Was sie brauchen, um bei einem Start-up zu arbeiten

Karriere:

Von Jeffrey Bussgang
8. Februar 2018
Getty Images

In einem Start-up müssen Sie drei Fähigkeiten beherrschen, die Sie während Ihrer Ausbildung oder als Mitarbeiter größerer Unternehmen vermutlich nicht erlernt haben: Sie müssen mit Ungewissheit umgehen und Grenzen überwinden können. Außerdem müssen Sie lernen, wie ein Unternehmensinhaber zu denken.

Mit Ungewissheit umgehen
Im Grunde ist ein Start-up nichts anderes als ein riesengroßes Experiment. Jede Initiative ist etwas völlig Neues. Jede Hypothese muss erst einmal getestet werden. In solchen Unternehmen sind die Grenzen zwischen Aufgabenbereichen, Zuständigkeiten und Positionen oft fließend. Alle Mitglieder des Teams arbeiten gemeinsam daran, etwas Neues zu erfinden oder zu erschaffen und Ziele zu erreichen, die sich ständig verändern - und für diese Tätigkeit gibt es kein vorgefertigtes Drehbuch. In einer solchen Unternehmensdynamik, die auch in den späteren Entwicklungsstadien von Start-ups immer noch vorherrscht, muss jeder Mitarbeiter in der Lage sein, mit Unklarheit und Ungewissheit umzugehen.

Grenzen überwinden
Mein Vater war Unternehmer, und ich weiß noch genau, was er tat, wenn er sich einem Hindernis gegenübersah, beispielsweise wenn er in einer langen Schlange vor einem Museum anstehen musste: Dann suchte er nach einem Ausweg aus diesem Problem - aber nicht, indem er sich einfach vordrängelte, sondern indem er verschiedene Hypothesen testete. "Könnte man sich dafür nicht ein effizienteres System ausdenken?", pflegte er in solchen Situationen zu fragen. "Wie können wir dieses Hindernis umgehen und den Prozess beschleunigen?" Diese Neigung, den Status quo aktiv infrage zu stellen, statt sich einfach nur passiv damit abzufinden, ist in einem Start-up der Schlüssel zum Erfolg. Wenn Sie in einem solchen Unternehmen arbeiten möchten, sollten Sie jemand sein, der sich stets bemüht, Probleme zu lösen, die gefundene Lösung noch effizienter zu gestalten und dafür zu sorgen, dass sie reproduzierbar ist.

Wie ein Unternehmer denken
Als Mitarbeiter eines Start-ups erwartet man von Ihnen, dass Sie sich emotional für Ihre Tätigkeit engagieren. Für so eine Arbeit braucht man mehr Sendungsbewusstsein und Abenteuergeist als bei einem herkömmlichen Arbeitgeber. Alles, was man in einem Start-up tut, hängt eindeutig und direkt mit dem Wert und Erfolg dieses Unternehmens zusammen. Sie sollten also ein Mensch sein, der sich nicht nur um seine eigene Arbeit kümmert, sondern dem alle Aspekte seines Unternehmens am Herzen liegen. Mein Vater bemaß das Engagement eines Mitarbeiters an folgendem Kriterium: Was würde dieser

Angestellte tun, wenn auf dem Teppich an der Rezeption seines Unternehmens eine Heftklammer läge? Ein in seinen Augen idealer Mitarbeiter würde unabhängig von seiner Position stehen bleiben, die Heftklammer aufheben und wegwerfen. In einem großen Unternehmen würde man vielleicht einfach daran vorbeigehen und sich denken: Das wird schon irgendjemand wegräumen. Heute Abend kommen ja wieder die Reinigungskräfte. Aber nicht in einem Start-up. Dort muss jeder Mitarbeiter genauso unternehmerisch denken wie der Inhaber und sich immer wieder fragen: "Was kann ich persönlich tun, damit dieses Unternehmen noch großartiger wird?"


Wer die drei genannten Fähigkeiten mitbringt, muss sich als nächstes das geeignete Start-up suchen und die Bewerbung planen. Wie das geht, lesen Sie in unserem Beitrag "Passen Sie zu einem Start-up?" in der Februar-Ausgabe.


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