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zuletzt aktualisiert: 01. September 2010, 07:51 Uhr

Blog

Werden Sie ein A-Typ!

Von Dorothee Echter

Bescheidenheit gilt als erstrebenswerte Tugend. Doch im Topmanagement kommen Sie damit nicht weiter. Hier ist es Pflicht, die eigene Qualität, die Einzigartigkeit selbst zu benennen. Lernen Sie, wie man sich als Hochkaräter in Szene setzt, und diskutieren Sie mit.

Sprechen Sie positiv über sich, großartig, fulminant, und einzigartig? Dann gehören Sie zu Typ A. Sie begründen Ihre Entscheidungen innerhalb eines größeren, bedeutsamen Kontextes und erläutern Ihre persönlichen Werte, die Sie in die Welt bringen möchten. Oder widerstrebt es Ihnen eher, die eigenen Vorstellungen in den Mittelpunkt zu stellen und Werbung in eigener Sache zu machen? Möchten Sie lieber im Stillen wirken, allein durch Ihre Taten und Ergebnisse glänzen und dann von anderen entdeckt und herausgestellt werden? Dann gehören Sie zu Typ B.

Gelernt ist gelernt: Arnold Schwarzenegger, Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien, ist bestimmt kein B-Typ. Schon als Schauspieler wusste er, sich gut in Szene zu setzen und zu überzeugen.

Gelernt ist gelernt: Arnold Schwarzenegger, Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien, ist bestimmt kein B-Typ. Schon als Schauspieler wusste er, sich gut in Szene zu setzen und zu überzeugen.

© Corbis
Dieser Blog-Beitrag soll Ihnen zeigen, dass Sie von heute an umdenken müssen. Werden Sie zu Typ A! Exponierte Persönlichkeiten mit einem starken Anliegen und dem Wunsch, einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen, müssen idealisierend über sich selbst sprechen.

Warum?

1. Weil Sie Resonanz auslösen, andere Menschen mitnehmen müssen. Wie sollte jemand Ihre Werte wichtig nehmen, wenn nicht Sie selbst die Bedeutsamkeit, Großartigkeit Ihres Anliegens herausstellen? "Ich will mit diesem Gebäude die modernste Architektur realisieren, die heute möglich ist, weil ich hier aufgewachsen bin. Unsere Stadt soll ein weltweites Vorbild sein." So könnte eine Aussage des Typs A lauten. Typ B würde sagen: "Wie der Oberbürgermeister schon gesagt hat, brauchen wir die modernste Architektur. Nach langen Abstimmungen wurde entschieden, meinem Team dafür die Verantwortung zu übertragen." Eine solche Aussage klingt nach viel Arbeit, aber nicht nach Begeisterung. Menschen gehen aber nicht mit einem bescheidenen Teammitglied in Resonanz, sie möchten nicht geführt werden von einem Nobody, der sich selbst banalisiert und verharmlost. Menschen folgen gerne einer großartigen Persönlichkeit.

2. Weil Sie Orientierung geben müssen. Nur ein einzigartiges, ganz persönliches Markenstatement wie "Ich will traditionelle europäische Großstädte durch modernste Architektur aufwerten", verleiht ambitionierten Menschen die Glaubwürdigkeit, große Aufgaben gegen Widerstände erfolgreich vollenden zu können. Sie müssen selbst von Ihrer Einzigartigkeit überzeugt sein, davon, in Ihrem eigenen Gebiet eine Autorität zu sein, ein Weltmeister. Nur so kommen Personen mit großen Aufgaben gegen viele Widerstände zu den besten Mitstreitern, den größten Budgets und den prominentesten Fürsprechern.

Dorothee Echter ist Topmanagementberaterin für international tätige Führungspersönlichkeiten
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Dorothee Echter ist Topmanagementberaterin für international tätige Führungspersönlichkeiten

3. Weil andere ohne große Anstrengungen Ihre Reputation erkennen und weitertragen müssen. Im Topmanagement ist es unmöglich, die Erfahrung, Kompetenz, Anstrengung zu ermessen, die jemand eingesetzt hat, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Wie viel Glück war dabei? Welchen Anteil hatten andere am Erfolg? Niemand kann wissen, was der ganz persönliche Anteil am Erfolg ist, es sei denn, der Vorstand, die Topmanagerin oder der Meisterarchitekt kommuniziert es selbst. Die Erwartung, dass andere die eigene Großartigkeit entdecken und formulieren sollen, zeugt nicht von Bescheidenheit, sondern von Unwissen und von ärgerlicher Faulheit. Denn die Formulierung einer Marke ist sehr komplex und aufwendig: Sie muss authentisch sein, Werte und Motive ebenso enthalten wie Kompetenzen und Erfahrungen, zielgruppen- und aufgabengerecht sowie auf jeden Fall äußerst hochkarätig - wer will schon mit einer farblosen, unwichtigen Maus zu tun haben?

Bevor Sie also das nächste Mal jemanden bitten, Sie zu empfehlen oder über Sie etwas Positives zu sagen, bevor Sie mit Journalistinnen oder Headhuntern sprechen, entwickeln Sie Ihre Marke, statt einfach Ihren Lebenslauf mitzuschicken. Kondensieren Sie Ihre Antworten auf folgende vier Fragen in einem einzigen Satz, oder noch besser, in einigen Begriffen:

• Wofür stehe ich - was ist mein Lebensthema?
• Was kann ich besser als alle anderen?
• Was treibt mich im Innersten an?
• Welchen tiefsten Nutzen will ich Menschen, Unternehmen, der Welt spenden?

