Die letzten zehn Minuten des Tages

Erholung:

Von Ron Friedman
28. Juli 2015
Corbis

Wenn man morgens noch ein wenig kaputt ist, tun wir das gerne als lästige Sache ab, doch die Realität sieht anders aus: Zu wenig Schlaf schlägt auf die Stimmung, schwächt das Gedächtnis und erschwert den ganzen Tag lang die Entscheidungsbereitschaft. Man hat Konzentrationsprobleme, denkt weniger flexibel als sonst und ist anfälliger für Angstgefühle. (Das erklärt übrigens auch, warum nachts um eins manche Probleme viel dramatischer scheinen als am nächsten Morgen: Sind wir müde, verstärkt unser Gehirn die Furcht.) Wer schläfrig am Arbeitsplatz erscheint, dem gehen die Aufgaben gefühlt deutlich schwerer und langsamer von der Hand. Einer Studie zufolge sind wir mit Schlafmangel bei der Arbeit genauso wenig zu gebrauchen wie betrunken.

Zahlreichen Versuchen zum Trotz lässt sich fehlender Schlaf übrigens nicht durch Koffein kompensieren. Natürlich kann ein doppelter Café Latte für mehr Wachsamkeit sorgen, aber gleichzeitig steigt der Stresspegel und man ist angespannter und entsprechend weniger imstande, sich auf andere einzulassen. Kaffee kann zudem kreatives Denken erschweren.

Es ist ganz simpel: Um Bestleistungen abzuliefern, muss unser Körper erholt sein. Und hier lässt sich eine wichtige Lektion ableiten: An den Tagen, an denen wir richtig glänzen, wurde die Saat zumeist in der Nacht davor gelegt.

Die Willenskraft schläft lange vor uns ein

Die meisten von uns können nicht so spät aufstehen, wie sie es gerne wollten, deshalb bleibt nur die Möglichkeit, am anderen Ende anzusetzen und früher ins Bett zu gehen. Aber das tun wir nicht. Warum bloß? Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens sind wir tagsüber so auf Trab, dass wir meistens nur spät am Abend etwas Zeit zum Runterkommen und für uns finden. Deshalb bleiben wir lange auf, denn es ist unsere einzige Verschnaufpause. Zweitens haben wir, wenn wir müde sind, weniger Willenskraft . Entsprechend schwer können wir uns dazu durchringen, ins Bett zu gehen.

Wie also gelingt es, eher ins Bett zu gehen und länger zu schlafen? Hier einige Empfehlungen aus wissenschaftlichen Untersuchungen:

Legen Sie als Erstes eine genaue Zeit fest, wann Sie ins Bett gehen wollen. Seien Sie konkret. "So früh wie möglich" ist nur schwer realisierbar, denn wann genau ist das? Es fehlt also die Vorstellung, wann das Ziel erfolgreich erreicht wurde. Überlegen Sie sich lieber, wann Sie morgen früh aufstehen müssen, und rechnen Sie von dort zurück. Versuchen Sie, auf acht Stunden Schlaf zu kommen. Klingelt der Wecker um 6 Uhr 45, sollten Sie also entsprechend anpeilen, um spätestens 22 Uhr 45 das Licht zu löschen.


Wie Mitarbeiter gesund und produktiv bleiben, lesen Sie in unserer Edition "Der fitte Manager".

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