Von Johann Füller
4. Teil: Im Dialog mit Mitarbeitern und Kunden
Mitmach-Plattformen: Eine erfolgreiche Innovation ist nicht die Leistung einer einzelnen Person, sondern das Ergebnis einer Gesamtleistung. Damit sich Mitarbeiter nicht nur zu bestimmten Anlässen über ihre Ideen austauschen, kann der Aufbau einer Innovationsgemeinschaft im Internet den langfristigen Wissensaustausch sichern. Alle Mitarbeiter sollten Zugang zu einer solchen Gemeinschaft haben, von Fall zu Fall aber auch andere Gruppen außerhalb des Unternehmens. Ausgehend von zwei Designwettbewerben hat der österreichische Kristallschmuckhersteller Swarovski eine Innovationsgemeinschaft aus professionellen Designern, aber auch interessierten Laien und Liebhabern ins Leben gerufen, die sowohl neue Ideen für die Produktentwicklung als auch für die Marketingforschung liefern.
Verteilte Innovation: Statt Innovationen traditionell zu entwickeln, kann es weit effektiver sein, eine komplexe Aufgabe in kleine Teileinheiten zu zerlegen. Diese können dann zahlreiche Mitarbeiter oder Anwender in kurzer Zeit erledigen. lassen sich bestimmte Aufgaben, die Computer nur unzureichend lösen können, kosteneffizient mit einer Gemeinschaft aus Tausenden Mitgliedern erledigen. Aufgaben wie das Übertragen von gesprochener Sprache auf Audiodaten in Texte sind nur schwer automatisierbar, jedoch leicht für einen Menschen zu erledigen. Unternehmen können sich mit der Amazon-Plattform verbinden und dort derartige Aufgaben veröffentlichen; die Gemeinschaft erledigt sie kostengünstig und schnell. Der Einreicher erhält im Gegenzug einen geringen Lohn für seine Lösung
Lakhani, Karim R.; Jeppesen, Lars Bo; Lohse, Peter A.; Panetta, Jill A. (2007): The value of openness in scientific problem solving. HBS Working Paper Number 07-050. Harvard University. (HBS Working Paper Series).
Die vorgestellten Faktoren und Komponenten eines Innovationsmanagements 2.0 mögen für viele Führungskräfte noch befremdlich und schwer vorstellbar sein. Sie haben sich aber schon in zahlreichen Praxisbeispielen als wertvoll erwiesen. Stellt sich nur noch die Frage: Was halten Sie von diesen Ansätzen? Welche davon werden in Ihrem Unternehmen bereits berücksichtigt?
Ich bin auf Ihre Kommentare und Erfahrungen gespannt.