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01.09.2010

Blog

Werden Sie ein A-Typ!

Von Dorothee Echter

Bescheidenheit gilt als erstrebenswerte Tugend. Doch im Topmanagement kommen Sie damit nicht weiter. Hier ist es Pflicht, die eigene Qualität, die Einzigartigkeit selbst zu benennen. Lernen Sie, wie man sich als Hochkaräter in Szene setzt, und diskutieren Sie mit.

Sprechen Sie positiv über sich, großartig, fulminant, und einzigartig? Dann gehören Sie zu Typ A. Sie begründen Ihre Entscheidungen innerhalb eines größeren, bedeutsamen Kontextes und erläutern Ihre persönlichen Werte, die Sie in die Welt bringen möchten. Oder widerstrebt es Ihnen eher, die eigenen Vorstellungen in den Mittelpunkt zu stellen und Werbung in eigener Sache zu machen? Möchten Sie lieber im Stillen wirken, allein durch Ihre Taten und Ergebnisse glänzen und dann von anderen entdeckt und herausgestellt werden? Dann gehören Sie zu Typ B.

Gelernt ist gelernt: Arnold Schwarzenegger, Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien, ist bestimmt kein B-Typ. Schon als Schauspieler wusste er, sich gut in Szene zu setzen und zu überzeugen.

Gelernt ist gelernt: Arnold Schwarzenegger, Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien, ist bestimmt kein B-Typ. Schon als Schauspieler wusste er, sich gut in Szene zu setzen und zu überzeugen.

© Corbis
Dieser Blog-Beitrag soll Ihnen zeigen, dass Sie von heute an umdenken müssen. Werden Sie zu Typ A! Exponierte Persönlichkeiten mit einem starken Anliegen und dem Wunsch, einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen, müssen idealisierend über sich selbst sprechen.

Warum?

1. Weil Sie Resonanz auslösen, andere Menschen mitnehmen müssen. Wie sollte jemand Ihre Werte wichtig nehmen, wenn nicht Sie selbst die Bedeutsamkeit, Großartigkeit Ihres Anliegens herausstellen? "Ich will mit diesem Gebäude die modernste Architektur realisieren, die heute möglich ist, weil ich hier aufgewachsen bin. Unsere Stadt soll ein weltweites Vorbild sein." So könnte eine Aussage des Typs A lauten. Typ B würde sagen: "Wie der Oberbürgermeister schon gesagt hat, brauchen wir die modernste Architektur. Nach langen Abstimmungen wurde entschieden, meinem Team dafür die Verantwortung zu übertragen." Eine solche Aussage klingt nach viel Arbeit, aber nicht nach Begeisterung. Menschen gehen aber nicht mit einem bescheidenen Teammitglied in Resonanz, sie möchten nicht geführt werden von einem Nobody, der sich selbst banalisiert und verharmlost. Menschen folgen gerne einer großartigen Persönlichkeit.

2. Weil Sie Orientierung geben müssen. Nur ein einzigartiges, ganz persönliches Markenstatement wie "Ich will traditionelle europäische Großstädte durch modernste Architektur aufwerten", verleiht ambitionierten Menschen die Glaubwürdigkeit, große Aufgaben gegen Widerstände erfolgreich vollenden zu können. Sie müssen selbst von Ihrer Einzigartigkeit überzeugt sein, davon, in Ihrem eigenen Gebiet eine Autorität zu sein, ein Weltmeister. Nur so kommen Personen mit großen Aufgaben gegen viele Widerstände zu den besten Mitstreitern, den größten Budgets und den prominentesten Fürsprechern.

Dorothee Echter ist Topmanagementberaterin für international tätige Führungspersönlichkeiten
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Dorothee Echter ist Topmanagementberaterin für international tätige Führungspersönlichkeiten

3. Weil andere ohne große Anstrengungen Ihre Reputation erkennen und weitertragen müssen. Im Topmanagement ist es unmöglich, die Erfahrung, Kompetenz, Anstrengung zu ermessen, die jemand eingesetzt hat, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Wie viel Glück war dabei? Welchen Anteil hatten andere am Erfolg? Niemand kann wissen, was der ganz persönliche Anteil am Erfolg ist, es sei denn, der Vorstand, die Topmanagerin oder der Meisterarchitekt kommuniziert es selbst. Die Erwartung, dass andere die eigene Großartigkeit entdecken und formulieren sollen, zeugt nicht von Bescheidenheit, sondern von Unwissen und von ärgerlicher Faulheit. Denn die Formulierung einer Marke ist sehr komplex und aufwendig: Sie muss authentisch sein, Werte und Motive ebenso enthalten wie Kompetenzen und Erfahrungen, zielgruppen- und aufgabengerecht sowie auf jeden Fall äußerst hochkarätig - wer will schon mit einer farblosen, unwichtigen Maus zu tun haben?

Bevor Sie also das nächste Mal jemanden bitten, Sie zu empfehlen oder über Sie etwas Positives zu sagen, bevor Sie mit Journalistinnen oder Headhuntern sprechen, entwickeln Sie Ihre Marke, statt einfach Ihren Lebenslauf mitzuschicken. Kondensieren Sie Ihre Antworten auf folgende vier Fragen in einem einzigen Satz, oder noch besser, in einigen Begriffen:

• Wofür stehe ich - was ist mein Lebensthema?
• Was kann ich besser als alle anderen?
• Was treibt mich im Innersten an?
• Welchen tiefsten Nutzen will ich Menschen, Unternehmen, der Welt spenden?

Eine Arbeit, die viel Gespür, die Kunst der Fokussierung sowie exzellente Feedback-Partner erfordert. Viel Erfolg dabei!

Sehen Sie sich eher als Typ A oder als Typ B? Welche Form der Selbstdarstellung halten Sie für Erfolg versprechender? Diskutieren Sie mit.

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