Eine kurze Geschichte des Personalmanagements

Geschichte:

16. März 2017

Mit den Fabriken entstand das Management und damit etablierte sich auch die Personalführung als eigener Bereich im Unternehmen. Die Grafik zeigt die Arbeitslosenquote zwischen 1900 und 2010, die höchsten Ausschläge in den 1930er Jahren betrugen 24 Prozent; der Rest liegt meist zwischen 5 und 10 Prozent (2009). Die Daten beziehen sich auf den amerikanischen Arbeitsmarkt.

100 Jahre Personalwesen

 

100 Jahre Personalwesen

Anfang des 20. Jhs.: Geburtsstunde des Personalwesens als Konzernfunktion. Nachdem Stahl und Öl die US-Wirtschaft im 19. Jahrhundert transformiert haben, ist klar, dass das Management der Arbeitnehmer eine eigene Unternehmensfunktion werden muss.

20er Jahre: Die Wirtschaft boomt, und gute Arbeitskräfte sind schwer zu bekommen und noch schwerer zu halten. Das Personalwesen sagt den Vorgesetzten, dass sie ihre Mitarbeiter gut behandeln sollen.

30er Jahre: Während der Weltwirtschaftskrise fahren die Vorgesetzten einen harten Kurs gegenüber den Arbeitnehmern. Das Personalwesen empfinden sie als Hindernis. Die Arbeiter lassen fast alles mit sich machen. Personalentwicklung findet praktisch nicht statt.

50er Jahre: Nach dem Zweiten Weltkrieg kämpft die US-Industrie mit einem beispiellosen Arbeitskräftemangel. Ein Drittel der Topmanager stirbt, und es gibt keine Nachfolger. Die Personalabteilungen erfinden daher eine Vielzahl revolutionärer Einstellungs- und Entwicklungsprogramme.

70er Jahre: Die Konjunktur kühlt ab, und Arbeitskräfte gibt es wieder reichlich. Die Unternehmen streichen nach und nach all die Programme, mit denen sie nach dem Krieg Personal angelockt und ausgebildet haben.

Anfang der 80er Jahre: Die USA rutschen in eine tiefe Rezession, die Arbeiter klammern sich an ihre Jobs. Statt in das Personalwesen zu investieren, übertragen die Unternehmen Neueinstellungen und Personalentwicklung den Linienmanagern, die weder die Zeit noch die entsprechende Ausbildung haben.

Ende der 90er Jahre: Im Dotcom-Boom konkurrieren die Unternehmen erbittert um die Gunst der Arbeitskräfte, um ihren steigenden Personalbedarf decken zu können. Das Personalwesen erlebt kurzzeitig wieder eine Blüte, wobei es primär um Personalbeschaffung und Mitarbeiterbindung geht.

2001: Als die Dotcom-Blase platzt und die Wirtschaft einbricht, sehen die Unternehmen keine Veranlassung, Personal einzustellen. Die Produktivität steigt, Löhne und Gehälter stagnieren, und das Personalwesen verliert den Einfluss, den es im Boom hatte.

2015: Die Auswirkungen der Krise des Jahres 2008 sind noch nicht ganz überwunden, und die meisten Menschen mit einem festen Arbeitsplatz trauen sich noch nicht zu kündigen. Deshalb sehen die Topmanager bislang keinen großen Bedarf an Personalprogrammen. Die Personalabteilung muss Initiativen gut begründen.

 

Quelle: Bureau of Labour Statistics  

Die Personalabteilung steht seit Jahren in der Kritik. In unserer Edition Personalmanagement fassen wir die Debatte zusammen und zeigen, wie die Zukunft für Human Resources aussieht. Schließlich belegen Beispiele, dass der CHRO durchaus derjenige sein kann, der eine neue Geschäftstrategie möglich macht.


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