Apple-Chef Tim Cook hat eine neue Version des iPhone 4 vorgestellt. Wettbewerber schielen neidisch auf den Erfolg des Handys, Apple gilt als Benchmark der Branche. Wer einen solchen Marktführer angreifen will, muss erstmal die richtigen Erfolgsmaßstäbe für sich identifizieren, woran schon viele Manager gescheitert sind. Diskutieren Sie mit.
Immer wieder haben die Wettbewerber von Apple in den vergangenen drei Jahren angekündigt, einen ernstzunehmenden Rivalen für das iPhone auf den Markt zu bringen. Die iPhone-Herausforderer waren der Meinung, alles besser zu machen: brilliantere Displays, bessere Austauschmöglichkeiten mit anderen Endgeräten, eine stabilere Verbindungsqualität und so weiter. Was hat es ihnen gebracht? Gibt es ein Gerät, das es tatsächlich mit dem iPhone aufnehmen kann? Gibt es ein Handy, das mehr Gewinne einspielt als das iPhone? Nein.
Benchmark für Mobiltelefonhersteller: Apples iPhone
Die beiden Beispiele zeigen ein fundamentales Problem: Die Manager haben sich auf Dinge konzentriert, die nicht erfolgskritisch waren. Sie nutzen bestimmte Größen, um sich mit ihren Wettbewerbern zu vergleichen. Das ist zunächst vollkommen in Ordnung. Es sorgt dafür, dass Manager und Mitarbeiter identifizieren können, wo sie vorne liegen und wo sie gegenüber den Wettbewerbern zurückliegen. Dann können sie Ansatzpunkte zur Verbesserung finden. Problematisch wird es jedoch, wenn die Vergleichsgrößen wenig bis gar keine Relevanz für den Erfolg des Unternehmens besitzen. Es geht also darum, solche Parameter zu nutzen, die in kausaler Beziehung zum Unternehmenserfolg stehen. Ich nenne dies Smart Benchmarking.
Wie funktioniert Smart Benchmarking? Der entscheidende Schritt ist, relevante Bezugsgrößen zu finden. Dafür müssen die Verantwortlichen zwei Fragen beantworten:
Erst beide Analysen zusammengenommen zeigen dem Management, welche Vergleichsgrößen als Basis für ein Benchmarking tatsächlich zählen. Meine Erfahrung ist, dass dies eine relativ kleine Zahl an Faktoren ist. Gut geführte Unternehmen konzentrieren sich auf diese wenigen Größen. Smart Benchmarking führt damit auch zu einer Entlastung der Mittelmanager, die in vielen Unternehmen einfach überfordert sind, eine kaum überschaubare Zahl an Vergleichswerten im Auge zu behalten. Oft nehmen sie das Ganze nicht mehr so ernst oder verhöhnen es sogar. Damit verliert es aber jegliche Legitimation und Wirkung. Ich finde, damit wird Schaden angerichtet. Denn die Manager nutzen ein Instrument nicht richtig, das wichtig und wertvoll ist. Benchmarking ist nicht gleich Benchmarking - es kommt darauf an, was man daraus macht.
Was sind Ihre Erfahrungen mit Benchmarking? Diskutieren Sie mit!