Lachende Gewinner

Emotionen:

Von Ingmar Höhmann
28. August 2018
DPA
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Wer auf Fotos lacht, ist also erfolgreicher. Aber ist es nicht umgekehrt: Wer Erfolg hat, lacht auch mehr?

Hopfensitz: Erfolgreich waren ja auch diejenigen, die ein ärgerliches Gesicht zeigten. Das Ergebnis lässt sich also nicht darauf zurückführen, dass nur erfolgreiche Fußballer glücklicher sind.

Aber sie verdienen mehr. Geld schießt Tore, sagt man. Tore machen erfolgreich. Erfolg macht glücklich.

Wir haben per Regressionsanalyse andere Faktoren ausgeschlossen, auch den Verdienst. Diejenigen, die reicher sind, zeigen tatsächlich andere Gesichtsausdrücke. Dennoch kann dies den Effekt nicht erklären. Die dargestellten Emotionen hingen auch nicht mit individuellem Erfolg, sondern mit dem Erfolg der Gruppe zusammen. Richtig ist also: Teams, die Emotionen zur Schau stellen, waren erfolgreicher.

Sind emotionalere Menschen einfach glücklichere Menschen? Und glücklichere Menschen sind erfolgreicher?

Aus Fotos lässt sich nicht unbedingt ableiten, dass jemand glücklicher ist. Es ist ein Unterschied, ob man Emotionen zur Schau stellt oder sie erlebt. Viele Menschen wollen ihre Gefühle gar nicht nach außen zeigen.

Unsere Hypothese ist, dass Teams, die Emotionen zur Schau stellen, besser wissen, welche interne Strategie sie verfolgen. Sie sind sich einiger, auf welches Ziel sie hinarbeiten.

Und wenn alle im Team böse gucken?

Das ist eine interessante Frage. Eigentlich will man nicht verärgert aussehen, das ist unattraktiv. In den Teams, in denen Spieler grimmige Gesichtsausdrücke zeigen, passiert Folgendes: Sie denken, es ist akzeptabel, so zu schauen, weil es ihre Rolle in dem Team darstellt. Ihnen ist es weniger wichtig, individuell gut auszusehen.

Wer lacht mehr: Stürmer oder Torwart?

Stürmer - und offensive Mittelfeldspieler. Sportpsychologische Studien haben ergeben, dass die Rolle, die jemand in einem Team spielt, mit der Persönlichkeit zusammenhängt. Offensivere Spieler nehmen mehr Risiko in Kauf, sie stürmen wortwörtlich nach vorn. Das spiegelt sich im Lachen wider und ist mit Optimismus, Selbstvertrauen und Kreativität verbunden. Torhüter und Verteidiger sollen vertrauenswürdig sein. Sie geben ihrer Mannschaft Rückendeckung.

Manuel Neuer lacht auf Fotos gar nicht, stürmt aber gern nach vorn.

Das stimmt. Aber von der Statistik kann man nicht auf den Einzelfall schließen.

Lachen Fußballer heute mehr?

Ja. Wir haben uns Fotos seit den 70er Jahren angeschaut. Das Lachen nimmt zu, die ärgerlichen Ausdrücke werden weniger. Das kann damit zu tun haben, dass sich die Ansprüche an Fotos verändert haben. Man ist heute ständig präsent, immer ist eine Smartphonekamera in der Nähe.

Vielleicht sind Fußballer heute auch mehr Selbstdarsteller als früher.

Auf jeden Fall. Das konnten wir bei den Fußball-Weltmeisterschaften gut beobachten. Manche Teams haben immer teilgenommen, andere sich nur selten oder gar einmal qualifiziert. Diejenigen, die oft dabei sind, haben viel ausdrucksvollere Fotos. Das macht wohl die Erfahrung mit dem Business, das der Fußball heute ist.

Wie schaut die deutsche Elf drein?

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Das vollständige Interview mit Astrid Hopfensitz lesen Sie im aktuellen Harvard Business Manager.


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    Ingmar Höhmann ist leitender Redakteur des Harvard Business Managers.
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