Ist das Management fällig für eine Renaissance?

Führungsstile:

Von David K. Hurst
24. Juli 2014
Getty Images

In Kürze: In regelmäßigen Abständen rufen Managementexperten nach einer Renaissance eines bestimmten Arbeitsgebietes. Meist geht es um Erneuerung oder eine Rückkehr zu den Wurzeln. Ist das Management selbst nun an der Reihe?

Als Richard Straub, President der Peter Drucker Society of Europe, kürzlich die Erneuerung des Managements forderte, dachte ich darüber nach, wie so eine Renaissance wohl aussehen würde.

Sie würde auf eine Forderung nach einem neuen Lernansatz hinauslaufen. Auf eine Rückkehr zu Eigenschaften wie Erfahrung, praktischer Übung und Urteilsvermögen. Auch eine Vermischung alten Wissens und neuer Sichtweisen gehört dazu. Vor allem aber wäre sie wohl vor allem philosophisch begründet.

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Kommentare
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mayconsult 01.08.2014

Ist das Management fällig für eine Renaissance? Ich meine: Nein, denn das Management ist noch nicht am Ende der Einbahnstraße angekommen. Mit dem Ende der Einbahnstraße ist ein allgemeines Versagen der üblichen Management-Methoden gemeint. Noch aber funktionieren die 'alten' Methoden im Allgemeinen und sie sind getrieben von Interessen. Ich nenne diese Interessen die 'egoistische Vernunft'. Manager wissen etwa sicher, dass die geplante Obseleszens Ressourcen verschwendet und somit eher nicht dem Großen und Ganzen dient. Die Obseleszens dient aber dem Unternehmen, es bleibt dadurch möglicherweise länger am Leben. Von einer eher altruistischen Vernunft/Klugkeit sind wir in Zeiten allgemein sinkender Margen weiter denn je entfernt. Prof. Michael Sandel propagiert mit Kant die 'Categorical Duty to respect the dignity of people' und 'Not to use people as means merely' (Youtube-Link zum sehenswerten Vortrag: 'Justice - What's the right thing to do? Mind your Motive' ist unten angefügt.) An seinen Ausführungen ist erkennbar, wie schwer es für den Einzelnen ist, den kategorischen Imperativ in einer Welt von massiven Interessen, Abhängigkeiten und eigenen Bedürfnissen durchzuhalten. Insofern scheint mir der Beitrag ein wenig einseitig auf Rider und Elephant ausgericht zu sein. Nur wenn beide sich an einem kategorischem Imperativ gemeinsam ausrichten würden, ergäbe dies eine weniger egoistische Vernunft und eine Ausrichtung auf eine 2. Renaissance. Wir sind derzeit weit davon entfernt, befinden uns aber gerade in einem laufenden, weltweiten Intelligenztest: Wir fühlen und wissen, dass grenzenloses Wachstum nicht möglich ist, tun aber so, als sei es das. Wenn wir diese Wachstumsgrenze irgendwann erreicht haben, dann werden neue Management-Methoden erforderlich. Es dürften aber weniger Methoden des Managements-über-Andere, sondern eher Methoden des Selbstmanagements sein. Hier der genannte Link: https://www.youtube.com/watch?v=8rv-4aUbZxQ&index=6&list=PL30C13C91CFFEFEA6 Michael May

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