Mitarbeiterbindung steigt

Personal:

Von Christina Kestel
31. März 2014
Positive Nachrichten aus den Büroetagen: Das Engagement der Mitarbeiter steigt
Corbis

Positive Nachrichten aus den Büroetagen: Das Engagement der Mitarbeiter steigt

Es ist die erste positive Nachricht seit Jahren: Der Anteil der inneren Kündigungen deutscher Arbeitnehmer ist im Vergleich zum Vorjahr von 24 Prozent auf 17 Prozent gesunken. Gleichzeitig leisten 67 Prozent der Mitarbeiter Dienst nach Vorschrift, sechs Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Zahl der stark Engagierten stieg von um ein Prozent auf 16 Prozent.

Die Gründe für diese Trendwende erklärt Marco Nink, Senior Practice Consultant bei Gallup, folgendermaßen: "In vielen Unternehmen scheint sich die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass die Qualität der Führung und die Unternehmenskultur entscheidend sind, um die Mitarbeiter zu binden." Das lässt sich auch an den von Gallup erhobenen Zahlen ablesen: Gefragt nach der Führungsqualität ihres direkten Vorgesetzten, waren 67 Prozent im Großen und Ganzen zufrieden. Das wirkt sich auch auf die Treue zum Unternehmen aus. Ganze 93 Prozent der stark engagierten Mitarbeiter wollen in einem Jahr noch in ihrem Unternehmen tätig sein, bei den Mitarbeitern mit geringerer oder keiner Bindung planen es noch 76 Prozent respektive 45 Prozent.

Auch bei der Qualität des Arbeitsumfeldes scheint es positive Entwicklungen gegeben zu haben. Ein Viertel der Arbeitnehmer ist der Meinung, dass sich ihr Arbeitgeber für ihr allgemeines Wohlbefinden interessiert, mehr als die Hälfte der Unternehmen bietet inzwischen Programme zur Gesundheitsförderung an.

Der Gallup Engagement-Index wird seit 2001 jährlich erstellt und weist den Grad der emotionalen Bindung von Mitarbeitern sowie deren Arbeitsmotivation aus. Insgesamt wurden 1368 Arbeitnehmer zum Thema Arbeitsumfeld und Führung telefonisch im Mai, Juni sowie im November 2013 interviewt. Die Studie gilt als repräsentativ für die Zahl der in Deutschland tätigen Arbeitnehmer über 18 Jahre.

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Kommentare
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aaronmink 03.04.2014

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r-p-hennecke 04.04.2014

Eine Vielzahl von Unternehmen in Deutschland führen in den letzten Jahren Mitarbeiterbefragungen durch. Je nach Größe des jeweiligen Unternehmens ist die Struktur der Befragung ähnlich der des Beratungshauses Gallup. Bei intensiver Betrachtung der Ergebnisse ergibt sich dabei das folgende Bild: bei den Mitarbeitern gibt es eine Rangfolge in der Wichtigkeit der Themen zur Ausprägung des persönlichen Engagement. Zunächst sind es Sicherheitsthemen in Rahmenbedingungen zum Arbeitsplatz: Sicherheit des Arbeitsplatzes, Stabilität der Arbeitsbedingungen und Sicherheit der Gehaltsentwicklung. Die Situation der deutschen Wirtschaft war in den letzten Jahren durch gute Rahmendaten geprägt. Dieses führte zu einer Steigerung der Unternehmensgewinne und einer günstigen Prognose hinsichtlich der vorausschaubaren wirtschaftlichen Entwicklung. Massiv Veränderungen standen in den Firmen nicht an. Also eine überwiegend ruhige Wirtschaftslage und somit kaum Veränderungen im persönlichen Arbeitsbereich der Mitarbeiter in den Unternehmen sowie eine eindeutige Gehaltsentwicklung. Werden diese Rahmenbedingungen als gesichert betrachtet wandert der Fokus der Mitarbeiter auf andere Themen: Flexible Arbeitszeitmodelle, Umgang mit Gesundheitsthemen, Beteiligung an der Gestaltung des Arbeitsumfeldes, Wahrnehmung/Wertschätzung des Beitrages der eigenen Person. In Wirtschaftsjahren mit steigenden Entwicklungsindizes sind Unternehmen tendenziell offen für Weiterentwicklungen zum Thema Arbeitszeitmodelle (Personalbeschaffung/Work-Life-Balance), wobei teilweise bei Schichtbetriebsmodellen eine extreme individualisierte Ausrichtung betrieben wird (meines Erachtens total überzogen) sowie zum Thema Gesundheitsmanagement. Hinsichtlich der Gestaltung Arbeitsumfeld und Wahrnehmung bzw. Wertschätzung zeigt sich ein positives Ergebnis im Trend der Führungskräfteentwicklung in Deutschland. Bei situativen Status-Quo-Bestimmungen und/oder geplanten Veränderungen verhalten sich Vorgesetzte verstärkt als Moderator des geplanten Entwicklungsprozesses. Darüber empfinden die Mitarbeiter die Einbindung als zusätzliche Belastung im Tagesgeschäft, aber die ausgedrückte persönliche Wertschätzung, im Prozess mit der eigenen Meinung beteiligt zu sein, wirkt stärker. Wie kann man da noch sagen, deutsche Führungskräfte können sich nicht entwickeln?