Eine Arbeit, die viel Gespür, die Kunst der Fokussierung sowie exzellente Feedback-Partner erfordert. Viel Erfolg dabei!

Sehen Sie sich eher als Typ A oder als Typ B? Welche Form der Selbstdarstellung halten Sie für Erfolg versprechender? Diskutieren Sie mit.

Kommentar 45

Frau Echter, ich bewundere Ihren Mut, mit so etwas tatsächlich an die Öffentlichkeit zu gehen und damit auch noch Geld zu verdienen. Diese Tschakka-Mentalität ist doch in weiten Teilen Deutschlands und der westlichen Welt ein Grund für Verdrossenheit gegenüber der Arbeit, Politik und sozialer Anteilnahme. Sie instrumentalisieren wertvolle Charaktereigenschaften nur dazu, um noch erfolgreicher (im eigenen Sinne) zu werden. Denken Sie mal über ihre Ziele nach.

Wir brauchen nicht noch mehr A-Typen, sondern wir brauchen A-Typen mit Gewissen, die von innen heraus charismatisch sind und aus eigenem Antrieb wertvolle Ziele verfolgen - nicht die eigene Karriere. Und Charismaten, die eben diese Eigenschaft an sich herausstreichen, verwirken diese in just diesem Moment (ein Vergleich zu Heißenbergs Unschärferelation könnte hier angebracht sein). Charismaten lachen mit den Augen - nicht mit dem Mund.

Es gibt Menschen, denen folgen andere Menschen, das hat aber nichts mit Kommunikation auf der verbalen Ebene zu tun, sondern mit Etwas, das wir nie begreifen werden. Es ist einfach da oder nicht. Die Beratung, in die Sie uns mit diesem Blog Einblick gewähren, führt zu übersteigertem Selbstvertrauen, was in vielen Fällen zu abgehobenem Handeln führt und das wiederum hält Untergebene von wahrem Engagement ab. Das ist nicht nachhaltig, sondern führt zu Entfremdung. Ich finde es sehr schade, dass Sie ihre Multiplikatorrolle nicht sinnvoll einsetzen.

Hannes


Kommentar 44

Wir haben so viele Schwätzer und so wenig Macher! Reden kann jeder, Verantwortung entsteht durch Machen. Power-Point-Manager, -Ingenieure haben wir genug! Selbstdarsteller haben Konjunktur, wir kopieren das amerikanische Dummbild ohne auf eigene Tugenden zu setzen. Gut für Konzerne, schlecht für Familienunternehmen und die Menschen in diesem Land!

Gert Aschenbach


Kommentar 43

Eine ausgezeichnete Zusammenfassung. So ist es, auch wenn es nicht jedem gefällt. Gut ist, was sich langfristig gut verkauft. So entstehen starke Marken. Nur gute Qualität zu liefern, muss nicht erfolgreich sein, wenn es niemand weiß oder glaubt. Wer allerdings nur große Sprüche macht, aber letztendlich keine Qualität liefert, ist ein "Schaumschläger" und wird sich langfristig nicht gut verkaufen können. Im Grunde gilt das für Produkte und Menschen. Bei Menschen wird es komplexer, wenn die Leistung/Qualität eines Teams der Maßstab ist.

Uwe R.


Kommentar 42

Ich bin Typ B und stolz darauf. Die Typ-A-Marke verachte ich. Ich sehe sie nicht als Vorbild. Meistens geht aus denen die Luft auch bald raus. Mir wurde beigebracht: mehr sein als scheinen. Damit bin ich in der Regel auch gut gefahren. Sie vertreten hier das Pralinenschachtel-Prinzip: Hauptsache dicke Aufmachung - was drin ist, ist nicht so wichtig. Damit liegen Sie falsch. Aber das haben Ihnen ja die meisten Kommentatoren schon gesagt. Und das finde ich sehr erfreulich. Prima Leute, diese B-Typen. Von denen kann das Land gar nicht genug haben.

R. Winter


Kommentar 41

Sehr geehrte Frau Echter, haben Sie 100 B-Typen getroffen und Sie mit 100 A-Typen verglichen, und dann noch die Unterschiede mit Erfolgskriterien korreliert? Und wenn ja, mit welchen? Nähere Begründungen wären interessant, dann landen Sie nämlich bei längst veralteten Persönlichkeitstheorien aus dem Bereich der, man höre und staune, Herzinfarktforschung. Beste Grüsse

DP


Kommentar 40

Sehr geehrte Frau Echter, bei der Lektüre Ihrer interessanten Thesen fiel mein Gedanke sofort auf den typischsten A-Typ überhaupt in Deutschland: Thomas Middelhoff. Deals, deals, deals, Ego comes first, eine ganze Heerschar von Geblendeten hat er bei Bertelsmann wie ein Guru um sich versammelt, bis die bodenständige Familie Mohn ihn gestoppt hat, weil er den Hals von sich nicht voll genug bekommen konnte. Zuletzt hat er in scheinbar völliger geistiger Verblendung beziehungsweise Ausblendung der Realität auf der Hauptversammlung von Arcandor behauptet, er habe KarstadtQuelle erfolgreich saniert.... was für eine Story, passend zu Ihrer Aufforderung, ein A-Typ zu werden. Die Resonanz im Blog war entsprechend, wie beruhigend! Gruß

