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31.01.2012

Blog

Die unterschätzten Zuwanderer

Von Christian Stadler

Wenn die Bundesregierung heute ihren Nationalen Aktionsplan zur Integration von Zuwanderern vorstellt, sollten Manager genau hinhören. Denn unter den Migranten gibt es mehr attraktive Talente als viele vermuten. Diskutieren Sie mit.

In einigen Branchen besteht bereits ein eklantanter Fachkräftemangel, wie etwa unter Ingenieuren. Das grundlegende Problem einer schrumpfenden und älter werdenden Bevölkerung sowie die Herausforderungen einer globalen Wirtschaft wird die Situation noch weiter zuspitzen. Und mit dem nächsten Aufschwung wird der Kampf um vielversprechende neue Mitarbeiter wieder aufflammen. Wie können sich Unternehmen dafür rüsten?

Unterschätzte Zuwanderer
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Unterschätzte Zuwanderer

© Corbis
In einem ersten Schritt sollten Unternehmen ihre Attraktivität steigern. Das beginnt bereits in Zeiten der Krise. Jim Collins und Jerry Porras beschreiben in ihrem Bestseller "Built to Last" wie Hewlett Packard (HP) nach dem Zweiten Weltkrieg trotz des massiven Rückgangs bei den Rüstungsaufträgen keine Ingenieure entlassen hat. Erstens stand so das notwendige Personal zur Verfügung als sich die Lage verbesserte und zweitens war das ein klares Signal, dass HP auch in schlechten Zeiten zu seinem Mitarbeitern steht.

Darüber hinaus müssen Unternehmen gezielt nach Talenten suchen. Lohnend ist die Gruppe der Zuwanderer, wie sie derzeit in Massen auf den deutschen Arbeitsmarkt strömt. Viele Unternehmen zögern noch - potenzielle Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede sind häufig genannte Gründe dafür. Die Anerkennung von Qualifikationen sowie die Einschätzung der Arbeitserfahrung sind ebenfalls ein Problem. Dennoch: Unter den Zuwanderern kann es viele attraktive Talente geben. Drei Gründe, diese Bewerbergruppe genauer zu betrachten:

1. Neue Perspektiven. Eine homogene Gruppe an Mitarbeitern mag sehr harmonisch miteinander umgehen, aber um Innovation und Kreativität zu fördern braucht es Dissonanz und Vielfalt. Ins Innovationszentrum der Welt, das Silicon Valley, strömen Talente aus der ganzen Welt. Laut Nirmalya Kumar und Phanish Puranam von der London Business School wurden beispielsweise 26 Prozent der Start-Ups in Silicon Valley von Indern gegründet. Im Austausch zwischen Amerikanern und Indern kommen oft unerwartete Ideen zu Tage. Dieses Prinzip gilt nicht nur in der Welt der Informationstechnik. So beobachte ich beispielsweise ein ähnliches Phänomen in der Gastronomie, wenn ein Koch aus Asien mit westlicher Küche in Berührung tritt. Voilà, trendige Fusion-Food-Produkte erfreuen den Gaumen der Gäste! Zuwanderer können auch in Ihren Betrieb neue Perspektiven beisteuern.

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