Von Christian Stadler
Die Suche nach bahnbrechenden Innovationen ist alles andere als leicht, aber der Lohn ist scheinbar verlockend. In einer Studie der Boston Consulting Group nennen 72 Prozent der Topmanager Innovation als eine der drei wichtigsten strategischen Prioritäten. Trotzdem scheitern die meisten Projekte - besonders jene von Unternehmen, die an radikalen Innovationen arbeiten. In der Pharmaindustrie schaffen es beispielsweise nur 10 Prozent der neu entwickelten Medikamente durch die Testphase. Und selbst wenn der Markteinstieg gelingt, machen nur selten die Pioniere Kasse. Eine Studie von Yale-Professor William D. Nordhaus belegt, dass sie sich zwischen 1948 und 2001 nur magere 2,2 Prozent des Werts neuer Innovationen sichern können.Woran liegt es, dass es Managern so schwer fällt, bahnbrechende Innovationen erfolgreich einzuführen? Die zwei wichtigsten Gründe: skeptische Kunden und zögerliche Geschäftspartner.
1. Die Kunden
Wie Clayton Christensen, Professor an der Harvard Business School in seinem Buch "The Innovator's Dilemma" bereits in den 90er Jahren zeigen konnte (das Buch liegt jetzt endlich auf Deutsch in einer von Kurt Matzler, Professor an der Universität Innsbruck, und Stephan Friedrich von den Eichen, Managing Partner der Beratungsgesellschaft Innovative Management Partner, aktualisierten Fassung vor) liegt es nicht so sehr an den technischen Herausforderungen. Vielmehr sind die Kunden oft die Ursache. Ein Beispiel: Als die ersten Dampfschiffe Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt wurden, zeigten die Kunden der großen Werften wenig Interesse. Dampfschiffe verursachten höhere Kosten, waren langsamer und schafften es, ganze Ozeane zu überqueren. Die großen Unternehmen überließen die neue Technologie deshalb einigen Nischenspielern, die in der Binnenschifffahrt einen geeigneten Markt fanden. Hier konnten die neuen Schiffe punkten, da sie auch bei Windstille vorwärts kamen. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Technik dann so weit ausgereift, dass Dampfschiffe Segelbooten eindeutig überlegen waren. Die alten Segelwerften wurden vom Markt verdrängt. Hätten sie die Kunden ignoriert, wäre ihnen der Umstieg wohl gelungen.
Manchmal machen kleine aber feine Unterschiede eben doch alles aus, deswegen gibts eben Kopien die erfolgreicher als das "Original" werden. mehr...
Um das zu erreichen kann ein Unternehmen auf eigene Innovationen zugreifen, muss es aber nicht. Genausogut kann es Ideen von anderen Unternehmen übernehmen (und verbessern). mehr...
Das ist der springende Punkt für den Praktiker! Es geht um Bedürfnisse - nicht um Produkte. "Dem Kunden aufs Maul geschaut." Erkenntnisse sofort umsetzen. Tun. Jetzt. Ist das Innovation? mehr...
“zu früh”? Warum zu früh?The Huffington Post hat auch irgendwann mal einfach angefangen (allerdings mit einem völlig andern Modell als hier beschrieben).Der Kern für mich bei einem solchen Projekt ist: Die Sache vom Inhalt her denken, von den Bedürfnissen der User her (nicht der Macher!). Die richtige Form kommt dann schon von selber, ist anpassungsfähig, da muss man sich am Anfang nicht zu viele Gedanken machen. Der Ansatz [...] mehr...
Prof. Carl von Ossietzky Universität Oldenburg hat ähnliche Ergebnisse herausgefunden. Im Blog der Wirtschaftswoche habe ich gerade einen Bericht gelesen, der die selben Thesen vertritt: http://blog.wiwo.de/gruenderraum/2012/04/18/nicolai/ Viele Grüße Alexander Schmidt http://www.interim-magazin.de mehr...


