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24.03.2009

Blog

Zeit für eine Denkpause

Von Günter Müller-Stewens

Allen Optimisten zum Trotz beweist die Wellentheorie bei Mergers & Acquisitions, dass die derzeitige Krise unausweichlich war. Genauso sicher wird es aber auch wieder bergauf gehen. Günter Müller-Stewens, Experte für Strategisches Management, stellt die Szenarien für die nächsten Jahre vor. Wie beurteilen Sie seine Überlegungen? Diskutieren Sie mit.

Um das Spezifische eines Umbruchs zu erfassen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte. Ein Phänomen, das seit über 100 Jahren eine enorme Bedeutungszunahme erfahren hat, ist das der Mergers & Acquisitions (M&A). Derartige Transaktionen finden am sogenannten Markt für Unternehmenskontrolle statt. Es gibt in der Wissenschaft eine ganze Reihe theoretischer Versuche, diese Bedeutungszunahme zu erklären. Einer davon ist die Wellentheorie, die besagt, dass M&A ein zyklisches Phänomen ist. Kommt es zu Aufschwüngen, entsteht eine gewisse Eigendynamik, von der die Mehrzahl der Unternehmen erfasst wird. In der Spitze eines Booms entsteht ein "Run" auf Zielunternehmen mit teilweise spekulativem Charakter, verbunden mit entsprechenden Preissteigerungen.

Denkpause: Ein Blick zurück lohnt sich für die Zukunft
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Denkpause: Ein Blick zurück lohnt sich für die Zukunft

© Corbis
Doch wie jede zyklische Bewegung, so kippt auch diese eines Tages und alle Regeln, die noch ein paar Tage zuvor unumstößlich für ein erfolgreiches Agieren erschienen, verkehren sich ins Gegenteil mit teilweise fatalen Folgen. Interessant ist nun auch, dass diese Wellen eine gewisse Korrelation zur Entwicklung der Aktienmärkte zeigen; das heißt das Ende einer M&A-Welle geht meist auch mit einem Crash der Kapitalmärkte einher.

Betrachtet man nun einmal die Entwicklung des US-amerikanischen Marktes für Unternehmenskontrolle dann lässt sich Folgendes beobachten:

  • Das generelle Niveau der M&A-Aktivitäten hat deutlich zugenommen
  • Über den dargestellten Zeitraum lassen sich sechs M&A-Wellen beobachten
  • Die Wellen oszillieren immer stärker, die Differenz zwischen dem Höchst- und Tiefstpunkt wird tendenziell größer
  • Die Frequenz der Wellen wird tendenziell höher, das heißt sie treten häufiger auf

Wie wellentheoretisch nicht anders zu erwarten war, so hat nun auch die sechste M&A-Welle ihr Ende gefunden. Es gab dabei kein langsames Abschwingen, sondern der Markt für Unternehmenskontrolle brach parallel zu den Aktienmärkten relativ abrupt und breitflächig ein. Die Wertvernichtungen dieser sechsten Welle sind noch nicht abzusehen, da das Tal noch nicht erreicht ist, aber sie werden um einiges höher ausfallen, als die der fünften Welle. Allein die Abschreibungen der Banken werden sich auf mindestens 1500 Milliarden US-Dollar belaufen.

Doch so sicher wie es zum Abschwung der sechsten M&A-Welle kam, so sicher wird es in ein paar Jahren wieder einen Aufschwung zu einer siebten M&A-Welle geben. Auch diese wird wieder ihre historisch ganz spezifischen Treiber haben.

Um Prognosen abgeben zu können, fehlen derzeit wohl die Voraussetzungen. Deshalb sollen im Folgenden mithilfe von Szenarien einige Deutungsversuche einer zukünftigen Entwicklung unternommen werden.


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Bücher von Günter Müller-Stewens

A.W. Müller, G. Müller-Stewens
Strategic Foresight. Trend- und Zukunftsforschung in Unternehmen - Instrumente, Prozesse, Fallstudien
Schäffer-Poeschel Verlag, März 2009, 49,95 Euro

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G. Müller-Stewens. C. Lechner
Strategisches Management. Wie strategische Initiativen zum Wandel führen
Schäffer-Poeschel Verlag, Juni 2005, 49,95 Euro

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