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12.01.2011

Blog

Die Angst der Manager vor Social Media

Von Michael Hengl

2. Teil: Mehr Demokratie wagen

Für diese kommunikative Demokratisierung sollten sich auch Unternehmen öffnen. Passen Führungskräfte die Kultur ihrer Organisation entsprechend an, können sie neue Werte für Zusammenarbeit und Innovation schaffen, Wachstumspotentiale erschließen und lästige Koordinationskosten senken. Das sollte als Motiv reichen.

Michael Hengl

Michael Hengl ist Gründer und CEO der Unternehmensberatung 1492. Er hat sich darauf spezialisiert, die Zusammenarbeit und Produktivität in Unternehmen durch Enterprise 2.0 Lösungen zu verbessern.
Leider blockieren Manager aber noch immer aus Angst vor Veränderung und Machtverlust den Weg zum Unternehmen 2.0. Sie verzögern und zensieren interne Foren und Blogs; öffentliche Äußerungen im Internet kontrollieren sie über Verschwiegenheitsklauseln; Zugänge zu Facebook, Twitter oder Xing sperren sie sogar ganz. Sie verharren in alten Verhaltensmustern, statt Kommunikation zu fördern und in die richtigen Bahnen zu lenken. Sie lassen die Chance ungenutzt, die Koordination im Unternehmen erheblich zu verbessern.

Eine weitere Erklärung für den zaghaften Einsatz von Social Media in Unternehmen ist - neben Angst - die hohe Dynamik der momentanen Umwälzungen. Vielen Managern fällt es schwer mit der Entwicklung Schritt zu halten und ihnen wird schmerzlich bewusst, dass die Kompetenzlücken im Unternehmen eher größer als kleiner werden. Meistens beschäftigt sich gerade einmal das Marketing damit, wie es bei StudiVZ eine Werbung zielgruppengerecht platzieren kann.

Kein Wunder, dass sich viele Entscheider überfordert fühlen. Sie wissen nicht genau, wie sie das Zeitalter des Unternehmens 2.0 in ihrer Organisation einläuten sollen, geschweige denn wie sie den Erfolg von Investitionen in Social Media messen könnten. Zudem fehlt es oft an der sozialen Kompetenz, um mit allen Anspruchsgruppen zusammenhängende Strategien zu entwickeln.

Zu wenige Manager besitzen heute genug Weitsicht, die Potenziale von Social Media unternehmensintern zu nutzen. Dabei liegt es doch auf der Hand: Mehr Kommunikation bedeutet mehr Koordination und damit mehr Wettbewerbsfähigkeit. Gerade die vielstimmige Kommunikation in Echtzeit mit Management, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten hebt das Unternehmen auf ein völlig neues Leistungsniveau.

Trotzdem: Auch wenn Wikileaks, Facebook und Co. derzeit polarisieren, wird sich das neue Paradigma der Social Media durchsetzen, weil die Vorteile überwiegen - es ist nur eine Frage der Zeit.

Viel Spaß beim Kommunizieren!

Was sind Ihre Erfahrung mit den neuen sozialen Medien in Ihrem Unternehmen? Gibt es Widerstände und Vorbehalte? Oder nutzen Sie die neue Kommunikationstechnik erfolgreich? Diskutieren Sie mit.

Blättern: Teil 2 / 2

FORUM

insgesamt 15 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
24.01.2011 von eckigesonne-strahltbesser: Mal bei McKinsey schauen.

Mal bei McKinsey schauen. Die Followerzahlen sprechen für sich und die Regelmäßigkeit hochqualitativer Beiträge ebenfalls. Es handelt sich um eine hochintegrative Kommunikationsstrategie und Mehrfachverwertungspipeline, die aus vielen Jahren Lernkurve entstanden ist. Einfach fantastisch. Funtastisch. mehr...

23.01.2011 von wgriepentrog: Nicht Angst, sondern Unbequemlichkeit bremst Manager in puncto Social Media

"textrakt" hat angemerkt: Positive Beispiele, Case-Studies, Referenzen usw. könnten mithelfen, die Angst vor Social Media zu nehmen. Ich finde, es gibt eigentlich genügend Beispiele, die Nutzen und Wirkungsweise von Social Media im Unternehmenskontext aufzeigen. Ich hatte in der ersten Antwort zu diesem Thema auf die Otto Group und Thomas Voigt verwiesen, es gibt aber auch viele andere Beispiele (etwa im Bankenbereich), von denen man passende [...] mehr...

20.01.2011 von textrakt: Ja. Was aber nimmt die Angst?

Stimmt. Deckt großteils, was ich als Trainer aus dem Mid Management und den Fachabteilungen ständig zu hören bekomme. Wie aber lauten die Lösungen? Wie funktionieren Bottom-up-Strategien, Tipps, Taktiken, das How-To usw. - um das Upper Management, gar den langjährigen CEO zu überzeugen? Was Web2.0 bräuchte, ist, was wir aus der Old School of Marketing hinlänglich kennen: Referenzen, Case-Studies, Fallstudien, O-Ton, handfeste Ergebnisse. Schlichtweg [...] mehr...

17.01.2011 von wgriepentrog: Es geht um zwei Herausforderungen

Wir sollten in dieser Diskussion aber nicht den Eindruck erwecken, dass der Weg zu den Stakeholdern nur und ausschließlich über Social Media läuft! Vielmehr müssen die Unternehmen lernen, die Kanäle zu verbinden und Multistakeholderkommunikation integriert zu betreiben. Es sind zwei Herausforderungen, die Unternehmen zu bewältigen haben: 1. Offene Kommunikation (einschließlich einem gewissen Kontrollverlust) nicht nur zulassen, sondern dort fördern, wo [...] mehr...

14.01.2011 von der-bank-blog.de:

Diese "Lähm"-Schicht kenne ich auch aus zahlreichen Projekten, nicht nur im Bereich Soziale Medien. Ja, es gibt sie! Aber die Erfahrung zeigt auch: Der Fisch stinkt vom Kopf. Wenn das Top-Management nicht mitzieht und nicht deutlich sichtbar in der ersten Reihe bei Veränderungsprozessen steht (und Soziale Medien sind mehr Revolution als Revolution), dann merken das auch die Mitarbeiter und ducken sich unter der Welle der Veränderung hinweg. [...] mehr...

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