Von Johann Füller
Apple, Bang & Olufsen, Audi, Puma oder auch der Staubsaugerhersteller Dyson gehen ihren eigenen Weg - und haben großen Erfolg damit. Sie maximieren weder konsequent den Kundennutzen noch sind sie technisch führend. So existierte beispielsweise die meiste Hard- und Software, die Apple verwendet, bereits zuvor und stammt von Konkurrenten oder Zulieferern.
"Design als fester Bestandteil der Unternehmenskultur": Der Erfolg von Apple gibt dem Unternehmen mit seiner Designstrategie recht
Die Designorientierung dieser Unternehmen hat viele Facetten. Sie zeigt sich in Werten, Normen und Verhalten. Ihr Ziel sind Produkte und Innovationen, die in ihrer Form und Funktion überzeugen und damit ihre Nutzer begeistern oder gar regelrecht verzaubern.
Um besser zu verstehen, wie Designorientierung in einem Unternehmen entsteht, haben die beiden Wissenschaftler K. Scott Swan, Associate Professor of International Business and Marketing am College of William & Mary im US-Bundesstaat Virginia, und Charles H. Noble, Associate Professor of Marketing an der University of Mississippi im gleichnamigen US-Bundesstaat, 380 Unternehmen befragt. Sie haben dabei fünf wichtige Dimensionen ermittelt:
1. Strategie - Design als klarer Wettbewerbsvorteil:
Räumen die Topmanager dem Design die nötige strategische Bedeutung im Unternehmen ein, dann müssen sie es als Erfolgsfaktor, Wettbewerbsvorteil und Alleinstellungsmerkmal betrachten. So bestimmt etwa die Gestaltung eines Audi die Kaufentscheidung zu circa 60 Prozent. Die Führungskräfte müssen auch über die Zuweisung von Ressourcen und Prioritäten diskutieren. Der BMW-Vorstand hat das Produktdesign beispielsweise zu einem der wichtigsten Zukunftsfelder erklärt und somit ins Zentrum seiner Innovationsstrategie gerückt. Entsprechend brauchen Designer einen Platz im Topmanagement und müssen Verantwortung für den Unternehmenserfolg und den effizienten Ablauf der Innovationsprozesse übernehmen. Bei Philips gibt es mittlerweile Chief Design Officers in den jeweiligen Geschäftsbereichen, die das operative Geschäft mitmanagen.
2. Ästhetik - weit mehr als nur Kosmetik: