Big Brother im Büro

Wissensarbeit:

Von Ethan Bernstein
9. März 2015
Corbis

Viele Unternehmen, die die digitale Umwandlung der Industrie angeführt haben, sind gleichzeitig Pioniere der digitalen Umwandlung der Arbeit. Sie ermutigen Führungskräfte explizit viel stärker als früher, Prozesse aus der Distanz zu beobachten. Inzwischen lässt sich sogar Wissensarbeit digital kontrollieren. Volometrix etwa ist ein Start-up-Unternehmen aus Seattle, das aus Firmen-E-Mails, Kalendern, sozialen Netzwerken und Geschäftsaktivitäten Daten zieht und analysiert. Mitarbeiter erhalten eine Art Produktivitätsinstrumentenbrett zu ihren eigenen Kooperations- und Aktivitätsdaten oder zu denen der ihnen unterstellten Personen.

Auf die Gründe kommt es an

Keine Frage: Dieser Dienstleistung haftet etwas Aufdringliches, wenn nicht sogar Unheimliches an, insbesondere wenn der Arbeitgeber nicht darlegt, was die Beobachteten von alledem haben. Denn nur so bringen Firmen Verbraucher dazu, persönliche Informationen herauszurücken: Sie bieten ihnen im Gegenzug etwas an. Doch auch wenn es viel Gerede über den Wert absoluter Transparenz gibt: Was empirische Forschungsergebnisse angeht, die diese These stützen, ist das Gebiet noch ziemlich blank. Was also können Manager anbieten, damit es ihren Mitarbeitern attraktiv erscheint, sich digital kontrollieren zu lassen? Kann Offenheit Arbeitsprozesse vereinfachen? Können die Daten für Anerkennung genutzt werden anstelle von Ermahnungen?

Selbstoptimierung durch Daten

Auch das Start-up-Unternehmen Ambition versucht, das Thema Transparenz auf spielerische Weise attraktiver und weniger aufdringlich zu gestalten. Deshalb werden Leistungsdaten dort aufbereitet, als wären die Mitarbeiter Spieler in einem Fantasy-Footballteam (sogar die Schnittstelle ähnelt der einer Fantasy-Footballwebseite). Interessanterweise kontrollieren immer mehr Menschen ihre eigenen Aktivitäten durch Geräte wie das Fitnessarmband Jawbone Up, durch Fitbit oder den Aktivitätstracker Nike-Fuelband. So versuchen sie, ihr Verhalten zu optimieren. Wer weiß, vielleicht werden Menschen auf diese Weise empfänglicher für die Datenerfassung am Arbeitsplatz, die ebensolchen Nutzen für die persönliche Weiterentwicklung abwerfen kann - auch dann, wenn der Chef zuschaut.


Offenheit ist in Arbeitsumgebungen zwar wichtig. Doch es kommt auf das richtige Maß an. Der Harvard-Professor Ethan Bernstein zeigt in seinem Beitrag "Die Transparenzfalle" am Beispiel erfolgreicher Unternehmen wie es gelingt, für jeden Prozess die richtige Balance zwischen Transparenz und Privatsphäre zu finden.



Die Transparenzfalle


HBM-Beitrag als PDF, 12 Seiten

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Zum Autor
Ethan Bernstein ist Assistant Professor für Business Administration an der Harvard Business School. Er ist auch Autor des Buches "The Transparency Paradox".

Artikel
Kommentare
1
MarcoHass 17.03.2015

Ach, der Artikel ist ein Kauf appetiser....

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