C. Claussen


Kommentar 39

Ich bin Typ A. In meiner Abteilung respektiert man mich, da ich meine Mitarbeiter gerecht behandle, aber in Entscheidungsfragen immer das letzte Wort habe. Um an meine Position zu kommen, habe ich mich mehrere Male gegen Konkurrenten durchgesetzt, die dem Unternehmen nicht im gleichen Maße zum Fortschritt verholfen hätten. Ich gehe offen und ehrlich mit den Menschen um und sage Dinge, die mir nicht passen, jemandem lieber direkt ins Gesicht - auch vor Vorgesetzten. Da ich besser bin als meine Kollegen, bekomme ich auch die besseren Aufträge und fliege öfter beruflich ins Ausland. Leider hat mein erfolgsorientierter Charakter dazu geführt, dass ich keine richtigen Freunde habe und Frauen nichts von mir wissen wollen. Wendet Euch also ab vom selbstgerechten Weg. Persönliche Unzulänglichkeiten mit übereifrigem Nach-Vorne-Stürmen zu überspielen macht auf die Dauer sehr unglücklich. Leugnet es nicht, ich bin wie Ihr und weiß, wie verletzt Ihr in Eurem Inneren seid.

Der einsame Landvogt


Kommentar 38

Das klingt sehr überzeugend, unterschlägt aber vollständig, dass - außer bei ganz seltenen, außergewöhnlichen Aufgaben - Teamarbeit, also die Fähigkeit zum guten, der Sache, nicht dem Ego dienenden Zusammenarbeiten - die besten Resultate bringt.

Mein Fazit: Egos, die sich maßlos überschätzen und deshalb in jeder Hinsicht für die Gesellschaft schädlich sind, haben wir genug! Was geübt und gelebt werden muss, ist die uneigennützige Zusammenarbeit zum Wohle des Ganzen!

Übrigens: Mit was beschäftigen sich denn die Entscheider? Nur damit, wie sie ihren Konkurrenten möglichst geschickt ein Bein stellen können, oder mit der voraussichtlich besten Lösung, die ihnen vorgetragen wird?

Thieringer


Kommentar 37

Gibt es auch einen A/B Typ?

H. Sattelmayer


Kommentar 36

Wie immer ist es bei solchen Ratschlägen so: Weder/Noch. Und als TYP würde ich mich in meiner Position als Initiator des Projektes www.ecotopia.jimdo.com schon garnicht einordnen lassen. Klar, für junge Leute ist Orientierung sinnvoll. Aber entscheidend ist es, sich selbst zu kennen. Und zwar in den verschiedensten Situationen. Aus meiner Zeit bei der Führungsakademie Bad Harzburg weiß ich und werde nie vergessen: Erfolg kann auch sehr gefährlich für die Persönlichkeitsentwicklung sein.

Nicht umsonst ziehen sich Manager "uniform" an. Da Management im Kern immer das Gleiche will: Ziele/Mittel/Massnahmen, wobei die Zielhierarchie in der Marktwirtschaft immer die Gleiche ist: Rendite = Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Gewinn = Umsatz - Kosten. Umsatz = Menge mal Preis etc. etc. Da bleibt wenig Spielraum für eine breit angelegte Persönlichkeitsentwicklung. Nicht umsonst ist die Sterberate bei Top-Leuten kurz nach der Pensionierung oder Entlassung (im gegenseitigen Einvernehmen) überdurchschnittlich.

Rolf K. Brunner


Kommentar 35

Liebe Frau Echter, ich stimme Ihnen in Vielem zu. Was mir fehlt ist die Bereitschaft zu der Verantwortung, die man mit seinem Getöse übernehmen zu können/wollen signalisiert, oder sogar schon innehat, letztlich auch wirklich zu stehen. Denn genau dafür werden AAA-Typen gut bezahlt, sind aber weg (evtl. sogar noch mit Abfindung), wenn es nicht geklappt hat und machen woanders weiter. Insgesamt scheint mir die Stimmung derzeit doch eher gegen A-Typen zu stehen. Und das aus gutem Grund - siehe die Finanzkrise und die daraus resultierende Wirtschaftskrise, oder auch daran was gerade bei Stuttgart 21 passiert. Ich denke, dass derzeit andere Wertigkeiten gefragt sind, um sich Vertrauen zu verdienen, zum Beispiel Integrations- und Kritikfähigkeit und vor allem - moralische Integrität. Beste Grüße

Gunter Grigo


Kommentar 34

Also. Da der Trend "Nachhaltigkeit" bekannt ist, halte ich den Typ B für besser. Typ A verbrennt, weil er den Typus nicht auf Dauer halten kann. So einfach ist das.

