Das Comeback einer alten Tugend

Führung:

Von Dan Pallotta
26. März 2014
Corbis

In Kürze: Geschichten wie jene vom American-Apparel-CEO Dov Charney, der einen Mitarbeiter einmal mit beiden Händen gewürgt haben soll, werden gerne weitererzählt. Kein Wunder: Nähren sie doch die Mär des cholerischen, aber extrem erfolgreichen Management-Genies. Autor Dan Pallotta widerlegt im folgenden Artikel diesen Nimbus. Ein cholerischer Chef könne zwar durchaus ein guter Stratege sein, doch ein schlechter Charakter sei keinesfalls ein Zeichen für Führungsstärke. Das Gegenteil sei sogar der Fall: Eine Führungskraft, die sich über Einschüchterungstaktiken Respekt verschaffen müsse, habe noch gehörig Nachholbedarf bei den Themen Mitarbeitermotivation und Personalführung.

Anschaulich erklärt Pallotta, warum Fürsorglichkeit und Führungsstärke dagegen recht gut zusammen passen - wobei ihm die Definition des Begriffes Fürsorge dabei sehr wichtig ist. Lesen Sie, warum Fürsorge eine Kernkompetenz guter Manager ist.

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Kommentare
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Oliver Marquardt 30.03.2014

Komisch, dass das noch niemand kommentiert hat! Sehr schöner Artikel. Ein verdammt wichtiges Thema, das merkwürdigerweise viel zu häufig links liegen gelassen wird. Unternehmen können nicht einfach annehmen, dass jemand gut führt nur weil er entsprechende Karrierereferenzen vorweist oder sich gut verkauft. Eignungstests sind zwar ein guter Filter, aber ersetzen nicht ein offenes Gespräch, das den Leuten auf den Zahn fühlt. Hier wähnen sich zu viele Personalmanager als unzweifelbare Instanz von Könnern in ihrem Fach. Mitarbeiter aus der entsprechenden Abteilung mit im Gespräch zu haben ist genauso nützlich, wie externe Analysten. Auch ist die regelmäßige Kontrolle seiner bereits tätigen Führungskräfte extrem wichtig. Wer heute kein Qualitätsmanagement für sein Führungspersonal hat, der hat morgen garantiert das Nachsehen. Den gute Arbeitskräfte lassen nicht mit sich umspringen, als wären sie Menschen zweiter Klasse. Ein Problem vieler Egomanen in verantwortlichen Positionen ist ihre umfassende pädagogische Schwäche. Führungsqualitäten entstehen durch Charisma und Einfühlungsvermögen, sowie ein Verständnis für Menschlichkeit. Ein leidenschaftlicher Sportlehrer, der BWL-Quereinsteiger ist, kann z.B. eine bessere gute Führungskraft sein, als viele studierte Jungmanager mit 10 Auslandsaufenthalten und nur 1en in den Zeugnissen! Gerade intelligente und gewinnbringende Mitarbeiter durchschauen Blender und psychopathische Manipulateure sehr schnell. Das führt zu mangelndem Respekt und der Wechsel in ein anderes Unternehmen ist nur noch eine Frage der Zeit. Anders denken. Modern denken. Menschlich denken. Jeder Vorstand und Inhaber muss sich fragen, wie sehr er den Abfluss wertvoller Mitarbeiter riskieren möchte und was er für moderne Führung und modernes Personalmanagement aktiv tun kann.

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