Schreiben ist Silber, Reden ist Gold

Rednerhonorare:

Von Ingmar Höhmann
10. November 2015
Harvard Business Manager

In der Wirtschaft lässt sich mehr Geld verdienen als an der Uni? Nicht in den USA. Die besten Managementprofessoren verdienen Millionen - allerdings nicht unbedingt mit spröder Wissenschaft, sondern mit lukrativen Auftritten vor Publikum. Exklusiv für den Harvard Business Manager hat die US-Redneragentur BigSpeak ihre Datenbank durchforstet, um eine Rangliste der begehrtesten Managementredner zu erstellen. Die Grafik listet die obere Hälfte der Thinkers-50-Liste 2013 auf, ein Ranking der bedeutendsten Wirtschaftsvordenker der Welt. Für einen BWL-Professor ist die Erwähnung sozusagen der Ritterschlag - und die Eintrittskarte für das Rednergeschäft.

Was die Akademiker für Vorträge erhalten, hängt allerdings von vielen Faktoren ab - etwa der Dauer des Auftritts, dem Auftraggeber oder dem Ort. Stanford-Professor Jeffrey Pfeffer beispielsweise verlangt für einen Vortrag außerhalb der USA mehr als 40000 Dollar, in der Nähe seines Heimatortes hingegen tritt er schon für weniger als die Hälfte auf. Manche Redner - nicht wenige Professoren haben dafür eigene Unternehmen gegründet - verbinden ihre Engagements mit Beratungsleistungen, Workshops oder Coachings. Die hier genannten, zum Teil geschätzten Summen basieren auf Keynote-Reden mit einer Länge von 45 bis 90 Minuten. Die Honorare sind laut Ken Sterling, Senior Vice President bei BigSpeak, in den vergangenen Jahren stark gestiegen. "Das Geschäft der Rednerbranche läuft besser als je zuvor", sagt er. Gefragt seien bei seiner Agentur vor allem Promis, etwa der Basketballer Magic Johnson, Apple-Mitgründer Steve Wozniak oder die Vertreter der Gründershow "Shark Tank", zu denen unter anderen der Milliardär Mark Cuban gehört. "Es gibt nicht viele solcher Topredner. Da die Zahl der Buchungsanfragen gestiegen ist, treibt das auch die Preise in die Höhe", sagt Sterling.

Promistatus zahlt sich aus: Der Managementguru und Harvard-Star Michael Porter macht sich mittlerweile überhaupt erst ab einem sechsstelligen Honorar auf den Weg. Deutsche Universitätsprofessoren können von solchen Summen wohl nur träumen.

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Michael Porter ist der derzeit wohl bekannteste Managementguru der Welt. Berühmt geworden ist er mit seinen Arbeiten zu Strategie und Wettbewerbsfähigkeit.

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Clayton M. Christensen entwickelte in den 90er Jahren das Konzept der "disruptiven Innovation", eine Theorie, wie Newcomer mit neuen Geschäftsmodellen etablierte Anbieter vom Markt verdrängen.

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Gary Hamel hat das Konzept der Kernkompetenzen von Unternehmen mitbegründet. Zuletzt beschäftigte er sich mit hierarchiefreien Organisationen.

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W. Chan Kim und Renée Mauborgne sind die Erfinder der Blue-Ocean-Strategie, nach der Unternehmen neue Märkte erschließen sollen. An der französischen Wirtschaftshochschule Insead leiten sie das Blue Ocean Strategy Institute.

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Richard D'Aveni ist Strategieprofessor am Dartmouth College in New Hampshire. Derzeit beschäftigt er sich damit, wie der 3-D-Druck die Wirtschaft verändert.

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Herminia Ibarra forscht in den Bereichen Organisationsverhalten und Führung. Unter anderem erstellt sie die Rangliste der besten CEOs der Welt, die der Harvard Business Manager regelmäßig veröffentlicht.


Die Honorare der Top-20-Redner finden Sie im Harvard Business Manager September 2015.


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