Werner Tresor

Kommentar 33

Mir kommt vieles aus dem Artikel aus der täglichen Erfahrung bekannt vor. Mit der Aussage, dass ein gewisses Maß an Selbstmarketing vonnöten ist, stimme ich vollkommen überein. Es ist nur leider so, dass in vielen Fällen fast ausschließlich dieses betrieben wird und der reale Bezug verloren geht - bis hin zu der Tatsache, dass Fachkenntnisse zu relevanten Sachverhalten nahezu gänzlich ausgeblendet werden. Selbstdarstellung ja, aber bitte in einem realen Rahmen und bitte nicht ausschließlich. Denn am Ende müssen die Versprechungen auch noch von Leuten realisiert werden und dabei ist ein allzu kurzfristiger Horizont in den seltensten Fällen die nachhaltig erstrebenswerte Lösungsoption.

Martin

Kommentar 32

"Entwickeln Sie Ihre Marke". Aber um etwas getan zu bekommen, ist die Marke sekundär - wenn Sie die richtigen Ideen haben. Jeder, der schon einmal - ohne "Marke" zu sein - etwas durchgesetzt hat, weiß das. Sie zäumen das Pferd von hinten auf. "Bauen Sie Ihre Marke, der Rest ist egal". Das funktioniert, aber was bringt es eigentlich, außer gebackener Luft?

HHS

Kommentar 31

Was bitte soll denn "tiefster Nutzen" sein? Und wie spendet man Nutzen? Das ist ja schlimmer noch als in der Werbung.

Chris

Kommentar 30

Hallo, ich verstehe die Absicht, aber trotzdem finde ich eine Welt voller Egomanen nicht als erstrebenswert. Ciao

Sven

Kommentar 29

Ich bin Typ Z: Meine Eigenschaften sind zu hervorragend, als dass Sie lediglich (m)einer Karriere und damit schlussendlich einer privatwirtschaftlichen Gesellschaft oder noch viel schlimmer DER Gesellschaft zu Gute kommen sollten. Meine unerschöpfliche Energie, Intelligenz und Kreativität, mein alles mitreissender Humor und mein unübertroffenes Understatement sollen lediglich denen dienen, die es verdient haben: Denen, die ich liebe. Hoffentlich werde ich nie entdeckt, denn dann wäre ich eine Perle vor den Säuen.

Sybrand

Kommentar 28

Das ist alles schöne Theorie. Menschen, die wirklich kommunikativ, integer, mitreißend, tolerant und intelligent sind, und auch ein eigenes Leitbild und Wertvorstellungen haben, sollten diese Ratschläge befolgen. Alle anderen sollten die Finger davon lassen. Wer kommuniziert schon gern seine eigene Unzulänglichkeit?

Davon haben wir derzeit in den Führungsetagen leider genug. Da wird gelabert und gejammert, aber nichts voran gebracht. Beim Verzetteln vergeht auch die Zeit schön schnell. Schließlich kann man ja nicht alles gleichzeitig machen. Das eigentliche Ziel - wenn es denn überhaupt eines gibt - wird gern 'mal aus dem Auge verloren. Die Mitarbeiter im Regen stehen gelassen … die Liste des Versagens ist lang. Es wird Zeit für eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten, die sich nicht erst als wertvolle, begeisternde Marke erfinden muss - weil sie bereits eine ist.

A. C.

Kommentar 27

Hallo, Sie schreiben: "Die Erwartung, dass andere die eigene Großartigkeit entdecken und formulieren sollen, zeugt nicht von Bescheidenheit, sondern von Unwissen und von ärgerlicher Faulheit."

Ich bleibe bei meiner Bescheidenheit und lasse andere durch meine Arbeit merken, wie gut oder nicht so gut ich bin. Nicht ich lege Zeugnis über mich ab, meine Arbeit tut dies. Zu wissen, wo die exakt eigenen Grenzen und Fähigkeiten liegen, ist wichtig, anstelle der Wahl der richtigen mitreißenden Worte.

Auf die Pauke hauen, ist nicht mein Ding und wird es nie sein. Zeit und Ressourcen auf das Sich-selbst-Feiern zu verpulvern, soll der Schlüssel zum Erfolg sein? Ich werde niemals den Leuten den Hirsch vorspielen, und im Vorfeld den Großartigen spielen. Weniger ist mehr, und das habe ich verinnerlicht. Nüchterne Tatsachen im Vorfeld, Spaß bei der Arbeit, weniger Worte und mehr Handeln, hocheffizientes Arbeiten - das ist der Schlüssel!

Zum Schluss, wenn das Projekt fertig ist, wird die Rechnung gestellt. Erst dann trennt sich die Spreu vom Weizen, der Junge vom Mann, die Quatschtasche vom Fachmann. Alle in meinem Umfeld stellen Bescheidenheit über das Sich-selbst-Feiern, und das ist gut so. Gruss

Roberto

Kommentar 26

Ich habe zwei akademische Titel und ein A-Typ, wird schnell von mir und anderen "entzaubert". Die geistig Stärksten waren in meinem ganzen Berufsleben und an der Uni die Stillen, die Ruhigen. Was keinesfalls bedeutete, dass immer eine "große" Karriere auf sie wartete. Als nächstes sollte einmal der Bereich festgelegt werden, in dem sich Ihr beschriebener Typ A bewegen soll. Welchen Bildungsgrad haben die Leute? Ich habe vor etwa 25 Jahren bei einer Holding gearbeitet in dem folgende Mindesteistellungskriterien galten. Zwei Fremdsprachen, Auslandserfahrung, mindestens zwei Uni-Diplome oder dergleichen. Über ihren Persönlichkeitsbegriff habe ich mich persönlich amüsiert. Es gibt für mich grundsätzlich keine Persönlichkeiten. Als junger Mensch kam einer zu mir und sagte mir, "Komme doch mal mit. Ich will dir eine Persönlichkeit mit Aura zeigen." Ich bin mitgegangen und habe nichts von Persönlichkeit/Aura gemerkt. Aber für ihn war es so. Je dümmer ein Mensch ist, desto mehr lässt er sich beeinflussen.

