Der unterschätzte Wachstumsmotor

14. Juli 2014
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2. Teil: Einfluss auf den Fortgang der Dinge

Die von Christensen, Hayes und Abernathy aufgezeigten Fehlentwicklungen verdeutlichen zugleich, welch großen Einfluss Manager und ihr Handeln auf den Fortgang der Dinge haben. Denn wer über den Einfluss verfügt, die Wirtschaft in den Graben zu fahren, kann sie auch zum Erfolg führen.

Welche Änderungen der Spielregeln können Manager nun bewirken? Investitionen in marktschaffende Innovation sollten ein Schwerpunkt sein, unterstützt von einem Umdenken in Bezug auf die Personal- und Einstellungspolitik - angefangen von der untersten Ebene bis hin zur Gestaltung des Einkommens von Spitzenmanagern. Auch die Einstellung hinsichtlich des bestmöglichen Einsatzes von Technologie muss sich ändern, und zwar hin zu einer auf den Menschen zentrierten Sichtweise, wie Peter Drucker sie propagierte. Cowen hat durchaus recht mit seiner Analyse, dass die exponentielle Entwicklung von Technologie das Potenzial hat, Arbeitsplätze zu zerstören. Aber auch andere Szenarien sind denkbar. Manager könnten sich beispielsweise fragen: Wie müssen wir unsere Technologie einsetzen, um die Produktivität unserer Mitarbeiter bestmöglich zu unterstützen? Wie lässt sie sich so nutzen, dass Menschen Herausforderungen begegnen können, die für sie bisher unlösbar waren? Die drängendsten Probleme der Kunden sowie die großen Herausforderungen unserer Welt wie etwa die Sicherung der Trinkwasser- und Energieversorgung, Verbesserung der Gesundheits- und Bildungssysteme werden wir nur lösen können, wenn wir aufhören, Mensch und Maschine als Gegenspieler zu sehen. Wir müssen vielmehr alle verfügbaren kreativen Fähigkeiten mobilisieren und sie mit den alles Bisherige in den Schatten stellenden Möglichkeiten der Digitaltechnologie verstärken.

Druckers Standpunkt, dass ein Unternehmen eine gesellschaftliche Institution ist, die die Schaffenskraft und das Potenzial der Menschen nur dann wirklich zur Geltung bringen kann, wenn sie ihnen mit Respekt begegnet, wird umso wichtiger, je weiter wir in Richtung einer Wissensgesellschaft voranschreiten. Das ist auch der Grund, weshalb Druckers Ideen nach wie vor gültig sind. Marc Merrill, Präsident und Mitgründer von Riot Games, hat dies in einem kürzlich stattgefundenen Gespräch so auf den Punkt gebracht: Die Aufgabe der Manager in seiner Firma, so Merrill, ist es, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und ihren Teams die bestmöglichen Werkzeuge an die Hand zu geben - ebenjenen Menschen, von deren Wissen und gemeinschaftlicher Leistung der Erfolg der Firma abhängt.

Dass der Chef eines so stark technologieorientierten Unternehmens sich so viele Gedanken über die Menschen macht, auf deren Fähigkeiten er zurückgreift, schürt die Hoffnung auf den Großen Wandel im Management und die Stimulierung von Wachstum aus den Unternehmen heraus. Unsere Technologie schreitet bereits seit Jahrhunderten voran, wie Cowen treffend beschreibt. Das Management ist eine im Gegensatz dazu noch sehr junge Disziplin, und die größten Entwicklungssprünge stehen erst noch bevor - mit anderen Worten: Die tief hängenden Früchte sind noch lange nicht abgeerntet.

Myriaden Akteure werden unsere Zukunft gestalten, und die Rolle, die die Führungskräfte dabei spielen, kann entscheidend sein. Wie Peter Drucker in The Ecological Vision schrieb: "Management und Manager sind die zentrale Ressource, die grundlegende und formgebende gesellschaftliche Institution … von ihrer Leistung, Kompetenz, Ernsthaftigkeit und ihren Werten hängt nicht weniger als das Überleben der Gesellschaft ab." Das ist eine schwerwiegende Verantwortung, aber auch ein Grund zum Optimismus: Unsere Wirtschaft hat ein Plateau erreicht, doch für den nächsten großen Schritt nach vorn sind wir nicht nur auf den nächsten technologischen Durchbruch angewiesen. Er liegt in unseren Händen.

Der Beitrag stellt den Beginn einer Serie von Expertenartikeln zu den Themen des Drucker Forums 2014 dar. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Forums.

Zu den Autoren
Nach 32-jähriger Karriere bei IBM gründete Richard Straub die Peter Drucker Society Europe. Er ist Mitglied des Leitungsgremiums der European Foundation for Management Development (EFMD), Generalsekretär der European Learning Industry Group (ELIG) und fungiert als strategischer Berater für IBM Global Education.

Julia Kirby ist Redakteurin des HBR und Coautorin von Christopher Meyers Standing on the Sun: How the Explosion of Capitalism Abroad Will Change Business Everywhere. Folgen Sie ihr auf Twitter: @JuliaKirby.