r-p-hennecke 07.04.2014

Eine Vielzahl von Unternehmen in Deutschland führen in den letzten Jahren Mitarbeiterbefragungen durch. Je nach Größe des jeweiligen Unternehmens ist die Struktur der Befragung ähnlich der des Beratungshauses Gallup. Bei intensiver Betrachtung der Ergebnisse ergibt sich dabei das folgende Bild: bei den Mitarbeitern gibt es eine Rangfolge in der Wichtigkeit der Themen zur Ausprägung des persönlichen Engagement. Zunächst sind es Sicherheitsthemen in Rahmenbedingungen zum Arbeitsplatz: Sicherheit des Arbeitsplatzes, Stabilität der Arbeitsbedingungen und Sicherheit der Gehaltsentwicklung. Die Situation der deutschen Wirtschaft war in den letzten Jahren durch gute Rahmendaten geprägt. Dieses führte zu einer Steigerung der Unternehmensgewinne und einer günstigen Prognose hinsichtlich der vorausschaubaren wirtschaftlichen Entwicklung. Massiv Veränderungen standen in den Firmen nicht an. Also eine überwiegend ruhige Wirtschaftslage und somit kaum Veränderungen im persönlichen Arbeitsbereich der Mitarbeiter in den Unternehmen sowie eine eindeutige Gehaltsentwicklung. Werden diese Rahmenbedingungen als gesichert betrachtet wandert der Fokus der Mitarbeiter auf andere Themen: Flexible Arbeitszeitmodelle, Umgang mit Gesundheitsthemen, Beteiligung an der Gestaltung des Arbeitsumfeldes, Wahrnehmung/Wertschätzung des Beitrages der eigenen Person. In Wirtschaftsjahren mit steigenden Entwicklungsindizes sind Unternehmen tendenziell offen für Weiterentwicklungen zum Thema Arbeitszeitmodelle (Personalbeschaffung/Work-Life-Balance), wobei teilweise bei Schichtbetriebsmodellen eine extreme individualisierte Ausrichtung betrieben wird (meines Erachtens total überzogen) sowie zum Thema Gesundheitsmanagement. Hinsichtlich der Gestaltung Arbeitsumfeld und Wahrnehmung bzw. Wertschätzung zeigt sich ein positives Ergebnis im Trend der Führungskräfteentwicklung in Deutschland. Bei situativen Status-Quo-Bestimmungen und/oder geplanten Veränderungen verhalten sich Vorgesetzte verstärkt als Moderator des geplanten Entwicklungsprozesses. Darüber empfinden die Mitarbeiter die Einbindung als zusätzliche Belastung im Tagesgeschäft, aber die ausgedrückte persönliche Wertschätzung, im Prozess mit der eigenen Meinung beteiligt zu sein, wirkt stärker. Wie kann man da noch sagen, deutsche Führungskräfte können sich nicht entwickeln?

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