Runzelrocker

Kommentar 25

Liebe Frau Echter, ich will erst gar nichts beschönigen - ich bin zu 75 Prozent ein B-Typ. Ich glaube auch nicht, dass den B-Typen nur das passende Coaching fehlt, um zum A-Typ zu werden. Es ist eine Frage der Persönlichkeit und des Naturells. Eigentlich sollte das aber überhaupt keine Probleme aufwerfen. Man muss einfach anerkennen, dass es bestimmte Aufgaben und Situationen gibt, in denen (echte!) A-Typen tatsächlich die bessere Besetzung sind. Sie machen nun mal aus einem B-Typen keinen alle mitreißenden omnipotenten Gute-Laune-Bär - auch nicht durch Training. Warum also ist ein Beitrag, wie der ihre, überhaupt notwendig? Wo liegt der Fehler im System?

Bis etwa vor gefühlten 20 Jahren war meines Erachtens den meisten Entscheidungsträgern klar, dass einige wenige A-Typen für besonders publikumswirksame Aufgaben, und jede Menge B-Typen für solide Sacharbeit nötig sind. Man sorgte dafür, dass die zahlenmäßigen Anteile an A- und B-Typen in einem gesunden Verhältnis blieben, und man sorgte dafür, dass auch die B-Typen ihren Anteil am Kuchen erhielten und motiviert und zufrieden waren. Irgendwann ist diese Erkenntnis leider verloren gegangen. Man begann, die A-Typen maßlos zu überschätzen, und - noch schlimmer - die B-Typen für überflüssig zu halten und zu verdrängen (natürlich durch immer mehr A-Typen). Das Ergebnis können Sie jeden Tag in den Medien mitverfolgen.

Wenn Sie nun einigen B-Typen dazu verhelfen, wie ein A-Typ zu wirken und dadurch zu mehr persönlichem Erfolg, mag das für diese Personen positiv sein. Mit Blick auf das Ganze fürchte ich jedoch, dass Sie dazu beitragen, das Elend noch zu vergrößern. Herzliche Grüße

R.M.

Kommentar 24

Leider ist es so, dass A-Typ-Großschwätzer die Gesellschaft in den Ruin treiben. Ihnen fehlt jegliche Fachkompetenz und sie können die Leistung anderer Menschen weder beurteilen noch einschätzen - aber um so mehr blenden und blöffen!

Ich arbeite im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Entweder ich fokussiere meine Arbeit auf all diese Ratschläge von übergeschnappten Personalern oder Karriereberatern und "kommuniziere" 50 Minuten lang über fünf Minuten meiner Arbeit. Oder ich konzentriere mich auf eine Spitzensacharbeit. Dann brauche ich 50 Minuten für die Arbeit und kann maximal 5 Minuten "kommunizieren".

Spitzenleistung und Kommunikationsfähigkeit schließt sich im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich nicht nur weitestgehend aus. Nein, "Kommunikation" von Selbstverständlichem, Belanglosem und heißer Luft (wie bei den Karrieristen, den Managern) widerstrebt auch dem Selbstverständnis eines Forschers und Entwicklers!

Und weil heute die A-Typ-Schwätzer so massiv bevorzugt werden, verliert Deutschland seinen technologischen Anschluss an Asien und andere. Und die wirklichen Leistungsträger (nach Ihrer Bezeichnung B-Typ) werden nicht mehr gefördert und übergangen, sind demotiviert und verlassen das Land.

Rackerer

Kommentar 23

Liebe Frau Echter, das System, welches Sie beschreiben, wäre demnach so aufgestellt, dass A- (oder umgangssprachlich alpha) Wesen, deren Handeln auf aggressiver Konkurrenz basiert, immer den B-Typen, deren Handeln eher auf Kooperation ausgerichtet ist, überlegen sind. Das ist im Grunde das System, was den allermeisten Gruppierungen von Säugetieren (und Primaten im Besonderen) zu Grunde liegt, und sich daher wohl auch seine Rechtfertigung holt.

