15 Management-Krankheiten frei nach Papst Franziskus

12. Mai 2015
Tiziana Fabi / Getty Images

5. Teil: Duckmäuserei, Gleichgültigkeit, Leidensmiene

  1. 10. Die Krankheit, Vorgesetzte zu vergöttern: Das ist die Krankheit der Mitarbeiter, die Manager in höheren Positionen umschmeicheln in der Hoffnung, sich bei ihnen beliebt zu machen. Diese Opfer von Karrieredenken und Opportunismus verehren einzelne Personen [statt sich für die höhere Mission ihrer Organisation einzusetzen]. Sie denken immer nur daran, was sie bekommen können, und nicht daran, was sie geben sollten - kleinliche Menschen, unglücklich und nur von ihrem eigenen tödlichen Egoismus beseelt. Diese Krankheit kann auch Führungskräfte treffen, nämlich dann, wenn sie versuchen, ihre Mitarbeiter zu Loyalität und unterwürfigem Verhalten zu zwingen und in eine psychische Abhängigkeit zu treiben. Das Endergebnis ist stets eine ungesunde Komplizenschaft.
  1. 11. Die Krankheit der Gleichgültigkeit gegen andere - wenn jeder Manager nur an sich selbst denkt und die Aufrichtigkeit und Wärme [echter] zwischenmenschlicher Beziehungen aus den Augen verliert. Das kann auf vielerlei Art und Weise geschehen: zum Beispiel, wenn ein kenntnisreicher Mitarbeiter sein Wissen nicht in den Dienst weniger versierter Kollegen stellt; wenn man etwas Gelerntes für sich behält, statt es an andere Menschen weiterzugeben und ihnen damit zu helfen; und wenn man aus Neid oder Arglist Freude daran hat, andere Menschen fallen zu sehen, statt ihnen aufzuhelfen und sie zu ermutigen.
  1. 12. Die Krankheit der "Leidensmiene". Das ist das Problem der Griesgrämigen und Mürrischen, die meinen, um ein ernsthafter Mensch zu sein, müsse man ein schwermütiges, strenges Gesicht aufsetzen und andere - vor allem jene, die man für niedriger gestellt hält - mit Strenge, Härte und Arroganz behandeln. Theatralische Strenge und steriler Pessimismus sind in Wirklichkeit oft nur Symptome von Angst und Unsicherheit. Eine Führungskraft muss sich bemühen, stets höflich, ausgeglichen, fröhlich und begeisterungsfähig zu sein - ein Mensch, der Freude ausstrahlt. Ein glückliches Herz verbreitet überall eine ansteckende Lebensfreude: Solche Menschen erkennt man auf Anhieb. Diese fröhliche, humorvolle, manchmal sogar selbstironische Haltung, die uns selbst in schwierigen Situationen liebenswert macht, sollte eine Führungspersönlichkeit niemals verlieren. Eine gesunde Dosis Humor ist so wohltuend!

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Kommentare
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MarcoHass 15.05.2015

Witzig! Die teilweise überzogenen Darstellungen helfen dem Leser ein tieferes Verständnis für die Kernaussage dieses Artikels zu erhalten. Doch Papst- und Demutsforderungen für sich werden "kranke" Führungskräfte nicht heilen. Dazu braucht es äußere Dissonanz und Autokratie sowie optimaler Weise auch noch innere Offenheit und Willen, "Heilung" (Veränderungen) zu zulassen. Die häufigste Strategie von darunter Leidenden ist Aussitzen, Klappe halten, Kuschen und Dienst nach Vorschrift. Die Wurzeln der genannten Krankheiten können meiner Meinung nach, bei den vorhandenen Dominanzhierarchien, durch Revolution oder evolutionäres Umdenken in Aufsichtsgremien und Top Management herbeigeführt werden. Einen dritten Weg sehe ich noch im Zusammenbruch der Weltwirtschaft (äußere Dissonanz). Mein Fazit zu diesem und anderen Beiträgen die sich mit Führungsdefiziten beschäftigen ist, dass diejenigen, die diese Probleme verursacht haben meistens nicht diejenigen sind, die diese auch wieder lösen. Ohne revolutionäres oder evolutionäres HANDELN geht jedoch gar nichts. MarcoHass et aol com

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