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29.09.2011

Führung

Schöne neue Arbeitswelt

Von Armin Trost

Smartphones an Universitäten? Verbieten! Zeiterfassung für Studenten? Selbstverständlich! An Hochschulen wäre sowas unvorstellbar. In Unternehmen gibt es solche Verhältnisse durchaus - warum eigentlich? Diskutieren Sie mit!

Seit der Bologna-Reform gibt es an den Hochschulen strenge Regeln, wie viel Zeit Studenten in den einzelnen Lehrveranstaltungen verbringen müssen. Deshalb erhalten die Studierenden zu Beginn ihres Studiums eine Chipkarte, mit der ihre Anwesenheit in Vorlesungen und ihre Lernzeiten etwa in der Bibliothek oder in extra dafür zur Verfügung gestellten Räumen erfasst werden. Alles fantastische technische Lösungen um Studenten engmaschig zu überwachen. Sie werden auf diese Weise dazu gebracht, so viel Zeit mit Lernen zu verbringen, wie es das Gesetz von ihnen erfordert. Das kann jeder vernünftig Denkende nur gut heißen. Alles andere wäre bedenklich.

Wo lernen Studenten am besten? Bibliotheken und Lernräume an einer Universität sind zwei Möglichkeiten
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Wo lernen Studenten am besten? Bibliotheken und Lernräume an einer Universität sind zwei Möglichkeiten

© Corbis
Die Möglichkeit, zu Hause zu lernen, ist selbstverständlich nicht vorgesehen. Wenn Studenten die eigens zum Lernen angebotene Umgebung an den Hochschulen verlassen, weiß der Gesetzgeber nämlich nicht mehr, was sie sonst noch so mit ihrer Zeit anstellen. Schließlich wissen wir, dass Studenten, die angeblich zu Hause lernen, eher viel Zeit im Internet verbringen, Musik hören, Kaffee trinken oder rauchen. Es wäre naiv anzunehmen, Studenten würden zu Hause das Internet ausschließlich zu Studienzwecken nutzen. Selbst während des Lernens surfen sie auf Seiten wie Facebook oder YouTube. Gerade Letzteres kann nicht im Sinne einer professionell geführten Hochschule sein. Sie muss Studenten vor solchen Medien eher schützen, denn diese Internetseiten sind Zeitfresser, die vom Lernen abhalten. Die Studierenden können deshalb in den Bibliotheken und Lernräumen Rechner nutzen, die mit all dem ausgestattet sind, was sie zum Lernen benötigten. Der Zugriff auf Social Media ist freilich nicht gestattet. Wozu auch? Sobald sie ihre Zeit auf dem Campus abgeleistet haben, können sie ja zu Hause tun und lassen was sie wollen.

Strikter Zeitplan

Für die Anwesenheit am Campus gibt es klare Vorgaben. Der Tag eines Studenten beginnt um neun Uhr und endet um 18 Uhr. Dazwischen gibt es klar geregelte Pausen. Wenn er oder sie während der Lernzeiten eine kleine Pause einlegt, um etwa eine Zigarette zu rauchen, werden die fehlenden Minuten vermerkt. Die Zeiterfassung muss konsequent erfolgen. Die Hochschulleitung läuft sonst Gefahr, dass die Studenten jeden Freiraum ausnutzen. Dann werden aus fünf Minuten zehn Minuten, aus zehn werden 15 und so weiter. Eine Hochschule muss in solchen Dingen glaubhaft bleiben. Schließlich gibt es Akkreditierungs-Organisationen, die am Ende prüfen, ob Studenten auch die Zeit investieren, die das Gesetz von ihnen fordert.

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Es ist die Aufgabe von Professoren, darauf zu achten, dass Studenten die Regeln einhalten. Wer sonst sollte das tun? Es liegt schließlich in der Verantwortung der Hochschullehrer, dass ihre Schützlinge etwas lernen. Manche Kollegen tun sich damit aber schwer. Sie glauben, sie könnten darauf vertrauen, dass Studenten von sich aus bestrebt sind, etwas zu lernen, weil sie ja am Ende einen guten Abschluss und damit gute Karrierechancen erzielen wollen. Das ist naiv und zu kurz gedacht. Studenten haben mit Anfang Zwanzig nicht die Reife, langfristig zu denken. Deshalb müssen die Professoren sie an der kurzen Leine halten, ihnen Grenzen aufzeigen und sie Schritt für Schritt an der Hand nehmen. Studenten denken kurzfristig und wollen vor allem Spaß haben. Deshalb interessieren sie sich mehr für die Studentenparty am Abend als für die Karrierechancen in ein paar Jahren.

Ich bin selbstverständlich froh über diesen konsequenten Umgang mit Studenten. Und gerade die guten Studenten begrüßen diese neue Nachweisbarkeit ihrer Leistung. Endlich, so sagen etliche, wird unmissverständlich sichtbar, wie viel sie als Student eigentlich leisten.

Blättern: Teil 1 / 2

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"Mitarbeiterbefragung als Instrument strategischer Unternehmensführung." (PDF) ; In W. Bungard & I. Jöns (Hrsg.), Feedbackinstrumente im Unternehmen (S. 197-208). Wiesbaden: Gabler

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