Von Armin Trost
Tanja F. studiert Betriebswirtschaft im fünften Semester und interessiert sich unter anderem für eine Karriere bei der Lufthansa. Als eifrige Nutzerin von Facebook entdeckt sie die Karriere-Fanseite der Fluglinie mit dem klingenden Namen "Be Lufthansa" in diesem sozialen Netzwerk. Sie wird Fan der Seite und verfolgt von nun aufmerksam die Einträge und Personalmarketing-Aktivitäten dieses potenziellen Arbeitgebers. Die Veröffentlichungen, die Kommentare anderer Kandidaten (Fans) und die schnellen Antworten von Lufthansa liefern ihr interessante, aktuelle Einblicke in das Unternehmen. Dies alles fühlt sich für Tanja anders, lebendiger und authentischer an als die statische Karrierewebsite von Lufthansa, die an sich auch sehr gelungen ist. Dass Lufthansa überhaupt auf Facebook präsent ist, vermittelt ihr einen positiven Eindruck. Dieses Unternehmen geht offenbar mit der Zeit, ist modern und hat verstanden, wie seine Zielgruppe Medien nutzt.
Recruiting 2.0: Personalmarketing und Soziale Netzwerke
Werden Unternehmen, so wie sie heute mehrheitlich Social Media nutzen, diese beiden Personen erreichen? Im Fall Tanja sicherlich. Sie ist ein aktiver Kandidat. Sie sucht von sich aus nach Karriereoptionen, erforscht neugierig, was für sie passen könnte. Bei Torsten habe ich Zweifel. Er ist eher ein passiver Kandidat. Er sucht nicht aktiv nach einer beruflichen Veränderung, wenngleich er für Neues aufgeschlossen ist. Deshalb würde Torsten kaum auf die Idee kommen, Fan der "Be Lufthansa"-Fanpage zu werden. Vielmehr hätte Torsten Bedenken, wie Kollegen oder sein Chef wohl reagieren würden, käme heraus, dass er Fan dieser Seite wäre.
Die Neugierde, Faszination aber auch die Unsicherheit im Umgang mit diesen Medien halten an. Noch immer meinen viele Personaler, es genüge, auf Facebook präsent zu sein, weil sich dort die Zielgruppe befände. Schließlich haben sich diese Plattformen zum täglichen Treffpunkt der Generation Y etabliert (siehe Blog: Wie die Generation Y kommuniziert).
Hallo zusammen, zu allererst Herr Trost vielen dank für die Diskussionsbasis. Ich finde Ihren Artikel in vielen Punkten präzise formuliert und sie stellen einige richtige Fragen. Alles in allem lassen Sie Ihre Leser aber leider im Dunkeln und gehen nicht sehr konstruktiv mit dem intern geschaffenen Wort der "Personaler- Suppe" um. Scheuklappen hat man in Expertenkreisen immer auf, dass ergibt sich quasi wenn der Fokus enger wird. Auch ein [...] mehr...
Interessanter Blog. Ich gewinne in der Social Media Personalmarketing Beobachtung aus Bewerbersicht zunehmend den Eindruck, dass es sich bei Employer Branding derzeit (noch?) vorwiegend um "kosmetische" Aktivitäten handelt, die nicht mit echter Strategie unternehmensweit untermauert wird. Diese Personalmarketing Initiativen werden vorwiegend über die neuen Medien vorangetrieben, da dort das "Frischfleisch" sitzt, das das [...] mehr...
Hallo Herr Prof. Trost, erst einmal bin ich Ihnen unendlich dankbar, dass Sie dieses Thema gleich am Anfang des Jahres wieder aufgreifen. Und dies gleich aus mehreren Gründen: 1. wie Sie im Artikel treffend beschrieben haben, sind die meisten Social Media-affinen Personaler hauptsächlich untereinander vernetzt. (oder womöglich noch garnicht aktiv. m.A.) Genau das, was Sie in Ihrem Artikel angesprochen haben, wird jedoch seit Monaten auf zahlreichen [...] mehr...
Find ich gut, dass Sie, Herr Professor Trost, zugeben, dass sich nach der ersten "blinden" Euphorie und nach einigen gesammelten Erfahrungen zeigt, dass sich hinter Social Media und den von Ihnen erwähnten Maßnahmen bzw. Strategien kein Automatismus verbirgt. Es geht m.E. nicht darum, sich nur darzustellen, sondern auch als Unternehmen aktiv zu suchen, die Daten zu durchforsten und zu schauen, wer ggf. als neuer Mitarbeiter in Frage kommen [...] mehr...
Ich stimme den Beobachtungen in dem Artikel vollkommen zu. Personalgewinnung und -marketing in den Social Media ist neu, modern und erfolgversprechend. Aber niemand weiß, wie sich das Ganze weiter entwickelt oder ob mit dem Engagement die gesteckten Ziele (hier Recruiting) erreicht werden. Mich erinnert das an das Aufkommen der Internet-Stellenbörsen als damals neue Möglichkeit der Schaltung von Anzeigen. Niemand wusste, ob das neue Medium Internet [...] mehr...


