringen wollen (bewusst) und durch den "Alltag" es manchmal nicht hinbekommen. Wenn Sie z.B. an einem Management- oder Team-Meeting als externer Coach beiwohnen, entdecken Sie meist eine Menge an "naiven" Fragen, die zu Einsichten auch in Fragen der Motivation werden können. Es gibt Unternehmen, die wollen beispielsweise, dass ihre Leute mehr mitdenken und handeln. Das wird dann vom Management verlangt und geht gut solange die Mitarbeiter und Führungskräfte, die gleiche Meinung haben. Stellen Sie sich vor, nun kommt jemand mit einer anderen Meinung und wird dann subtil oder direkt "zurechtgestutzt". Das hat Folgen und nicht nur für die Motivation, oder? Die alten Gewohnheiten, die Vorbilder aus dem Top Management, die Führungs- und Organisationskultur, der Druck und Stress, ... Da lässt sich was machen und nicht immer sind die Antworten einfach zu finden, d.h. Führungskräften dann kurz mal beizubringen, wie sie andere "motivieren" reicht aus meiner Sicht nicht. Wir Menschen sind soziale Wesen und die Sozial- und Motivationspsychologie hat gute Antworten auf die Fragen nach der Motivation.

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