Von Michael Hengl
2. Teil: Mehr Demokratie wagen
Für diese kommunikative Demokratisierung sollten sich auch Unternehmen öffnen. Passen Führungskräfte die Kultur ihrer Organisation entsprechend an, können sie neue Werte für Zusammenarbeit und Innovation schaffen, Wachstumspotentiale erschließen und lästige Koordinationskosten senken. Das sollte als Motiv reichen.

Eine weitere Erklärung für den zaghaften Einsatz von Social Media in Unternehmen ist - neben Angst - die hohe Dynamik der momentanen Umwälzungen. Vielen Managern fällt es schwer mit der Entwicklung Schritt zu halten und ihnen wird schmerzlich bewusst, dass die Kompetenzlücken im Unternehmen eher größer als kleiner werden. Meistens beschäftigt sich gerade einmal das Marketing damit, wie es bei StudiVZ eine Werbung zielgruppengerecht platzieren kann.
Kein Wunder, dass sich viele Entscheider überfordert fühlen. Sie wissen nicht genau, wie sie das Zeitalter des Unternehmens 2.0 in ihrer Organisation einläuten sollen, geschweige denn wie sie den Erfolg von Investitionen in Social Media messen könnten. Zudem fehlt es oft an der sozialen Kompetenz, um mit allen Anspruchsgruppen zusammenhängende Strategien zu entwickeln.
Trotzdem: Auch wenn Wikileaks, Facebook und Co. derzeit polarisieren, wird sich das neue Paradigma der Social Media durchsetzen, weil die Vorteile überwiegen - es ist nur eine Frage der Zeit.
Viel Spaß beim Kommunizieren!
Was sind Ihre Erfahrung mit den neuen sozialen Medien in Ihrem Unternehmen? Gibt es Widerstände und Vorbehalte? Oder nutzen Sie die neue Kommunikationstechnik erfolgreich? Diskutieren Sie mit.
Mal bei McKinsey schauen. Die Followerzahlen sprechen für sich und die Regelmäßigkeit hochqualitativer Beiträge ebenfalls. Es handelt sich um eine hochintegrative Kommunikationsstrategie und Mehrfachverwertungspipeline, die aus vielen Jahren Lernkurve entstanden ist. Einfach fantastisch. Funtastisch. mehr...
"textrakt" hat angemerkt: Positive Beispiele, Case-Studies, Referenzen usw. könnten mithelfen, die Angst vor Social Media zu nehmen. Ich finde, es gibt eigentlich genügend Beispiele, die Nutzen und Wirkungsweise von Social Media im Unternehmenskontext aufzeigen. Ich hatte in der ersten Antwort zu diesem Thema auf die Otto Group und Thomas Voigt verwiesen, es gibt aber auch viele andere Beispiele (etwa im Bankenbereich), von denen man passende [...] mehr...
Stimmt. Deckt großteils, was ich als Trainer aus dem Mid Management und den Fachabteilungen ständig zu hören bekomme. Wie aber lauten die Lösungen? Wie funktionieren Bottom-up-Strategien, Tipps, Taktiken, das How-To usw. - um das Upper Management, gar den langjährigen CEO zu überzeugen? Was Web2.0 bräuchte, ist, was wir aus der Old School of Marketing hinlänglich kennen: Referenzen, Case-Studies, Fallstudien, O-Ton, handfeste Ergebnisse. Schlichtweg [...] mehr...
Wir sollten in dieser Diskussion aber nicht den Eindruck erwecken, dass der Weg zu den Stakeholdern nur und ausschließlich über Social Media läuft! Vielmehr müssen die Unternehmen lernen, die Kanäle zu verbinden und Multistakeholderkommunikation integriert zu betreiben. Es sind zwei Herausforderungen, die Unternehmen zu bewältigen haben: 1. Offene Kommunikation (einschließlich einem gewissen Kontrollverlust) nicht nur zulassen, sondern dort fördern, wo [...] mehr...
Diese "Lähm"-Schicht kenne ich auch aus zahlreichen Projekten, nicht nur im Bereich Soziale Medien. Ja, es gibt sie! Aber die Erfahrung zeigt auch: Der Fisch stinkt vom Kopf. Wenn das Top-Management nicht mitzieht und nicht deutlich sichtbar in der ersten Reihe bei Veränderungsprozessen steht (und Soziale Medien sind mehr Revolution als Revolution), dann merken das auch die Mitarbeiter und ducken sich unter der Welle der Veränderung hinweg. [...] mehr...