So überleben Sie den 24/7-Job

Selbstmanagement:

19. Juli 2016
Getty Images / PhotoAlto

Sie kommen früh ins Büro, gehen spät heim, arbeiten so manche Nacht durch und immer wieder auch am Wochenende. Unternehmensberater, Investmentbanker, Anwälte - aus einigen Jobs kennen wir alle dieses Bild von Mitarbeitern, deren Einsatz weit über das normale Maß hinausgeht. Augen auf bei der Berufswahl, könnte man sagen. Doch nun scheint der allzeit bereite Arbeitnehmer allmählich zum Standard in vielen Branchen zu werden. Smartphone, Computer und ein schleichender Wandel in der Unternehmenskultur haben dazu geführt, dass wir rund um die Uhr online sind und mit unserem Arbeitgeber so eng verbunden wie noch nie in der jüngeren Zeit.

Dass diese 24/7-Einstellung weder notwendig noch für den Einzelnen förderlich ist, haben Erin Reid von der Boston University und Lakshmi Ramarajan von der Harvard Business School herausgefunden. Für unsere Titelgeschichte haben sie untersucht, mit welchen Strategien Manager und Mitarbeiter dem Druck begegnen, jederzeit erreichbar zu sein. Die Wissenschaftlerinnen analysieren die Auswirkungen dieses Verhaltens, und sie empfehlen alternative Wege, den Job gut zu machen, ohne seine Identität zu verlieren. Mehr dazu lesen Sie in "Überleben in der 24/7-Arbeitswelt" ab Seite 50.

Stephane Kasriel weiß, wie es sich anfühlt, ein Workaholic zu sein. "Wenn ich 60 Stunden pro Woche arbeitete, versuchte ich in 40 all das zu erledigen, was von mir erwartet wurde, und 20 weitere Stunden an irgendeiner anderen Stelle des Unternehmens einzusetzen", sagt er. Der gebürtige Franzose ist heute CEO des US-Personalvermittlers Upwork. Wie der studierte Informatiker seine angeborene Schüchternheit überwand, um an die Unternehmensspitze zu gelangen, erzählt er in "Der introvertierte CEO" ab Seite 64.

Außerdem haben wir einen Schwerpunkt zum Thema Leadership zusammengestellt. Der Anlass ist das Tempo, mit dem sich heutzutage viele Branchen von links nach rechts drehen. Diese erhöhte Geschwindigkeit macht es für Manager nicht einfacher, ihre Unternehmen durch den Wandel zu leiten. Unsere Autoren liefern mit folgenden Beiträgen ein Anleitung für mehr Durchblick:

  • Seite 22: Führen auf Sicht.
    Schon mal im dichten Nebel Auto gefahren? Da hilft nur eins: Nerven bewahren, sich den Umständen anpassen und Tempo rausnehmen. Für das Führen im Zeitalter der Transformation gelten dieselben Ratschläge. Wer sich daran hält, kommt auch in unsicheren Zeiten ans Ziel.
  • Seite 30: Sowohl-als-auch-Management
    Die Grenzen zwischen Prinzipientreue und Starrheit sind fließend. Gerade wenn sich das Blatt schnell wenden kann, ist es hilfreich, immer wieder neu auszutarieren, welche Strategien Erfolg versprechend scheinen. Ein Lob dem opportunistischen Management.
  • Seite 40: Der genauere Blick in die Zukunft
    Wahrscheinlichkeiten vorauszusagen ist hohe Kunst. Irrtümer, Vorurteile und Machtstreben verzerren. Der US-amerikanische Geheimdienst hat wirksame Gegenmittel entwickelt.

Der 24/7-Job


Ständig online, jederzeit erreichbar - wie Manager und Mitarbeiter mit dem Druck richtig umgehen


Zum Autor
Christoph Seeger ist Chefredakteur des Harvard Business Managers.
Artikel
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