Weniger ist mehr

Strategie:

Von Ron Ashkenas
13. Februar 2014

In Kürze: Stellen Sie sich vor, ein Unternehmen hat zirka ein Dutzend Produkte im Portfolio und beschließt, sich künftig nur noch auf das Erfolgreichste zu konzentrieren. Mehr noch: Es wechselt den Firmennamen und heißt künftig so wie sein Hauptprodukt. Die Rede ist von der US-Softwarefirma 37signals, mit seinem Topseller Basecamp - einer Projektmanagementsoftware.

Sicherlich ist das kein leicht übertragbares Modell für andere Unternehmen, zumal Basecamp eine kleine Firma ist. Und es ist auch keine neue Idee - schließlich hatte bereits Management-Guru Peter Drucker vor rund 60 Jahren den absichtlichen Verzicht angemahnt. Doch die Realität sieht meist anders aus, sagt Berater Ron Ashkenas, denn viele Manager drängen in viele verschiedene Kundensegmente, angrenzende Märkte oder neue Technologien. Er vergleicht Manager mit Kindern im Süßwarengeschäft, die immer mehr wollen.

Beispiele wie Basecamp oder auch Google, die sich jüngst von Motorola getrennt haben, zeigen, dass die Konzentration auf das Wesentliche mehr Erfolg verspricht. Was sich konkret dadurch gewinnen lässt, erzählt Ashkenas im folgenden Beitrag.

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Kommentare
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MiHiWM 13.02.2014

Konzentration der Kräfte
Die strategische Grundhaltung "Konzentration der Kräfte auf das Kerngeschäft" predigen Drucker, Mewes, Malik u.a. schon seit den 60er Jahren. Kärcher, Würth, Belimo sind damit zu Weltmarktführern geworden, ohne dass sie durch Kapitalspritzen aufgepumpt wurden. Hier eine kleine Beispiel-Liste wo man sich Wissen, Orientierung und Umsetzungsunterstützung für strategisches Denken und Handeln holen kann: Seminare und Lehrgänge für Konzerlenker www.malik-management.com für den Mittelstand www.eks-akademie.de Vereine und Diskussionsrunden zur Umsetzungsunterstützung für Fach- und Führungskräfte , Berater, Inhaber von kleinen und mittleren Unternehmnen www.strategie.net Für Geschäftsführer in der metallverabeitenden Industrie: www.strategiekreis-werkzeugmaschine.de Für Wissensunternehmer in den freien Berufen www.arbeitskreis-wissen-nutzbar-machen.de Sicher lässt sich diese Liste noch durch weitere Beiträge und Kommentare ergänzen.

stefan.sell 14.02.2014

Begrifflichkeiten
Wobei geht's denn hier? Doch wohl um die Kernkompetenzen. Wenn ein Unternehmen aus seinen Kernkompetenzen heraus eine Strategie formt, die auch und gerade Wachstum fördert und fordert, dann ist eine Konzentration auf das Kerngeschäft kein Problem. Wenn eine Firma sich aber auf eine "Ein-Produkt-Politik" verständigt, dann muss das Selbstvertrauen enorm groß sein, dass dieses Produkt in seiner Marktpräsenz, seinen technischen Eigenschaften sowie schlussendlich seinem Preis auf lange Sicht nicht angreifbar bleibt. Keine Ahnung wieviele Produkte Kärcher anbietet, bei WÜRTH findet man, so glaube ich, über 30.000 in der Krabbelkiste, Belimo hat ebenfalls mehr als eine Lösung im Angebot. Die Märkte für Kärcher, WÜRTH und Belimo sind international rießig. Ich kenne Basecamp nicht und auch nicht den dazugehörigen Markt, aber ich finde die Entscheidung mutig. Eine Adaptionsfähigkeit auf andere B-2-B-Märkte halte ich pauschal allerdings nicht nur für schwierig, sondern für gefährlich.

MiHiWM 16.02.2014

Die richtige Spezialisierung
Mewes hat den Weg aufgezeigt. Von der Produktspezialisierung über die Zielgruppenspezialisierung zur Spezialisierung auf die Lösung eines konstanten sozialen Grundbedürfnisses. Roland Kamm der damalige Geschäftsführer von Kärcher hat genau über diesen Weg das Unternehmen in die Weltspitze geführt. Erst die Konzentration auf das Produkt "Hochdruckreiniger". Dann die Spezialisierung auf die Fasadenreiniger und die Erschließung weiterer Teilzielgruppen. Heute ist der Slogan von Kärcher "Reinigung ist unsere Sache" von unterschiedlichen Hochdruckreinigern über Kehrmaschinen bis hin zu Reinigungsmitteln. Das Angebot ist riesig und von den Fasadenreinigern bis hin zur Hausfrau auf viele Teilzielgruppen verteilt. In unseren Strategiekreisen ( www.ak-wnm.de , www.sk-wzm.de ) wird genau diese Vorgehensweise diskutiert.

H0wkeye 18.02.2014

optional
das Problem ist doch, dass sich für den Erfolg beider Strategien - Diversifikation oder Konzentration immer prima Erflogsbeispiele finden lassen. Insofern sind Sätze wie "...zeigen, dass die Konzentration auf das Wesentliche mehr Erfolg verspricht." schlichter Unsinn. Es kommt immer auf den Einzelfall und die jeweiligen Rahmendingungen an. Ich gebe zu, das ist jetzt keine besonders tiefschürfende und heilsversprechende Erkenntnis und liefert schon gar keine Handlungsanweisung - verspricht es aber auch nciht...

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