Macht ist... in der Hand der Kunden

Umfrage:

17. Dezember 2018

Wer Innovationen vorantreibt, muss damit leben, dass nicht jeder sofort seine Idee versteht oder als nützlich erachtet. Und auch damit, dass andere diesen Einfluss als störend betrachten. Beim ersten Automobil haben auch alle gefragt, was die-ses knatternde, stinkende Ding soll. Die Droschkenkutscher argumentierten, es mache die Pferde scheu, weg damit! Wäre es besser gewesen, wenn sich bestimmte Dinge nicht verändert hätten? Damit muss derjenige leben, der mit etwas Neuem um die Ecke kommt.

Wir sind ein Unternehmen, das felsenfest davon überzeugt ist, dass man - solange man in der Lage ist, viele Dinge richtig zu machen - mehr tun sollte und nicht weniger. Dieses Prinzip verkörpern wir: Für uns ist es ganz natürlich, dass wir im Internet nach neuen Kundengruppen und nach neuen Anwendungsmöglichkeiten suchen. Das führt uns in unterschiedliche Geschäftsbereiche, aber die Intention ist die gleiche: Wir suchen immer nach neuen Wegen, wie wir Kunden das Leben leichter machen können.

Doch wenn Sie nach Macht fragen: Macht ist für uns vor allem die Macht des Kunden, sich Alternativen zu suchen - und das ist Ansporn für uns, stets weiter daran zu arbeiten, das kundenzentrierteste Unternehmen der Welt zu werden.

Wir haben 300 Millionen Kunden, aber es gibt fünf Milliarden Menschen, die das Internet nutzen. So gesehen gibt es eine Mehrheit von 4,7 Milliarden Menschen, die nicht unsere Kunden sind. Ja, wir sind erfolgreich im E-Commerce, aber er macht nur 10 Prozent des gesamten Volumens im Handel aus. So gesehen ist das Wachstumspotenzial online enorm. So ermöglichen wir Unternehmern, über Amazon Marketplace ihr Geschäft zu erweitern - nie war es leichter, in alle Welt zu exportieren, ohne eigene Logistik oder einen lokalen Vertrieb aufbauen zu müssen. Alles, was man dafür braucht, ist Mut, die Chancen zu nutzen.

Wir versuchen dabei Leitbilder zu schaffen. Sie erklären nicht, wie Amazon seine heutige Position erreicht hat - das spielt keine Rolle -, sondern wie jeder das schaffen kann. Digitalisierung fordert zum Machen auf: Hör auf, darüber zu diskutieren, finde raus, was du daraus ziehen kannst, um dein Geschäftsmodell zu erweitern und die Beziehung zu deinen Kunden zu stärken. Die wirklich Erfolgreichen tun das längst.

Ralf Kleber ist Deutschland-Chef von Amazon. Bevor er 1999 zum Onlinehändler kam, arbeitete der Diplom-Betriebswirt als Vorstandsassistent beim Schuhhändler Reno und als Controller beim Luxusmodelabel Escada.

Spezial 1/2019

Macht


Was künftig über Einfluss und Erfolg entscheidet


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© HBM Sonderheft 1/2019
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