Kostenfaktor Konflikte

Kommunikation:

Von Martin-Niels Däfler
14. Mai 2014
Corbis

Welche Kosten Konflikte verursacht haben, konnte bisher nur einzeln benannt werden oder geschätzt werden. In einer Studie der Unternehmensberatung KPMG konnte nur die Hälfte der befragten Unternehmen ihre entstandenen Kosten durch kontraproduktives oder betriebsschädigendes Verhalten beziffern. Somit verwundert es nicht, dass sich nur wenige Betriebe systematisch mit der Vorbeugung und dem konstruktiven Lösen von innerbetrieblichen Konflikten auseinandersetzen. Dabei sollte auch hierbei die Maxime von Management-Guru Peter Drucker gelten: "Only what gets measured gets done."

In einer Online-Befragung von 352 Berufstätigen wollte ich deshalb herausfinden, wie viel Prozent der Arbeitszeit nach Selbsteinschätzung der Teilnehmer mit dem Austragen von Konflikten ver(sch)wendet wird. Das Ergebnis ist erschreckend: Durchschnittlich zehn Prozent der Arbeitszeit gehen verloren, weil Mitarbeiter in unternehmensinterne Konflikte verwickelt sind. Das ist ein halber Tag pro Woche. Positiv betrachtet heißt das aber auch: Es existieren noch vielfach unvermutete Potenziale zur Effizienzsteigerung.

Weitere Ergebnisse der Befragung: 46,7 Prozent der Teilnehmer waren in den vergangenen zwölf Monaten überhaupt nicht in Konflikte verwickelt, 32,5 Prozent einmal und 20,8 Prozent mehr als einmal. Besonders hoch waren die Ergebnisse in ab einer Unternehmensgröße von 5000 Mitarbeitern - hier betrug die Quote der mehrfach an Konflikten beteiligten Personen 30,1 Prozent.

Als Ursachen für die Konflikte gab knapp die Hälfte (49,3 Prozent) an, dass sowohl unternehmens-, arbeits-, organisationsbedingte als auch persönliche Gründe dafür maßgeblich waren. In 17,4 Prozent waren es ausschließlich private Motive und in 33,3 Prozent der Fälle nur betriebsbedingte Ursachen, die den Konflikt ausgelöst haben.

Die Frage, ob man - obwohl körperlich nicht krank - von der Arbeit zuhause geblieben ist, um sich einem Konflikt zu entziehen oder "um es einem Kollegen/Vorgesetzten heimzuzahlen", antworteten 20,2 Prozent der Frauen und 11,1 Prozent der Männer mit ja.

Welche Schlüsse lassen sich aus den Umfrage-Ergebnissen ziehen?

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