7 Fähigkeiten, die keine Maschine beherrscht

Digitalisierung:

Von Adam J. Gutstein und John Sviokla
24. Januar 2019
Rami Niemi für Harvard Business Manager

Young Professionals sind in einer Zeit rasanten technologischen Wandels aufgewachsen. Sie haben den Aufstieg des Internets miterlebt, die Erfindung des Smartphones und die Entwicklung von Systemen für maschinelles Lernen. All diese Fortschritte lassen vermuten, dass eines Tages unser komplettes Leben automatisiert sein wird - auch unsere Arbeit und das Geschäftsleben. Kein Wunder also, dass junge Menschen sich um ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt Sorgen machen.

Als Führungskräfte haben wir, Adam und John, unser Leben lang digitale Technologien in allen möglichen Unternehmen bewertet und eingeführt. Darum fragen uns junge Menschen oft: "Was soll ich heute lernen, damit ich in Zukunft noch einen Job habe?"

Im folgenden Text stellen wir Ihnen sieben Fähigkeiten vor, mit denen Sie nicht nur die Gefahr verringern, durch eine Maschine ersetzt zu werden, sondern mit denen Sie sich grundsätzlich attraktiv für Arbeitgeber machen - egal was die Zukunft bringt.

1. Kommunikation

In einer Welt, in der die Mediennutzung erwachsener US-Bürger fast zwölf Stunden am Tag ausmacht, sind Kommunikationsfähigkeiten unerlässlich. Damit können wir die Aufmerksamkeit anderer Menschen wecken und sie zum Handeln zu bewegen.

Die grundlegendste Form der Kommunikation besteht darin, eine überzeugende Geschichte zu erzählen. Die gute Nachricht für den Wettbewerb am Arbeitsmarkt: Die meisten Menschen vertrauen schlechter Software, statt selbst zu denken - was zum bekannten "Death by PowerPoint" führt. Überzeugende Geschichtenerzähler dagegen verwenden sowohl weiche als auch harte Informationen, anstatt nur Fakten aufzulisten. Das gilt beispielsweise für Albert Einstein, der seine Relativitätstheorie mit der Vorstellung erklärte, er fahre in einem Zug, der sich der Lichtgeschwindigkeit annähere. Es gilt auch für John F. Kennedy, der aus einer Predigt des Puritaners John Winthrop zitierte: "Wir müssen davon ausgehen, dass wir wie eine Stadt auf einem Hügel sein sollen. Die Blicke aller Menschen richten sich auf uns."

In wirksamer Kommunikation verbinden sich Erzählung und Fakten, Rhetorik und Wissenschaft. Sie nutzt die Emotionen anderer Menschen, um ein Thema oder eine Initiative in Angriff zu nehmen. Zwar gibt es schon Versuche, Roboter Geschichten schreiben zu lassen, und der Einfluss von Robotern auf Fake News und Echokammern ist unbestreitbar groß. Doch die Fähigkeit zu überzeugender Kommunikation wird auch in Zukunft sehr gefragt und schwer zu automatisieren sein.

2. Inhalte

Natürlich muss sich Kommunikation um ein bestimmtes Thema drehen. Und wenn Sie viel über ein spezielles Fachgebiet wissen, haben Sie eine breite Grundlage, auf die Sie zurückgreifen können. Wenn Sie darüber hinaus die Dynamiken Ihres Fachgebiets kennen, besitzen Sie ein Wissen, das sich niemand nur mithilfe von Google anlesen kann. Mehr noch: Wenn Sie sich einen Ruf als exzellenter Kenner Ihres Fachgebiets erarbeitet haben, wird er sich immer weiter verbreiten und Ihnen dank Ihres Insiderstatus bevorzugten Zugang zu neuem Wissen und neuen Informationen verschaffen.

In den akademischen Dienstleistungsberufen wie Unternehmensberater oder Rechtsanwalt können Experten zu ihren eigenen Bedingungen arbeiten. Zum Beispiel Rohit Kumar, der bei der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung PwC (wo wir Autoren ebenfalls zusammengearbeitet haben) die National Tax Policy Services leitet. Kumar ist im US-Kongress und unter global arbeitenden Steuerexperten bekannt, weil er über ein tiefes und breites Wissen zum Thema verfügt. Zudem durchdringt er die Dynamik, wie sich Steuerpolitik jetzt und in Zukunft verändert. Auch hier werden jene Menschen den Robotern immer einen Schritt voraus sein, die Fachwissen mit der Fähigkeit kombinieren können, neues Wissen zu verbreiten.

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