Mir erscheint das System, so korrekt Sie es auch beschrieben haben, als solches leider weder zukunftsweisend, noch nachhaltig. Es ist ein evolutionärer Zwischenstand, dem mittlerweile aber auch alternative kooperativere Ansätze entgegengebracht werden, die leider (ebenfalls systembedingt) derzeit noch durch das von Ihnen dargelegte A-System in ihrer Verbreitung stark eingeschränkt werden. Dies verhält sich dann im Großen wie im Kleinen, das System mit dem aggressiveren Selbstgeltungstrieb triumphiert gegenüber den bescheideneren, aber auch behutsameren und besser integrierenden Systemen. Die wahre Qualität, sowohl von A-Personen, als auch von A-Systemen, ist (wie schon in einigen vorangehenden Kommentaren angemerkt) auch durch noch so vehementes A-Verhalten nicht nachweisbar. Lediglich der "Erfolg" innerhalb des Wirkungsbereiches. Ich würde mir persönlich eher mehr B-Erscheinungen wünschen, da ich ein Anhänger des noch nicht weitgehend ökonomisch anerkannten Kooperationsprinzips bin. Mit freundlichen Grüßen

AV

Kommentar 22

Sie haben recht. Es ist unumgänglich, seinen Beitrag zur Lösung anstehender Probleme zu kommunizieren. Leidenschaft hinsichtlich der gewollten Zielvorstellung ist dabei ein notwendiges Gewürz. Wenn manche Lösungen durchaus in Teams entwickelt werden, sollte herausgestellt werden, dass man zumindest integraler Bestandteil dieses Teams war, wenn nicht gar eine Leadfunktion wahrgenommen wurde. So wie es nötig ist, nicht nur Gutes zu tun, sondern dies auch zu kommunizieren, ist es auch notwendig, Verantwortung zu übernehmen, wenn die gesteckten Ziele nicht erreicht wurden - dieses verbunden mit einer Skizzierung der möglichen Ursachen oder Fehler. Das ist zwar unter Umständen hart gegen sich selbst, schafft aber auch eine Authenzität.

Dietrich Völker

Kommentar 21

Ach ja, trotz meiner Einschätzung ein B-Typ zu sein, bin ich selbstständig und arbeite mit Erfolg. Meine Kunden sind große und namhafte Unternehmen, die mein Wissen und meine Resultate überzeugen und nicht das, was ich von mir gebe.

Philipp

Kommentar 20

Danke Frau Echter, Sie legen ganz schön den Finger in "meine B- Wunde". In meinem Fall ist das B-Sein von Arroganz geprägt. Als hätte ich es nicht nötig, meine Qualitäten offensiver darzustellen. Dabei hat reifes A-Sein, bei Licht besehen, nur mit Selbstverantwortung zu tun. Vielen Dank auch für Ihre vier zusammenfassenden Fragen und die schon gegebenen Antworten.

Roodan

Kommentar 19

Leute, die dauernd prahlen, sind nicht gern gesehen. Und wenn jemand meint, durch Eigenlob etwas Substanzielles für das Unternehmen zu erreichen, dann ist das auch peinlich.

Vedy

Kommentar 18

Ist Jérôme Kerviel jetzt eher ein A- oder ein B-Typ?

Goerch

Kommentar 17

So ist es, aber in der zweiten Reihe müssen Leute stehen, die was können und auch ein Gespür dafür haben, was geht und was nicht geht, sonst verpustet Mr. Alleskönner nur heiße Luft. Ich habe in meinem Leben einige Amerikaner erlebt, die nur heiße Luft verpustet haben, damit kann man kurzfristig Achtungserfolge verbuchen und auch 'mal den Börsenkurs puschen, aber dann muss irgendwann auch 'mal Umsatz und vor allem Gewinn gemacht werden, sonst bricht das Kartenhaus ganz schnell zusammen. Auch Mr. Obama muss gerade erkennen, dass man nur mit Charisma alleine keinen Staat aus der Krise bringen kann.

Dr. Peter Merle

Kommentar 16

Das Schöne ist: Mann kann es nicht lernen, ein A-Typ zu werden. Entweder man hat diese Geisteshaltung im Knochenmark oder man schleudert Unsummen für Coaching-Seminare hinaus. Wenn Sie als Berater, Trainer oder Coach vor 30 Leuten stehen, wissen Sie ganz genau, wer es draufhat oder auch nicht . All jene mit angelerntem Selbstbewusstsein scheitern langfristig … so meine Erfahrung nach 40 Jahren Business .... und immer noch im Job.

Rainer Christiansen

Kommentar 15

Sehr geehrte Frau Echter, ich habe in einer großen AG unter lauter A-Menschen arbeiten müssen. Ich halte diese Leute für einen Haufen Blender und Dampfplauderer, die den Unternehmenserfolg nur als Vehikel für ihr eigenes Ego betrachten. Jetzt bin ich in einem mittelständischen Unternehmen, wo "ehrlich" gearbeitet wird, und A-Menschen schon nach kurzer Zeit auflaufen würden. Auch, weil man sich dort mit dem typischen Selbstmarketing-Sprech einfach lächerlich macht. In diesem Job fühle ich mich deutlich wohler.

Meinung

Kommentar 14

Leider habe ich fast täglich einen Kollegen um mich, der sich permanent lautstark auf die Schulter klopft, mit Äußerungen wie "bin ich nicht genial?" und dann unseren Geschäftsführer an seinen Arbeitsplatz holt, um ihm diese "Genialität" zu präsentieren. Das Problem ist, dass solche "Genies" tolle Sachen schaffen, die kein Mensch braucht (um sich zu profilieren), das Sich-Kümmern um die "gemeinen" Alltagsprobleme aber denen überlassen, die diese dann (stillschweigend) erledigen -und dabei nicht auffallen.

