Der Schlüssel zur Karriere

Selbstmanagement:

Von Heidi Grant Halvorson
2. Mai 2013

Die Entscheidung für einen Beruf oder einen radikalen Wechsel in unserer Karriere ist für die meisten mit Ängsten und Zweifeln verbunden. Oft ist der Ratschlag zu hören, "seinem Herzen zu folgen" oder "das zu tun, was man liebt". Aber das ist nicht sinnvoll, wie Cal Newport in seinem Buch "So Good They can't ignore you" argumentiert.

Als ich mein Studium abschloss, mochte ich eine Reihe von Dingen. Aber Liebe? Meinem Herzen folgen? Das wäre dann doch etwas übertrieben gewesen.

Karriere: Welche Entscheidung ist die Richtige?
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Karriere: Welche Entscheidung ist die Richtige?

Wir alle wollen eine Karriere, die uns glücklich macht. Aber wie können wir wissen, was richtig für uns ist? Die Forschung zeigt, dass es Menschen extrem schwerfällt vorherzusagen, wie sich fühlen werden, wenn sie etwas Bestimmtes in der Zukunft tun. Es ist nicht sehr schwer, Menschen zu finden, die zu Beginn ihrer Karriere dachten, sie würden ihren Beruf lieben. Nur um später festzustellen: Das Gegenteil trifft zu. Aber wie in aller Welt sollen Sie auch wissen, ob Sie glücklich werden als Investmentbanker, als Künstler oder Professor, wenn Sie diese Berufe nicht vorher ausprobiert haben? Wer hat jemals einen Job angenommen, der später genauso war, wie er ihn sich vorgestellt hat?

Wenn also Leidenschaft und zu erwartendes Glück keine Rolle für Ihre Entscheidung spielen können, was dann? Sie könnten damit beginnen, sich für einen Beruf zu entscheiden, der Ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht. Da Sie hoffentlich eine Vorstellung davon haben, ist das eine gute Ausgangsbasis.

Etwas weniger offensichtlich, aber dennoch genauso wichtig ist es, dass Sie sich für eine Tätigkeit entscheiden, die Sie motiviert.

Wie ich in meinem Buch "Focus" zusammen mit Tory Higgins von der Columbia Business School und in unserem aktuellen Text im Harvard Business Manager beschreibe, gibt es zwei Arten der Motivation.

Einige Menschen sehen Herausforderungen im Berufs- und Privatleben als Gelegenheit für Weiterentwicklung, mögliche Erfolge und lukrative Belohnungen an. Sie denken darüber nach, was sie erreichen können, wenn sie erfolgreich sind. Wenn Sie zu diesen Menschen gehören, dominiert bei Ihnen die so genannte Annäherungsmotivation.

Andere Menschen sehen Ziele im Kontext von Sicherheit - es geht darum, die bereits erzielten Erfolge nicht aufs Spiel zu setzen, für die sie so hart gearbeitet haben. Wenn bei Ihnen diese so genannte Vermeidungsmotivation überwiegt, möchten Sie sich von Gefahren fernhalten, Ihre Pflichten erfüllen und ein Mensch sein, auf den sich andere verlassen können. Sie wollen, dass die Dinge möglichst problemlos ablaufen.

Jeder Mensch wird grundsätzlich auf beide Arten motiviert. Aber in bestimmten Lebensbereichen dominiert das eine oder andere, wie etwa bei unserer Arbeit, unserem Privatleben oder unserer Rolle als Eltern. Entscheidend ist zu verstehen, dass Menschen durch ihre unterschiedlichen Ausprägungen von Annäherungs- und Vermeidungsmotivation besondere Stärken und Schwächen haben.

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