Warum harte Hunde gefährlich sind

Führung:

Von Anke Houben und Kai W. Dierke
8. Oktober 2013

Harter Hund: Viele junge Manager setzen auf Dominanz
Corbis

Harter Hund: Viele junge Manager setzen auf Dominanz

Noch vor einem Jahr schien es, als hätten die Alpha-Manager in den Unternehmensspitzen umgedacht: Eine globale IBM-Studie hatte gezeigt, dass für 58 Prozent der CEOs "Führung im Team" zu den drei wichtigsten Kompetenzen an der Unternehmensspitze zählt.

Und nun das: Nach einer aktuellen Studie des Instituts für Psychologie der Universität Oldenburg ist jeder dritte Chef in Deutschland ein "harter Hund" - er oder sie handelt vor allem zahlengetrieben, ist dominant im Auftreten, macht klare Ansagen und ist überzeugt, dass Empathie im Geschäftsleben fehl am Platze ist. Was besonders schwer wiegt: Es sind keineswegs nur die alten Helden, die als kampferprobte Alpha-Tiere auf Dominanz und Härte setzen - die harten Hunde finden sich gerade unter den jungen Aufsteigern unter 44 Jahren.

Diese Aufsteiger scheinen von der Idee angetan, an der Spitze könnten sie endlich - wie einer unserer Klienten es ausdrückte - auf "dieses ganze softe Team-Gedöns" verzichten und "konsequent durchmanagen".

Stärken als Schwächen

Diese Situation begegnet uns in unserer Arbeit mit Top-Management-Teams nur allzu häufig in Form des sogenannten Alpha-Male-Syndroms: Unter dem besonderen Druck an der Unternehmensspitze kippen die Stärken, mit denen es die erfolgreichen jungen Alpha-Manager nach ganz oben geschafft haben, in Schwächen um. Selbstsicherheit mutiert zu Macht-Arroganz und einschüchternder Dominanz, ausgeprägter Leistungswille steigert sich zur eigenen Überforderung oder der anderer, analytische Stärke wird zu verbissener Rechthaberei.

Buddhisten bezeichnen diese Schwächen als die "nahen Feinde" der Stärken, aus denen sie entstehen. Alpha-Manager sind für jedes Unternehmen ein zweischneidiges Schwert: unverzichtbare Ressource - aber auch unkalkulierbares Risiko.

Das Alpha-Male-Syndrom ist weit mehr als nur unangenehm für die Mitglieder des Teams - es vernichtet Werte im Unternehmen. Durch ihr dominantes Verhalten lassen Alpha-Manager eine der wichtigsten Ressourcen ungenutzt: die gemeinsame Führungsleistung des Teams an der Spitze. In unserer Arbeit beobachten wir immer wieder, dass Alpha-Manager in ihrer Führung einem fatalen Irrtum erliegen: Sie überschätzen die individuelle rationale Problemlösungskompetenz - und unterschätzen produktive Teamarbeit an der Spitze und ihre Vorbildwirkung.

Die Gefahren sind offensichtlich: Spätestens die globale Finanzkrise hat allen Akteuren vor Augen geführt, dass die überwältigende Komplexität an der Unternehmensspitze nicht mehr von einzelnen Helden, sondern nur im Team zu bewältigen ist.

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Unregistriert 08.10.2013

kleinster gemeinsamer Nenner
ist das Resultat von Tramführung. Innovationen werden "gemainstreamt" bis sie nur noch Innovatiönchen sind, Strategieentscheidungen werden gemittelt, bis die Firma Einheitsbrei produziert. Ich glaube, Mitarbeiter wollen Visionen eines klaren Entscheiders, denen sie folgen können und nicht endlose Debatten, an deren Ende nichts herauskommt ...

DaDa 08.10.2013

Zitat von Unregistriertist das Resultat von Tramführung. Innovationen werden "gemainstreamt" bis sie nur noch Innovatiönchen sind, Strategieentscheidungen werden gemittelt, bis die Firma Einheitsbrei produziert. Ich glaube, Mitarbeiter wollen Visionen eines klaren Entscheiders, denen sie folgen können und nicht endlose Debatten, an deren Ende nichts herauskommt ...
Blöd halt, wenn der Entscheider so schlau ist, dass niemand im Unternehmen seine klaren Entscheidungen und Visionen verstehen, nachvollziehen und vor allem umsetzen kann.

Unregistriert 08.10.2013

Da hast Du bestimmt Recht!
Aber das ist nicht ein Problem des Führungsstils ... sondern der Führungsperson an sich ... oder? Eine Teamentscheidung macht schlechte Entscheidungen nicht automatisch besser (s. aktuelle Studienberichte Manager Magazin) ... gute Führung kann also sowohl "diktatorisch" wie auch kooperativ funktionieren - denke ich - wenn die Köpfe an sich taugen ...

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