Werden Sie optimistisch!

Karriere:

14. Januar 2014

Erfolg: Es reicht nicht aus, einfach Zuversicht zu verspüren - man muss auch immer hart dafür arbeiten
Corbis

Erfolg: Es reicht nicht aus, einfach Zuversicht zu verspüren - man muss auch immer hart dafür arbeiten

Haben Sie sich vorgenommen, im neuen Jahr optimistischer zu sein - sei es persönlich, als Teil Ihrer Gemeinschaft, Ihrer Familie oder Ihres Teams? Dann sollten Sie als erstes wissen, was diesem Plan im Wege steht. Denn die besten guten Vorsätze führen zu nichts, wenn Sie nicht die Zuversicht haben, sie einhalten zu können.

Zuversicht ist die Erwartung eines positiven Ergebnisses. Damit ist keine Charaktereigenschaft gemeint, sondern die Einschätzung einer Situation, die für Ihre Motivation Folgen hat. Denn, wenn Sie optimistisch sind, sind Sie motiviert, sich anzustrengen und Zeit und Ressourcen zu investieren, um ein Ziel zu erreichen.

Zuversicht selbst bringt jedoch keinen Erfolg - der ergibt sich aus den Investitionen und Anstrengungen. Aber ohne Zuversicht gibt man zu leicht zu früh auf oder versucht etwas erst gar nicht. Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung verhindern positives Handeln.

Acht Fallen sollten Sie umgehen, wenn Sie die Zuversicht aufbringen wollen, für Ihre Ziele zu kämpfen:

Selbstzerstörerische Annahmen. Wenn Sie glauben, Sie schaffen es nicht, dann wird das wohl auch eintreffen. Beispiele dafür: Eine britische Olympia-Läuferin ist von einem Fehler, der sie einen Sieg gekostet hat, so erschüttert, dass sie bei den nächsten Rennen gar nicht mehr antritt. Ein Team in einem Unternehmen kommt zu der Überzeugung, dass eine weltweit bekannte Führungspersönlichkeit so weit weg von seiner eigenen Liga spielt, dass sie erst gar nicht als Redner für eine Kundenveranstaltung eingeladen wird.

Talentierte Frauen "gehen oft, bevor sie gehen", wie es Sheryl Sandberg formuliert: Sie nehmen an, dass sie ohnehin nicht mehr befördert werden (oder andere Erfolge haben), wenn sie Kinder bekommen - also benehmen sie sich Jahre vor ihrem tatsächlichen Abschied so, als wären sie schon weg, und verbauen sich damit Möglichkeiten. Realistisch zu sein, ist das Eine. Schon wie ein Verlierer aufzutreten, bevor das Spiel überhaupt begonnen hat, etwas ganz anderes.

Zu ehrgeizige oder zu weit entfernte Ziele. Ich weiß, dass Führungskräfte oft sagen, ihnen gehe es um "BHAGs" - der von den Management-Autoren James Collins und Jerry Porras geprägte Ausdruck steht für "big, hairy, audicious goals", also große, schwierige und wagemutige Ziele. Allerdings kann es der eigenen Zuversicht abträglich sein, sich derart Großes vorzunehmen, denn die Diskrepanz zwischen einem gigantischen Ziel und der heutigen Realität ist manchmal deprimierend und demotivierend. Zuversicht kommt durch viele kleine Erfolge in Folge, wobei jeder kleine Schritt näher an das große Ziel führt. Doch auch die kleinen Schritte müssen wertgeschätzt und als eigene Ziele verstanden werden. Gewinner denken klein ebenso wie groß.

Zu früh den Sieg verkünden. Hier geht es um das Dilemma des Diät-Haltenden: Man verliert ein paar Kilos und fühlt sich deshalb so gut, dass man sich mit leckerem Schokoladenkuchen belohnt. Dadurch wird man wieder dicker, man ist entmutigt - und braucht mehr Kuchen, um sich besser zu fühlen. Dieses Muster habe ich in der Football-Mannschaft eines College gesehen, die eine neun Jahre währende Verlustserie hinter sich ließ. Nachdem sie das erste Spiel in fast einem Jahrzehnt gewonnen hatte, schrie einer der Spieler, jetzt werde man die Meisterschaft holen. Zunächst einmal musste das Team dazu natürlich das nächste Spiel gewinnen - was ihm nicht gelang. Disziplin in kleinen Schritten führt zu Zuversicht.

Alles selbst versuchen. Zu glauben, man werde es alleine schaffen, ist eine weitere Falle. In Wirklichkeit braucht man Unterstützung und muss andere unterstützen. Auch in Verlierer-Teams gibt es Stars, aber die interessieren sich nur für ihre eigene Leistung, nicht für die des Teams. Daraus ergeben sich Ressentiments und Ungleichheiten, die zu internen Kämpfen führen und jeden nach unten ziehen.

Um selbst Zuversicht zu entwickeln, bietet es sich an, an der Zuversicht anderer zu arbeiten und eine Kultur zu schaffen, in der jeder bessere Erfolgschancen hat - etwa durch Mentoring oder weil die unterschiedlichen Stärken besser anerkannt werden. Anderen etwas zu geben, stärkt Zufriedenheit und Selbstwertgefühl, wie viele Studien zeigen. Und andere zu unterstützen, bedeutet, dass diese Menschen im Gegenzug auch Sie eher unterstützen werden.

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