Chance für eine bessere Kultur

Editorial:

Von Christoph Seeger
17. April 2018
Getty Images

Wohl kaum etwas ist für Unternehmen heute wichtiger als die vertrauensvolle Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter. Die #MeToo-Debatte hat offengelegt, dass dies vielerorts nicht möglich ist. Die Verunsicherung ist groß: Viele Frauen beschweren sich über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, viele Männer sehen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Führungskräfte und Personaler stehen nun in der Pflicht, darauf richtig zu reagieren. In dieser "NotHere"-Haltung liegt die Chance, eine bessere und produktivere Unternehmenskultur zu schaffen.

In unserem Schwerpunkt erklären unsere Autoren, wie das gelingen kann. In ihrem Beitrag "Was #MeToo für Unternehmen bedeutet" beschreiben die Genderforscherinnen Joan Williams und Suzanne Lebsock, wie sich die Zusammenarbeit von Männern und Frauen verändern wird. Der Soziologe Michael Kimmel macht klar, "Wie Männer Haltung zeigen". Und die Juristen Andrea Kramer und Alton Harris stellen einen Fragebogen vor, mit dem Personalverantwortliche den Stand der Dinge in ihrem Unternehmen erfassen können. Diese und weitere Beiträge zu dem Thema finden Sie ab Seite 19.

Wer Karriere machen will, braucht Beziehungen - die meisten Manager würden diesen Satz unterschreiben. Doch nur die wenigsten lassen dieser Erkenntnis auch Taten folgen. Herminia Ibarra, Professorin für Organisationsverhalten an der London Business School, hat dafür kein Verständnis. Sie weiß aus ihrer Forschung: Netzwerken ist für ambitionierte Führungskräfte eine strategische Notwendigkeit. Im Gespräch mit HBM-Redakteur Ingmar Höhmann erklärt sie, warum sie Beziehungspflege für eine Investition in die Zukunft hält, wieso Networking nicht schäbig ist und welche Rolle Mentoren zukommt. Das Interview mit dem Titel "Die meisten Manager sind schlechte Netzwerker" lesen Sie ab Seite 62.


#Not Here


Die #metoo-Debatte kann das Arbeitsklima verbessern - wenn Manager professionel damit umgehen. Eine Anleitung.


Zum Autor
Christoph Seeger ist Chefredakteur des Harvard Business Managers.
Artikel
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