JR

Kommentar 13

Schade nur, dass Typ A meistens so viel heiße Luft produziert, dass der Ballon, der ihn trägt, spätestens dann platzt, wenn es tatsächlich um Taten geht. Typ A mag auf den ersten Blick attraktiver erscheinen, etwas "reißen" kann meistens nur Typ B. Wobei dann beliebiger Typ A (in der Regel der, der gerade am lautesten schreit, weil sein Ballon kurz vorm Platzen steht) dafür die Anerkennung bekommt.

Hirnwurm

Kommentar 12

Solche auf diese Art ausgebildeten Leute sind gerade dabei, eher destruktiv als konstruktiv die Welt neu zu ordnen. Ich, ich, ich! Wir brauchen neue, andere Führer, deren Selbstbewusstsein ein wahres ist und nicht ein im Sinne des Systems künstlich aufgebautes. Dieses System erinnert mich eher an die Steinzeit. "Ich bin so ausgebildet, dass ich der Stärkere bin, um den mir Unterlegenen zu besiegen". Einfach, toll und super.

Julius Lehmann

Kommentar 11

Sehr geehrte Frau Echter, es ist doch sehr einfältig, die Berufswelt in A-Typ und B-Typ zu kategorisieren. Sie wissen ja sicher, dass ein Großteil ihrer Klientel, welche sich nach Ihren Seminaren als aufgepuschter A-Typ-Manager mit geschwellter Brust ins Büro setzt, sich selbst nur mit den Leistungen seiner Mitarbeiter glorifiziert und als eigene Genialität an seine A-Typ-Management-Kollegen kommuniziert. Na, dann hat sich das Seminar ja gelohnt. Nach meiner Rechnung ergibt allerdings A-Typ + A-Typ = Typ-B. Soll heißen: Eine Firma, in der nur Typ-A Mitarbeiter beschäftigt sind, ist so produktiv wie ein Debattierklub. In diesem Sinne viel Erfolg in der Zukunft.

Hans-Werner Stark

Kommentar 10

In den Kommentaren finden Sie lobende Worte für alle Voten, auch für die, die Sie kritisieren. Das ist die Definition von Wischiwaschi, entschuldigen Sie bitte. Wer alle lobt, der verliert an Profil und wird beliebig. Und das wollen Sie ja sicher nicht. Typ A und B ... was soll das? Es gibt nicht zwei Arten von Menschen auf dieser Welt, es gibt ungefähr sieben Milliarden.

Patrick Tigri

Kommentar 9

Hypothese: Die Krisen dieser Welt gehen auf Typ A zurück. Es sollte ein Umdenken stattfinden.

Arno Nühm

Kommentar 8

Danke Frau Echter für die köstliche Satire. Lange nicht mehr so gelacht.

Ludna

Kommentar 7

Ja, ich sehe, so geht es aufwärts mit Deutschland: 1. Weil Sie Resonanz auslösen 2. Weil Sie Orientierung geben 3. Weil andere Ihre Reputation erkennen

und warum das Ganze? 1. weil ich es für zu mühevoll halte, mich sachkundig zu machen 2. weil ich lieber rede als nachdenke 3. weil es mir egal ist, was ich für einen Beitrag für die Zukunft liefere - Hauptsache ich bin oben. Globales Management - ich liebe es!

Hilfsarbeiter

Kommentar 6

Sehr geehrte Frau Echter, bei dem Wort "bescheiden" fiel mir sofort meine Faustformel gerade für das Karriere-Coaching für Frauen ein: "Lieber entscheiden als beschieden!"

Brigitte Melzig

Liebe Frau Melzig,

vielen Dank für dieses schöne Zitat von Ihnen. Herzlichst Ihre

Dorothee Echter

Kommentar 5

Sobald ich solche Artikel lese, weiß ich wieder, wem ich diese Phrasen zu verdanken habe, die täglich die Sacharbeit so ungemein erschweren.

"Exponierte Persönlichkeiten mit einem starken Anliegen und dem Wunsch, einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen, müssen idealisierend über sich selbst sprechen." Und wie sollen die ganzen hochgedrehten Egomanen vom Baum wieder runterkommen, wenn sie trotz aller Idealisierung von sich selbst inhaltlich falsch lagen? Oder wird das dann unter den Teppich gekehrt und mit Vollgas auf den Abgrund zugesteuert? Kommt mir irgendwie bekannt vor....

"Wie sollte jemand Ihre Werte wichtig nehmen, wenn nicht Sie selbst die Bedeutsamkeit, Großartigkeit Ihres Anliegens herausstellen?" Dann freuen wir uns doch auf das neue großartige Controllingsystem ...

Von solchen "Beratern" werden jene Menschen trainiert, die uns nur von der Arbeit abhalten.

Mr X

Lieber Mr. X,

Sie sind von sich und Ihrer Sacharbeit überzeugt, das sollte Ihr Unternehmen sehr schätzen und würdigen ... wenn man dort nur mehr von Ihnen und Ihrer Qualität wüsste! Vielleicht werden Sie ein A-Typ und kommunizieren in der angemessen positiven Weise über sich selbst, damit man mehr über Sie und Ihre Kompetenz erfährt? Das meine ich sehr ernst, ich wünsche es Ihnen und Ihrem Unternehmen. Ihre

Dorothee Echter

Kommentar 4

Ich bin heute 61 Jahre alt und habe viele Chancen durch meine Bescheidenheit verpasst.

