Von Michael Hengl
Stellen sie sich vor: Sie wollen zusammen mit vier Freunden ihre 130 Quadratmeter große Wohnung in Berlin-Charlottenburg neu streichen. Die Freunde haben genau wie sie zwar handwerkliches Geschick, aber sind bei weitem keine Profis. Wie gehen sie vor? Antwort: Sie besprechen sich! So trivial das klingen mag, sie werden nicht darum herumkommen, mit jedem Einzelnen ein paar Worte zu wechseln, um sich zu organisieren und zu koordinieren. Sie werden fragen, wer was kann und wer was tun will. Nach ungefähr 30 Minuten Gespräch werden vielleicht zwei Ihrer Freunde zum Baumark fahren, um Abdeckplanen, Pinsel und Farbe zu kaufen. In der Zeit werden sie mit den anderen Freunden, Möbel zur Seite rücken sowie Fenster und Türen mit Kreppband abkleben. Nach getaner Arbeit endet der Tag hoffentlich mit einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen.
Soziale Medien: Nie war Kommunikation wichtiger als heute
Das Beispiel illustriert: ohne Kommunikation keine Koordination. Streichen Sie kurz darauf mit den selben Freunden wieder eine Wohnung, werden Sie nicht mehr so viel reden müssen wie beim ersten Mal, weil Einiges schon eingeübt ist. Je häufiger sie die gleiche Aufgabe wiederholen, umso mehr sinkt der Kommunikationsaufwand, den Sie für die Koordination brauchen. Bei immer gleichen Tätigkeiten ist fast keine Kommunikation mehr nötig.
Der wichtigste Job eines Managers
Dagegen ist bei komplexeren Anforderungen und wechselnden Teammitgliedern viel Kommunikation unabdingbar und direkt proportional zur Koordination. Genau diese Aufgabe ist im Unternehmen traditionell die Domäne des Managements. Ob die Organisation so klein ist wie die Gruppe, welche eine Wohnung neu streicht, oder so groß wie ein internationales Unternehmen, spielt dabei keine Rolle.
Social Media wie Blogs, Foren, Wikis und so weiter können das Management enorm entlasten, weil ein Großteil der Kommunikations- und damit Koordinationskraft aus der kollektiven Intelligenz heraus entsteht. Früher sprach der Vorgesetzte zu seinen Untergebenen, die zuzuhören hatten. Heute tauschen sich Chefs und Mitarbeiter im Web 2.0 über die neue Unternehmensstrategie oder Probleme im Vertrieb aus. Da alle etwas beitragen können, steht mehr Wissen zur Verfügung.
Bei der Weiterentwicklung der Kommunikationstechnik von Schrift über Buchdruck, zu Radio und Fernsehen und schließlich bis hin zu den Anfängen des Internets ging es immer darum, dass eine Quelle Informationen in eine Richtung aussendet. Es war letztlich mehr vom Gleichen - immer billiger, schneller, farbiger und realistischer. Durch das Web 2.0 kommt nun die völlig neue Dimension des Interaktiven hinzu - und bringt so einen echten Paradigmenwechsel mit sich. Das ist die eigentliche wahre Sensation. Im Mitmach-Web kann sich jeder genau die Information besorgen, die er braucht. Jeder kann auch in nie da gewesenem Ausmaß Information selbst erstellen, die Informationen von anderen anreichern und vernetzen.
Dem kann ich absolut zustimmen. Klar - Social Media hat eine gute Seite weil es sowohl die nationale als auch internationale Vernetzung von Privatpersonen und Firmen erleichtert. Auf der anderen Seite fördert es innerhalb einer Firma doch oft auch nur dass die Mitarbeiter ihre Zeit mit anderen Dingen vertrödeln. Der Vergleich mit der Wohnungsrenovierung ist übrigens nicht nur absolut akkurat sondern auch sehr klug! :) mehr...
Wenn sollte Google da vorsichtig sein, wenn Daten aus Social Media mit in die Suchergebnisse einbezogen werden, aber eigentlich gibt es da schon klare Faktoren die zur nötigen Relevanz beitragen, lokalität z.B. mehr...
Nur die Tatsache alleine, dass Internet ca. 50-70 % billiger ist als Hierarchie um Zusammenarbeitsformen zu strukturieren, macht digitale Medien unvermeidlich. Es handelt sich um Kosten ! Die Manager, die diesen Trend befuerchten, sind meiner Meinung nach nicht zukunftsfit. Ich wuerde Ihnen empfehlen, daran zu arbeiten. Das bedeutet, ganz konkret ausgedrückt: Kunden rein, Gemeinkosten raus, unvermeidlich, denke ich, in diesem Weltteil. Viele [...] mehr...
Zum Thema Social Media dürfte nicht uninteressant sein, dass die Suchmaschine Google mehr und mehr dazu übergeht, seine Suchergebnisse mithilfe sozialer Signale zu bestimmen, dh. z.b. die Anzahl der Twitter-Follower, Facebook-Fans und Google+-Shares geht zuerst in das Ranking des jeweiligen Accounts ein, der dann überall dort, wo er schreibt und wo "seine sozialen Signale" ihn (technisch gesehen) begleiten und diese von Lesern positiv bezeugt [...] mehr...
Mal bei McKinsey schauen. Die Followerzahlen sprechen für sich und die Regelmäßigkeit hochqualitativer Beiträge ebenfalls. Es handelt sich um eine hochintegrative Kommunikationsstrategie und Mehrfachverwertungspipeline, die aus vielen Jahren Lernkurve entstanden ist. Einfach fantastisch. Funtastisch. mehr...