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30.12.2011

Blog

Wertschätzung für Ältere

Von Sonja A. Sackmann

2. Teil: Wissen als wertvolle Ressource

Für Unternehmen liegt hier noch ein großes Potenzial brach, das sie angesichts der demografischen Entwicklung künftig besser nutzen sollten. Warum trauen die Verantwortlichen den über 50-Jährigen nichts mehr zu? Ist der Arbeitsalltag zu stressig? Sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Fünfzigern ausgebrannt und ausgelaugt? Wenn jemand über 30 oder 40 Jahre körperlich schwer gearbeitet hat, mag dies zutreffen, doch gilt das auch für Wissensarbeiter? Ist doch Wissen die einzige Ressource, die sich mit der Zeit vermehrt. Kommen die Älteren einfach nicht mehr mit?

Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben andere Stärken vorzuweisen als Schnelligkeit in der Motorik und gutes Erinnerungsvermögen. Sie bringen stattdessen Erfahrung und Urteilsvermögen mit. Beide Fähigkeiten können ergänzend zur Routine bei vielen Entscheidungen hilfreich und wichtig sein. Etwa wenn ungeduldige Kunden Druck machen. Oder eine Extremsituation wie beispielsweise die Notlandung des Airbus 320 im Januar 2009 auf dem Hudson River die dem 58-jährigen Piloten gelang, ohne dass die Passagiere zu schaden kamen. Oder ein Feuerwehreinsatz, bei dem ein erfahrener Feuerwehrhauptmann schnell das Feuer im Kellergeschoss ortete, sein Team sofort hinaus befahl und damit deren Leben rettete. Ohne die Erfahrung der Handelnden wären viele Menschen in Gefahr geraten.

Auch im Umgang mit schwierigen Entwicklungs- oder Produktionsproblemen spielen Erfahrung und Beurteilungsvermögen eine wichtige Rolle. So ist für einen internationalen Betreiber von Rechenzentren zum Beispiel ein über 70-jähriger Ingenieur mit langer Branchenerfahrung enorm wertvoll, weil er immer wieder funktionierende, kreative Lösungen bei unerwartet kniffligen Problemen findet, auf die seine jüngeren Kollegen nicht kommen. Zum Großkonzern würde er jedoch nicht mehr wechseln, selbst wenn er jünger wäre. Ihm gefällt die Wertschätzung, die er in seiner heutigen Firma erfährt, genauso wie die Flexibilität bei Arbeitszeit, -ort und -einsatz. Viele Firmen bringen älteren Mitarbeitern diese Wertschätzung gegenüber nicht auf und bieten auch keine derartige Flexibilität bei der Arbeitsgestaltung.

Blättern: Teil 2 / 3

FORUM

insgesamt 2 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
30.12.2011 von wgriepentrog: Kein Märchen: Ältere Mitarbeiter sind die Seele des Betriebs

Wie weit Führung und Organisation in manchen Unternehmen aus dem Lot geraten sind, zeigt sich genau in diesem hier vorgestellten Thema: an personalstrategischen Weichenstellungen sowie an der engen Einbindung und Nutzung erfahrener, älterer Mitarbeiter. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der stärkere Beachtung in der Diskussion von Managementthemen verdiente. Es ist nämlich erstaunlich und für die (globale und nationale) Wettbewerbsfähigkeit durchaus [...] mehr...

30.12.2011 von mayconsult: Vergeudung wertvoller Ressourcen

Schon seit Jahren befasse ich mich mit dem Thema und kann der Autorin nur zustimmen. Es werden unglaublich viel Wissen und Erfahrung, aber auch Führungsqualitäten nicht genutzt. Gerade Assessment-Center als Personalbeurteilungsverfahren erfassen die wichtigsten Komponenten eines Bewerbers kaum: Persönlichkeit, Fähigkeiten und Kompetenz. MBA Absolventen können wunderbar vorgelegte Fälle lösen. Erfahrene Persönlicheiten erkennen aber oft viel früher, dass [...] mehr...

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Erfolgsfaktor Unternehmenskultur
Gabler, Betriebswirt.-Vlg, Oktober 2004, 280 Seiten

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Mensch und Ökonomie
Gabler, Betriebswirt.-Vlg, Dezember 2007, 422 Seiten

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