Von Sonja A. Sackmann
3. Teil: Das Feuer brennt noch
Die Hirnforschung belegt, dass das Gehirn selbst in hohem Alter noch neue Zellen bilden kann. Allerdings nur, wenn sie auch genutzt und regelmäßig trainiert werden. Daher wäre es gerade bei älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sinnvoll, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Wissen aufzufrischen und sie aus ihrer gewohnten Routine zu locken.
Vor einigen Jahren nahm eine 56-jährige Führungskraft an einem innerbetrieblichen Managemententwicklungsprogramm eines international agierenden Konzerns teil, das ich leitete. Fast zeitgleich mit der Einladung für diese Qualifizierung erhielt sie das Angebot zur Frühpensionierung. Ob dies Absicht oder Versehen war, war nicht ganz klar. Jedenfalls zeigte sich die Führungskraft einige Tage recht teilnahmslos, bis irgendwann während des sechswöchigen Programms, ein Funke übersprang - der ein Feuer entfachte. Gegen Ende der Qualifizierungsmaßnahme brannte die Führungskraft darauf, die nächste Herausforderung im Unternehmen anzupacken - von Frühpensionierung war keine Rede mehr. Auch ein Manager wie Gerhard Cromme hat wohl gemerkt, dass Menschen mit Ende Sechzig noch recht fit sein und weiter einen Beitrag für die die Wirtschaft und Gesellschaft leisten können. Warum hätte er sonst die Altersgrenze für Aufsichtsräte von 70 Jahren bei Siemens gekippt?
Die Erfüllung dieser Erwartungen sollte eigentlich nicht so schwierig sein und könnte Unternehmen eine Reihe von Vorteilen bringen.
Wie weit Führung und Organisation in manchen Unternehmen aus dem Lot geraten sind, zeigt sich genau in diesem hier vorgestellten Thema: an personalstrategischen Weichenstellungen sowie an der engen Einbindung und Nutzung erfahrener, älterer Mitarbeiter. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der stärkere Beachtung in der Diskussion von Managementthemen verdiente. Es ist nämlich erstaunlich und für die (globale und nationale) Wettbewerbsfähigkeit durchaus [...] mehr...
Schon seit Jahren befasse ich mich mit dem Thema und kann der Autorin nur zustimmen. Es werden unglaublich viel Wissen und Erfahrung, aber auch Führungsqualitäten nicht genutzt. Gerade Assessment-Center als Personalbeurteilungsverfahren erfassen die wichtigsten Komponenten eines Bewerbers kaum: Persönlichkeit, Fähigkeiten und Kompetenz. MBA Absolventen können wunderbar vorgelegte Fälle lösen. Erfahrene Persönlicheiten erkennen aber oft viel früher, dass [...] mehr...