Wolfgang Haas

Lieber Herr Haas, dann kann Ihr Leben ja jetzt voller Mut, Zuversicht, Ambition, großer Pläne und Abenteuer sein, das wünsche ich Ihnen, von Herzen! Ihre

Dorothee Echter

Kommentar 3

Ich bezweifle, dass A-Typen tatsächlich zu einem hohen Wirkungsgrad über die eigene Person hinaus führen. Stattdessen führen sie häufig zu enormen Reibungsverlusten innerhalb des Unternehmens, weil sie so sehr von ihren eigenen Kompetenzen überzeugt sind, dass sie weder deren Grenzen erkennen noch die Kompetenzen anderer auf deren Gebiet akzeptieren. Im günstigsten Fall kabbeln sich die Leiter verschiedener Abteilungen oder Business Units, weil jeder meint, für den Unternehmenserfolg wichtiger zu sein, im schlimmsten Fall agiert ein Abteilungsleiter gar nach dem Motto "Ist mir doch egal, wer unter mir CEO ist...".

Extrem fragwürdig ist der oben genannte Punkt 3 "Weil andere ohne große Anstrengungen Ihre Reputation erkennen und weitertragen müssen. ...Niemand kann wissen, was der ganz persönliche Anteil am Erfolg ist, es sei denn, der Vorstand, die Topmanagerin oder der Meisterarchitekt kommuniziert es selbst."

Wer glaubt, auf diese Art und Weise diese Informationen zu bekommen, hat meines Erachtens im Topmanagement nichts verloren. Er ist ein Naivling, der sich von Blendern leicht beeindrucken lässt. Genau die Art Manager, die mit Kusshand Anlagen kaufen, die auf 100 000-Dollar-Hypotheken auf Wellblechhütten basieren, weil dieser grandiose A-Typ davon spricht, Pakete schnüren zu können, die geradezu atemberaubende Renditen haben...

O.H.

Liebe(r) O.H.,

für Ihr Argument möchte ich mich bedanken, denn in der Tat möchte ich die Stillen lauter und die Bescheidenen unbescheidener machen. Die Zeiten größenwahnsinniger Selbst-Kommunikatoren sollte vorbei sein. Genau deshalb seien alle ermutigt, ihre Stimme zu erheben, die wirklich ein inneres Anliegen haben, etwas Gutes in die Welt zu bringen. Große Botschaften werden von großen Persönlichkeiten transportiert. Und die gibt es im Topmanagement. Herzlichst Ihre

Dorothee Echter

Kommentar 2

Natürlich ist der A-Typ erfolgsversprechender und eher die Führungspersönlichkeit. Allerdings sind es auch häufiger die semimanischen A-Typen, die viel heiße Luft wirbeln und den Karren mit Vollgas vor die Wand fahren. Ohne B-Typen schafft es kein Konzern auf Dauer stabil im Markt zu agieren. Wenn nur A-Typen quirlig durch die Meetings fegen, dann passiert am Ende des Tages meist nicht viel.

Ich bin lieber ein B-Typ mit temporären A-Eigenschaften, wenn man sie braucht. Bisher fahre ich ganz gut damit. Langfristige Geschäftsbeziehungen lassen sich mit reinen A-Typen einfach selten eingehen, weil so nur auf einen bessere Chance warten und dann auf und davon sind.

Rupert L.

Kompliment, lieber Rupert L.,

und vielen Dank für Ihren Beitrag. Sehr wohl ist Bescheidenheit gefragt. Es geht ja nicht um das Größenselbst der Person, sondern um die großartigen Werte, die jemand in die Welt bringen möchte, ob still oder laut. Darüber sollten auch Sie sprechen - über die Sache, was Sie treibt! Um andere auch dazu zu ermutigen. Und mitzunehmen. Herzlichst, Ihre

Dorothee Echter

Kommentar 1

Wenn ich diese Fragen nicht beantworten kann, kann ich auch nie ein Typ A werden?

  • Wofür stehe ich - was ist mein Lebensthema?
  • Was kann ich besser als alle anderen?
  • Was treibt mich im Innersten an?
  • Welchen tiefsten Nutzen will ich Menschen, Unternehmen, der Welt spenden?
  • Wie gehe ich am Besten vor um schrittweise diese Fragen zu beantworten ?

Anand Dass

Lieber Herr Dass,

Ihre Frage ist die wichtigste überhaupt. Ja, Sie müssen wissen, was Sie treibt, und was Ihre wahren Erfolgsfaktoren sind. Erst dann können Sie in jedem Gespräch, in Präsentationen, in Small Talks etc. die SACHE, um die es Ihnen geht, in den persönlichen Kontext stellen. Nur so erzeugen Sie positive Resonanz, nicht indem Sie prahlen und protzen. Wie finden Sie das heraus? Fragen Sie andere, wie Sie gesehen werden, welche großen Aufgaben andere Ihnen jederzeit anvertrauen würden. Fragen Sie sich, was sich sofort ändert, wenn Sie zu einem Meeting dazustoßen. Fragen Sie sich, was Sie im Geschäftsleben am meisten ärgert. So kommen Sie auf die Spur. Herzlichst, Ihre

Dorothee Echter

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