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mayconsult 16.07.2014

Manager sind keine Vordenker. sondern Erfolgsbeauftragte. Drucker hat recht, wenn er meint, Technik müsse auf den Menschen zentriert sein. Dass Management eine sehr junge Disziplin sei, bezweifle ich. Die Sumerer, Ägypter, Römer, Medici, Fugger etc. betrieben sehr wohl effizientes Management, sonst wären sie nicht so erfolgreich gewesen. Über die Methoden ließe sich sicher trefflich streiten. Von 1920 stieg die Weltbevölkerung von 2 Milliarden Menschen in nur 90 Jahren auf nun über 7 Milliarden an. Dieses massive Wachstum dürfte der Haupttreiber der Weltwirtschaft und geschichtlich gesehen einmalig gewesen sein. Zielsetzung der allermeisten Unternehmen, insbesondere der Angelsächsischen ist und war, Money zu machen. Daher finde ich es eher nicht zutreffend, Manager als Gestalter gesellschaftlichen Wandels zu bezeichnen. Natürlich gestalten sie, aber eher nicht im gesellschaftlichen Interesse. Sie streben eher Kontrolle über ihr jeweiliges Geschäftsmodell und somit über ihre Kunden an. Das ist die Hauptaufgabe aller Manager, sonst werden sie gefeuert. Entwicklungssprünge beim Management erscheinen mir daher nur bei neuen Zielsetzungen möglich. Ich kann mir aber nicht recht vorstellen, welches andere Ziel als der Erfolg des Unternehmens -nicht der Gesellschaft- im Fokus stehen kann. Unternehmerische und gesellschaftliche Zielsetzungen sind aus meiner Sicht zwei unterschiedliche Ziele, die bei der laufenden Diskussion anscheinend irgendwie verschmolzen werden sollen, auch wenn sie in vielen Teilen nicht kompatibel sind. Ob neue technologische Methoden automatisch Fortschritt sind, muss nicht immer zutreffen. Neulich hörte ich, dass mehrere große Unternehmen an der Schaffung künstlicher Bienen arbeiten, um Pflanzen zu befruchten, da Bienenvölker massenhaft sterben. Diese Lösung schafft Wachstum - künstliches. Bienen kosten nichts und verlangen kein Geld für ihre Tätigkeit. Im Gegenteil: Sie liefern umsonst Honig. Künstliche Bienen dagegen verschwenden Ressourcen aller Art, bringen diesen Unternehmen aber zusätzliche Gewinne, da sie immer weiter in die Wertschöpfungskette eingreifen und zusätzliche Abhängigkeiten schaffen. Einfacher wäre es, das Bienensterben zu verhindern. Wäre diese neue Technik gemäß Drucker wirklich 'auf den Menschen zentriert'? Michael May

MarcoHass 16.07.2014

Ich wusste gerade wirklich nicht, ob dieser Artikel ernst gemeint ist! Die Welterkenntnis!: Fortschritt hängt von Qualität und Innovation im Management ab - Wow! - DAS ist mal etwas wirklich Neues! "Manager gehören zu den großen Regelmachern und Implementierern dieser Welt, und wir glauben, es ist an der Zeit, dieses Potenzial auszuschöpfen." Häh? welches Potential ist in diesem Satz beschrieben?- Noch mehr regulieren oder Prozesse noch komplexer gestalten? "Wie wäre es mit einer gemeinsamen Anstrengung, die Managementpraxis so zu verändern, dass sich eine neue Ära des Wachstums einstellt - weg von der Stagnation und hin zum "Großen Wandel"?" Suuhper Satz! Na klar "großer Wandel" wollen wir doch alle und hört sich prima an! Doch was sagt dieser Satz aus? (Wir haben zwar keine Ahnung, aber sagen mal etwas Populäres?) "Wir sind nicht die Ersten, die Ökonomen darauf hinweisen, dass das Management eine wichtige Rolle spielt."- Ach nee! (sollte der Artikel doch noch die Kurve kriegen..?) Wieder so eine epische Erkenntnis: "Denn Innovation sichert nicht nur die Konkurrenzfähigkeit des eigenen Unternehmens, sondern Wachstum und Wohlstand für alle." (Ich habe gerade nachgesehen, der Artikel ist nicht 100 Jahre alt) Die nächste epochale Erkenntnis: "Denn wer über den Einfluss verfügt, die Wirtschaft in den Graben zu fahren, kann sie auch zum Erfolg führen." ....."die Sicherung der Trinkwasser- und Energieversorgung, Verbesserung der Gesundheits- und Bildungssysteme werden wir nur lösen können, wenn wir aufhören, Mensch und Maschine als Gegenspieler zu sehen. Wir müssen vielmehr alle verfügbaren kreativen Fähigkeiten mobilisieren und sie mit den alles Bisherige in den Schatten stellenden Möglichkeiten der Digitaltechnologie verstärken." -Aus meinem PC kommt gerade kein Wasser. Ist aber auch kein dritte Welt oder Sahara Model. -Holistische Denkweisen ohne roten Faden sind nicht zielführend! Wir können doch nur Großes in unserer Firma tun und darauf achten, dass dies ein klitze kleines bischen die Welt verbessert. Wer mehr will oder mehr propagiert scheitert. Sorry für meine Entgleisungen. Ich habe lange keinen so "bauernschlauen" Artikel mehr gelesen und finde ihn in HBM unangemessen, da er zu niedrigschwellig und populistisch ist.

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