Von Armin Trost
Was zeichnet eigentlich starke Führungspersönlichkeiten aus? Als Vertreter der akademischen Welt erlaube ich mir für einen Moment, all die gängigen Leadership-Theorien zu vergessen. Stattdessen bediene ich mich der zahlreichen Biografien über große Persönlichkeiten, die ich in meinem Bücherregal finde. Ich denke an Menschen wie Nelson Mandela, Richard Branson, Margaret Thatcher, Jack Welsh, Mahatma Gandhi, Franz Beckenbauer, Steve Jobs und so weiter. Ich will es auf eine einfache Formel bringen: Starke Führungspersönlichkeiten stehen für etwas, unmissverständlich und mit all ihrer Kraft. Sie lassen keine Sekunde Zweifel an der Bedeutung ihrer Ideen und können Andere mobilisieren. Dabei erreichen sie die Herzen und den Verstand jener Menschen, die sie führen.
Führungspersönlichkeit: Franz Beckenbauer
Persönlichkeit gefragt
Human Resource Management (HRM) ist der Bereich, mit dem ich mich beschäftige. Ich hatte in meiner Karriere als Mitarbeiter, Professor, Berater oder einfach nur als Interessierter das Glück, viele Personalchefs persönlich zu treffen. Ich habe unter ihnen fachlich kompetente, charismatische, freundliche, gewissenhafte, mutige und moderne Menschen kennengelernt. Und ich bin Personalleitern begegnet, die echte Führungspersönlichkeiten waren - die für etwas standen. Die einen versuchten konsequent, zum Geschäftserfolg ihres Unternehmens beizutragen, andere förderten engagiert Talente, bemühten sich um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um die Entwicklung des Unternehmens zum attraktivsten Arbeitgeber der Branche oder um ein anderes Themen. Dass sie dabei die übrigen Aufgaben professionell erledigten, ist selbstverständlich. Ich wage die These: Ein Personalleiter wird nur dann erfolgreich sein, wenn er eine Führungspersönlichkeit ist. Dazu sollte er ein für das Unternehmen entscheidendes Thema dauerhaft zu seiner Sache machen.
Vorbild werden
Ansätze wie der von Dave Ulrich oder die Ziele der Verbände sind berechtigt. Aber am Ende werden es herausragende Führungspersönlichkeiten im HRM sein, die für etwas stehen und damit ein Vorbild für Andere sein können. Sie werden einen sichtbaren Unterschied machen. Ich will mir kein Urteil anmaßen, ob wir in Deutschland oder Europa ausreichend solche Persönlichkeiten haben. Aber jede Führungspersönlichkeit mehr täte uns und den Unternehmen gut. Soviel steht fest.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Personalchefs gemacht? Sind Sie selbst einer und was ist Ihr Anliegen? Diskutieren Sie mit!
Der erste Schritt dürfte wohl sein, sich zunächst der C-Suite als Profitcenter zu 'verkaufen'. Solange alles was mit Personal zu tun hat in erster Linie als Kostenfaktor betrachtet wird, werden 'Personaler' aller Ebenen immer hinter den tatsächlichen Möglichkeiten zurückbleiben. mehr...


