Zentralen sollen vernetzen

Konzerne:

6. September 2018
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Nicht Brexit, Donald Trump oder Handelskrieg, sondern die digitale Transformation bereitet Konzernzentralen derzeit die meisten Sorgen. Das hat eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Roland Berger ergeben. 27 Prozent der 300 befragten Manager sahen im digitalen Wandel die größte Herausforderung.

Die Teilnehmer der Studie kamen aus elf Nationen, ein Großteil stammte aus Deutschland. In der Umfrage konnten sie aus sechs Megatrends auswählen, die Roland Berger zuvor identifiziert hatte. An zweiter Stelle kam das Thema Innovationskraft (21 Prozent), gefolgt von Nachhaltigkeit (15 Prozent), Globalisierung (15 Prozent) und dem War for Talent (14 Prozent). Geopolitische Herausforderungen landeten mit 8 Prozent auf dem letzten Platz. Nur britische Manager stuften diesen Trend mit 15 Prozent als wichtiger ein - hier wirft der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union seine Schatten voraus.

Eine Kernfrage der Untersuchung lautete: Was zeichnet die besten Unternehmenszentralen aus? Eine frühere Roland-Berger-Studie hatte ergeben, dass einige wertschaffende Fähigkeiten ("value-adding capabilities") für ihren Erfolg entscheidend sind (wie Innovationsförderung, Komplexitätsmanagement oder strategische Führung). Denen gegenüber stehen eher verwalterische Tätigkeiten, sogenannte Basisfähigkeiten - beispielsweise Finanzbuchhaltung, Reporting und Portfoliomanagement.

Aus der diesjährigen Untersuchung konnten die Autoren nun einen Zusammenhang zwischen der Beherrschung der wertschaffenden Fähigkeiten und dem wirtschaftlichen Erfolg nachweisen. Dafür fragten sie zweierlei ab: Wie stark schätzten die Manager die Leistung ihrer Zentralen im Vergleich zur Branchenkonkurrenz ein? Und als wie gut stuften sie die Zentralen bei den verschiedenen Fähigkeiten ein? Das Ergebnis: Die wirtschaftlich erfolgreichsten Unternehmen kamen auf deutlich höhere Werte bei den wertschaffenden Fähigkeiten, während sie sich bei den Basisfähigkeiten nur wenig von den leistungsschwächeren Unternehmen absetzten.

Wie lassen sich diese Erkenntnisse deuten? Tim Zimmermann, Senior Partner bei Roland Berger und einer der Studienautoren, zieht folgende Schlussfolgerung: "Die meisten Zentralen sehen ihre Aufgabe fast ausschließlich in der Verwaltung. Unsere Untersuchung belegt, dass dieser Weg nicht zum wirtschaftlichen Erfolg führt", sagt Zimmermann. "Die besten Headquarter lagern die administrativen Tätigkeiten tendenziell eher aus. Sie zielen vielmehr auf die effiziente Vernetzung dezentral angesiedelter Funktionen ab. Ihr Hauptaugenmerk aber richten sie darauf, die Megatrends der Zukunft zu begleiten: Sie setzen ihre Kapazitäten ein, um die Innovationskraft zu stärken, die Digitalisierung voranzutreiben und für strategische Führung zu sorgen."

Quelle: Tim Zimmermann et al.: "Corporate Headquarters Study - #CHQbyDesign", Studie von Roland Berger, 2018


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