Zwölf Regeln für Absolventen

1. August 2013

2. Teil: Die Bedeutung des Netzwerks

7. Lernen Sie, zuzuhören. Hören Sie zu, um zu lernen. "Wir haben zwei Ohren, aber nur einen Mund. Deshalb sollten wir doppelt so lange zuhören, als wir selbst reden." Dieses Zitat wird dem griechischen Philosophen Epiktet zugeschrieben. Fast 2000 Jahre später haben viele Menschen immer noch mit dieser fundamentalen Kommunikationsregel zu kämpfen. Es besteht kein Zweifel: Die Fähigkeit, aktiv und aufmerksam zuzuhören, ist die wirksamste Methode, um Einfluss zu nehmen. Wenn Sie gut zuhören können, werden Sie dazulernen. Und selbst, wenn Sie einige Dinge komplett anders sehen, wird Ihre Fähigkeit, die Argumente anderer Menschen verstehen zu können, diesen Menschen helfen.

8. Erledigen Sie Ihre Hausaufgaben. Vorbereitet zu sein, ist unverzichtbar. Niemand ist gewillt, seine Zeit zu verschwenden, weil jemand sich nicht vorbereitet hat. Genau dies ist der absolut sichere Weg, Vertrauen und Respekt zu verspielen. Vorbereitung ist auch eine Voraussetzung für Innovation. Der französische Chemiker Louis Pasteur hat es einmal so ausgedrückt: "Der Zufall begünstigt den vorbereiteten Geist."

9. Lernen Sie nicht die Tricks des Geschäfts. Verstehen Sie lieber, wie das Geschäft funktioniert. Es gibt keine Abkürzungen zum Erfolg. "Ein Traum wird nicht durch Magie zur Wirklichkeit. Dafür braucht es Schweiß, Zielstrebigkeit und harte Arbeit", hat der ehemalige US-Außenminister Colin Powell einmal gesagt. Finden Sie Ihre Berufung und finden Sie heraus, was Sie tun müssen, um herausragende Arbeit in diesem Feld abzuliefern. Erliegen Sie nicht der Versuchung, nach Abkürzungen zu suchen. Tatsächlich handelt es nämlich in der Regel um Sackgassen. Denken Sie daran: Nur wenige Menschen verwechseln auf lange Sicht den äußeren Schein mit der Realität.

10. Arbeiten Sie an Ihren Schwächen. Natürlich ist es wichtig, an den eigenen Stärken zu feilen. Aber Sie sollten auch versuchen, Ihre Schwächen zu erkennen und an diesen zu arbeiten. Im Laufe Ihrer Karriere werden Sie mit Sicherheit dazu gezwungen sein, Aufgaben zu erledigen, die Ihnen nicht liegen. Die Basketball-Legende Michael Jordan hat diesen Punkt einmal so formuliert: "Mein Einstellung ist: Wenn Sie mich auf etwas stoßen, dass Sie für eine Schwäche halten, werde ich diese vermeintliche Schwäche in eine Stärke verwandeln." Arbeiten Sie an Ihrer Selbstwahrnehmung. Nutzen Sie jede Gelegenheit für Reflexion, und nehmen Sie gutes Coaching an.

11. Netzwerken Sie so viel wie möglich. Ein alter Karrieretipp lautet: "Es geht nicht darum, wen Sie kennen. Sondern darum, wer Sie kennt." In der Praxis ist natürlich beides wichtig, also andere Menschen zu kennen und selbst über einen gewissen Bekanntheitsgrad zu verfügen. Weder das eine noch das andere reicht alleine aus. Sie müssen Beziehungen aufbauen, die sich für beide Seiten lohnen. Die Vorteile von guten Beziehungen in der Geschäftswelt sind vielfältig: Wenn Sie vernetzt sind, erhalten Sie wertvolle Ratschläge und Informationen und können Ihren Einfluss sichern. Denken Sie darüber nach, welche Beziehungen Sie aufbauen müssen, denn dafür müssen Sie einiges investieren. Behandeln Sie jede Beziehung wie ein Bankkonto: Sie müssen genau viel einzahlen, wie Sie hoffen, später einmal abzuheben.

12. Arbeiten Sie an Ihrer Authentizität. Überlegen Sie, was Sie empfinden, wenn Sie mit jemandem zu tun haben, der nicht authentisch ist: Möglicherweise ist das Mitleid, Ablehnung, aber sicher niemals Respekt. Denken Sie daran: Genau diese Gefühle werden andere Menschen empfinden, wenn Sie krampfhaft versuchen, jemand zu sein, der Sie einfach nicht sind. Das trifft besonders dann zu, wenn Sie krampfhaft versuchen, den Erwartungen und Wünschen anderer Menschen zu entsprechen. Der amerikanische Schriftsteller Edward E. Cummings hat es einmal so formuliert: "Der Versuch, niemand anderes zu sein, als man selbst - und das in einer Welt, die Tag für Tag nichts anderes versucht, als Menschen zu verändern - , das ist der härteste Kampf überhaupt, den Menschen führen können.

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Zum Autor
Jack Zenger und Joseph Folkman führen gemeinsam eine Beratung für Führungskräfteentwicklung. Sie sind die Autoren des HBM-Artikels "Machen Sie sich unentbehrlich" und des Buches "How to Be Exceptional: Drive Leadership Success by magnifying Your Strenghts"

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