Ausgezeichnete Unternehmer

Start-Up:

Von Michael Leitl
18. Dezember 2014
Oben: Naren Shaam (mitte) und Andreas Ritzenhoff (rechts)  Unten: Hendrik Sämisch (links) und Jochen Schwill (rechts)
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Oben: Naren Shaam (mitte) und Andreas Ritzenhoff (rechts)
Unten: Hendrik Sämisch (links) und Jochen Schwill (rechts)

Das 2012 gegründete Portal GoEuro importiert Unmengen Daten von europäischen Reisetransportunternehmen und sortiert diesen Wust so, dass die Nutzer Bus-, Bahn-, Flugzeug- und Mietwagenverbindungen durch Europa mit nur einer Suche finden und vergleichen können. Diese Leistung im Umgang mit Big Data würdigte die Jury des Deutschen Unternehmerpreises der Harvard Clubs of Germany mit dem Sieg in der Kategorie Start-up. Der Gründer Naren Shaam aus Berlin beschäftigt derzeit über 60 Mitarbeiter aus 23 Nationen. Besonders beeindruckt hat die Jury-Mitglieder aus Wirtschaft und Wissenschaft die Nutzerfreundlichkeit des Portals und die Geschwindigkeit, in der Shaams Team die Partner gewinnen konnte.

Mitbewerber in der Kategorie Start-up war das ebenfalls 2012 von Julia Bösch und Anna Alex in Berlin gegründete Unternehmen Outfittery, dass Männern Kleidung von einem Stylisten nach ihren persönlichen Geschmacksangaben zusammenstellt und das von Ali Jelveh auch 2012 in Hamburg gegründete Unternehmen Protonet, dass Kleinstserver für Privat- und Firmenkunden herstellt, um Ihnen zu besserer Datensicherheit zu verhelfen.

Energieverwalter

In der Kategorie Wachstum hat das Unternehmen Next Kraftwerke gewonnen. Hendrik Sämisch und Jochen Schwill haben es 2009 gegründet. Sie hatten die Idee zu einem virtuellen Kraftwerk, das sich aus vielen kleinen Erzeugern erneuerbarer Energien zusammensetzt. Die Windradbetreiber und Solaranlagenbesitzer können so ihre produzierte Energie dem Bedarf entsprechend besser verteilen und bessere Preise für ihre Energie aushandeln. Inzwischen sind über 2.000 Anlagen von erneuerbarer Energie mit der Zentrale des Virtuellen Kraftwerks Next Pool in Köln verbunden. Die konsequente Umsetzung des Geschäftsmodells und das schnelle Wachstum überzeugten die Jury.

Mitbewerber in dieser Kategorie waren das im Jahr 2000 von David Eicher in München gegründete Agenturunternehmen für alternatives Marketing Web Guerillas und das im Jahr 2011 ebenfalls in München von Philipp Roesch-Schlanderer gegründete Fitnessunternehmen E-Gym, dass durch eigens entwickelte Fitnessgeräte eine komplette Vernetzung mit mobilen Kommunikationsmitteln das Training einfacher und effizienter macht.

Unkonventionelle Denker

In der Kategorie Family Business setzte sich das 1992 von Andreas Ritzenhoff von seinem Vater übernommene Unternehmen Seidel durch. Seidel stellt hochwertige Verpackungen für die Top Namen in der Kosmetikwelt her. Die Jury entschied sich für dieses Unternehmen, weil Ritzenhoff den Mut aufbrachte, die in der Verpackungsindustrie gelernte Expertise in der Endkundenorientierung auf einen völlig anderen Geschäftszweig anzuwenden - die Produktion von hochwertigen LED Lampen im neu gegründeten Unternehmen Carus am Standort Marburg. Dieses kreative und unkonventionelle Denken und die passende Umsetzung der Vision in die Tat überzeugte die Jury.

Mitbewerber in dieser Kategorie waren das Traditionsunternehmen Fackelmann GmbH & Co. KG, das durch eine breite Palette von hochwertigen Haushaltsprodukten und Badezimmermöbeln international bekannt ist und das Unternehmen Reckhaus GmbH & Co. KG, das Insektenbekämpfungsmittel herstellt.

Die Sieger gewinnen einen einwöchigen Kurs an der Harvard Business School in Boston. Wie in den vergangenen Jahren wählte das Organisationskommittee die Unternehmen nach einem persönlichen Gespräch mit der Geschäftsführung aus. "Die Unternehmen sind innerhalb ihrer Kategorie nicht perfekt vergleichbar. Das Unternehmen beziehungsweise seine Führung muss durch Geschäftsmodell und Umsetzung überzeugen. Bei den Start-ups und Wachstumsunternehmen ist uns wichtig, dass die Unternehmen etwas Nützliches oder Schönes anbieten. Bei den Familienunternehmen möchten wir Mut und langfristiges Denken sehen." sagte Dagmar Bottenbruch, Vizepräsidenten des Harvard Club Rhein Main, die die Veranstaltung organisierte und moderierte.

Die Harvard Clubs of Germany sind registrierte gemeinnützige Organisationen, deren Mitglieder Absolventen der Harvard Universität in Boston, USA sind. Der deutsche Unternehmer Preis steht unter der Schirmherrschaft des Harvard Club Rhein-Main e.V. und wird alle zwei Jahre an ausgewählte Unternehmer verliehen.


Die Fähigkeit, eine Geschäftsidee innerhalb kürzester Zeit zu entwickeln, umzusetzen und laufend anzupassen, wird immer wichtiger. Das zeigen die zahlreichen Unternehmerwettbewerbe und liegt als Gründungsprinzip den meisten erfolgreichen Unternehmen zugrunde. Stanford-Professor und Seriengründer Steve Blank erkärt, wie man mit der Lean-Start-up-Methode ein Unternehmen schnell aufbauen kann.



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HBM-Beitrag als PDF, 10 Seiten

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Zum Autor
Michael Leitl ist Redakteur des Harvard Business Managers.

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