Wie Sie Fehler wieder gutmachen

Selbstmanagement:

Von Heidi Grant Halvorson
19. Juli 2013

Entschuldigung: Keine Garantie, dass Sie den Kopf aus der Schlinge ziehen können
Corbis

Entschuldigung: Keine Garantie, dass Sie den Kopf aus der Schlinge ziehen können

Sie haben Ihrem Vorgesetzen versprochen, ein wichtiges Projekt pünktlich abzuschließen. Aber jetzt merken Sie, dass Sie dem Zeitplan hinterherhinken und es nicht schaffen werden. Oder: Sie haben ohne Absicht einen Kollegen nicht auf dem Laufenden gehalten bei einem gemeinsamen Projekt. Das frustriert ihn und nun fühlt er sich hintergangen. Oder: In der U-Bahn passen Sie einen Moment nicht auf und schütten einem Mann Ihren Becher Kaffee auf seinen teueren Anzug. Höchste Zeit für ein "mea culpa", finden Sie nicht?

Entschuldigungen haben es in sich. Richtig genutzt, entschärfen sie einen Konflikt, heilen Verletzungen und verbessern Beziehungen. Eine Entschuldigung kann Ihnen sogar einen Termin vor Gericht ersparen. Trotz der Tatsache, dass Anwälte ihre Klienten oft dazu anhalten, Entschuldigen zu vermeiden (weil sie fürchten, dass dies als Eingeständnis von Schuld angesehen werden könnte), zeigen Studien, dass Kläger eher dazu bereit sind, sich eher auf einen Vergleich einzulassen, wenn sie eine Entschuldigung erhalten.

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Allerdings: Viele Entschuldigungen erzielen nicht den gewünschten Effekt. Fragen Sie zum Beispiel bei dem Modedesigner John Galliano nach. Oder bei dem amerikanischen Politiker John Edwards, der sich erst spät zu seiner außerehelichen Tochter bekannte. Solche Beispiele gibt es in Hülle und Fülle. Eine Entschuldigung ist keine Garantie dafür, dass Sie den Kopf aus der Schlinge ziehen können.

Das liegt zum Beispiel daran, dass Ihr Adressat nicht gewillt ist, eine Entschuldigung anzunehmen. Oder dass Ihre Verfehlung tatsächlich nicht zu entschuldigen ist. Aber in den meisten Fällen liegt es daran, dass Sie sich auf die falsche Art und Weise entschuldigen.

Das Problem liegt im Kern darin, dass die meisten Leute sich selbst in den Mittelpunkt ihrer Entschuldigen stellen. Sie sprechen über ihre Intentionen, Gedanken und Gefühle. Das klingt dann zum Beispiel so:

"Ich hatte nicht die Absicht…"

"Ich habe nur versucht…"

"Mir war nicht bewusst…"

"Ich hatte einen wirklich guten Grund…"

Wenn Sie es vermasselt haben, möchte Ihr Gegenüber nicht hören, dass Sie über sich selbst sprechen. Hören Sie auf damit. Konzentrieren Sie Ihre Entschuldigung lieber auf den Mensch, den Sie verärgert haben und der es verdient. Besonderes Augenmerk sollten Sie darauf legen, wie das Opfer durch Ihren Fehler beeinträchtigt wurde und auf seine Gefühle. Überlegen Sie, was Sie tun können, um den Fehler wieder gutzumachen.

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