Von Peter Kenning
Erfolg ist bekanntlich verführerisch. Das wissen auch viele Marketing-Manager. Ihnen ist klar, dass gerade der aktuelle Erfolg eines Unternehmens eine wichtige Ursache künftiger Fehlschläge sein kann. Auch im Sport ist das bekannt: So behauptete UEFA-Präsident Michele Platini unlängst, dass Deutschland im nächsten Jahr Europameister werde und begründete dies mit der Aussage "Spanien ist satt!". Eine ähnliche kritische Distanz zum Erfolg zeigt offenkundig auch Bill Gates, wenn er feststellt: "Success is a lousy teacher. It seduces smart people to think they can't lose!" (Deutsch: "Erfolg ist ein schlechter Lehrer. Er verführt kluge Menschen dazu zu denken, sie könnten nicht verlieren.", Anm. d. Red.)
Trotzdem lassen sich Manager in vielen Unternehmen immer wieder von aktuellen Erfolgen blenden und verpassen folglich den Anschluss. Die Handyhersteller Nokia und Blackberry sind nur zwei Beispiele unter vielen. Der frühere Vice-President und COO von Microsoft, Robert Herbold, zeigt in seinem lesenwerten Buch "Seduced by Sucess" deutlich, wie flüchtig und trügerisch Erfolg sein kann, wenn Unternehmen in solche Fallen wie Stolz, Mittelmaß oder Nachlässigkeit geraten.
Die Falle namens "Made in Germany"
Wie aber verhält es sich mit ganzen Industrienationen? Kann es auch auf dieser Ebene zu kurzsichtigem Verhalten kommen? Unsere These ist: Ja, natürlich! Tatsächlich beobachten wir derzeit, wie große Teile der deutschen Volkswirtschaft in eine Erfolgsfalle laufen. Diese Falle heißt "Made in Germany". Warum? Nun, es ist bekannt, dass die Herkunftsmarke "Made in Germany" ganz wesentlich den aktuellen wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen hierzulande mitträgt. Das ist besonders in den Branchen der Fall, in denen die deutsche Wirtschaft traditionell besonders stark ist, also zum Beispiel in der Automobilbranche oder im Maschinenbau. Dort wertet die Marke "Made in Germany" die angebotenen Produkte so auf, dass Wettbewerber das Nachsehen haben. Viele der oft zitierten "Hidden Champions" können deswegen versteckt bleiben, weil sie diese weltbekannte Herkunftsmarke als Absatzhelfer nutzen können.
Doch es stellt sich die Frage, ob die "Services Made in Germany" einen ähnlichen Markenbonus erhalten werden, wie dies bei den technischen Produkten der Fall ist.
Das mag eine sorgfältig durchgeführte Studie sein. Meine Wahrnehmung war bisher, dass sich deutsche Produkte vor allem mit und durch guten Service besser verkaufen. mehr...
Mich interessiert sehr wenig ob die Befragung "repräsentativ" war oder nicht. Ich finde die Frage viel spannender: Warum sind Services aus Deutschland nicht noch erfolgreicher oder was muss konkret getan werden, um sie erfolgreicher zu machen? Ich berate im Schwerpunkt Unternehmen aus dem Bereich Maschinenbau in der "Serviceentwicklung". Bei dieser Gruppe von Unternehmen gibt es Produkte und "Service-Produkte". Meist [...] mehr...
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Es hat den Anschein, als wären sowohl dem Autoren, als auch dem Moderator und sogar "Unregistriert" weitere Argumente, die für die Thesen von Herrn Professor Kenning sprechen, ausgegangen. Service aus Deutschland scheint wohl doch ein Exportschlager zu sein. mehr...
Die Äußerungen von „Unregistriert“ unter 1) – 4) bedürfen folgender Richtigstellung: 1) Das Zitieren von Quellen, die nicht für jeden sofort greifbar sind, besonders wenn es sich um alte Veröffentlichungen aus 1987, 1990 bzw. 1993 handelt ist in einer Blog-Diskussion nicht zielführend und verwirrt eher, als es zu einer Klärung strittiger Fragen beiträgt. Stattdessen hier eine kurze Erläuterung zur Repräsentativität von Umfragen: Repräsentativität [...] mehr...

